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  • Zügel für Künstliche Intelligenz. Der AI Act der EU 9.12.23

    (S2E33) Viele Erfindungen und Entdeckungen der Menschheit scheinen zuerst eine Phase von Gesetzlosigkeit, Wildheit zu durchlaufen. Dann legt man ihnen Zügel an. Gesetze regeln die Verwendung und versuchen den Nutzen dadurch für den Menschen zu optimieren und Gefahren einzuschrenken. So schön uns die Natur erscheint, wir schränken sie ein, machen sie kompatibel. 

    Feuer bekommt eine Feuerstelle, eine Duftkerze oder einen Ofen als Pferch; Pferde, wilde Tiere, werden gefangen und domestiziert, zum Kampf, zum Pflügen, zur Jagd, im Bergwerk, als Zugtier – oder zur Belustigung – als Zirkuspferd genutzt. 

    Von Erfindungen wie Elektrizität, Dampflokomotiven und Automobil scheinen zudem Gefahren auszugehen, die man noch nicht in Gänze erkennen kann, aber vorsichtshalber reglementiert. Denn sie sind nicht „aus der Natur geholt“, sondern werden industriell hergestellt und verkauft oder betrieben. Regelungen ermöglichen diese kommerziellen Akte.

    Und nun die künstliche Intelligenz – und wir stellen uns die Frage: sind wir ihre Zaubermeister oder die Zauberlehrlinge? 

    Die Einbettung von Podcastplayern mit Zugriff auf die entsprechenden Quellen funktioniert nicht zuverlässig. Ab dieser Folge finden Sie /findet Ihr an dieser Stelle eine Tabelle mit Links zu den Folgen bei den bekannten Quellen.

    In dieser Folge der Geschichten hinter den Pixeln geht es um das Zügeln einer Erfindung, einer Technologie, die uns in vielen Gestalten begegnen wird. Zu unserem Nutzen (z.B. in der Medizin, in der Mobilität), oder auch um uns sehr mächtig zu schaden? 

    Wer legt die Zügel wem an? Wie kann Nutzen erzielt und Schaden abgewehrt werden?

    Wir streifen auch die Frage: Was passiert, wenn diese KI sich zu einer ganz eigenen Spezies entwickelt, wie wollen wir ihr begegnen? 

    Diese Folge zeigt, wie Gesetzgeber (auch ein Kaiser), Science Fiction Autoren (auch Star Trek) Jurist:innen, Herstellerunternehmen, Nutzer:innen eine Zukunft einleiten, deren Gesetze adaptiert werden müssen. Meistens jedenfalls, aber immer, bevor es zu spät ist. 

    Seit dem 9.12.2023 gibt es den AI Act, beschlossen vom Europäischen Parlament und den Staaten der EU. 

    Ein gigantischer Schritt, und nicht der letzte um uns – ein weiteres mal – die Erde ein wenig sicherer und komfortabler zu machen. 

    Quellen

    Der AI Act im Original
    Artificial Intelligence Act: deal on comprehensive rules for trustworthy AI

    https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20231206IPR15699/artificial-intelligence-act-deal-on-comprehensive-rules-for-trustworthy-ai

    Die Meldung des „Handelsblatt„
    EU beschließt umfangreichstes KI-Gesetz der Welt – das sind die wichtigsten Punkte

    „Brüssel hat die weltweit erste KI-Regulierung beschlossen. Worauf Industrie und Verbraucher sich jetzt einstellen müssen.“
    https://www.handelsblatt.com/politik/international/ai-act-eu-beschliesst-umfangreichstes-ki-gesetz-der-welt-das-sind-die-wichtigsten-punkte/100002256.html

    Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen
    Vom 3. Mai 1909.

    https://de.wikisource.org/wiki/Gesetz_über_den_Verkehr_mit_Kraftfahrzeugen

    FORD Pinto, „ein gefählich konstruiertes Automobil“:
    Ford kannte die Gefahren, interne Dokumentation führte aus: Es sei kostengünstiger, nach Todesfällen mögliche Gerichtsprozesse in Kauf zu nehmen und entsprechende Entschädigungen zu zahlen.
    Erst nachdem mindestens 60 Personen gestorben und über 120 schwer verletzt worden waren, wurde 1980 der FORD Pinto schließlich vom Markt genommen.
    Fazit: Die Kosten wurden in Kauf genommen.
    Umfangreichste Dokumentation inkl. Video.
    https://www.tortmuseum.org/ford-pinto/



    DSGVO – Die Wirksamkeit der Abschreckung gegen Verstöße auf dem Prüfstand
    Aktuelle Studie vom 5.12.2023:

    Eine Hitparade der privaten Fach­hochschule Gisma aus Potsdam listet Meta als den Spitzenreiter auf bei Strafzahlungen wegen Verstoß DSGVO auf.
    Fazit: Die Kosten wurden in Kauf genommen.
    Der Bericht / Die komplette Hitparade bei GISMA
    https://www.gisma.com/de/blog/dsgvo-verstoesse-so-hohe-bussgelder-nehmen-top-unternehmen-in-kauf

    Isaac Asimov und seine „Robotergesetze“ – eine Vielzahl an möglichen Quellen,

    ResearchGate
    Gunter Lassmann: Bedeutung der Robotergesetze für die Neuzeit,
    Asimovs Robotergesetze, Was leisten sie wirklich

    Dezember 2017; Heise Medien, Germany

    https://www.researchgate.net/publication/321917765_Asimovs_Robotergesetze_Was_leisten_sie_wirklich_In_German

    JURIOS.
    https://jurios.de/2023/08/29/isaac-asimov-und-seine-robotergesetze/

    ROBOTERWELT (keine HTTPS Seite!)
    http://www.roboterwelt.de/magazin/die-robotergesetze-von-isaac-asimov/

    KI liest Gesichter: Forschungsprojekte und -berichte

    Zuse Institut Berlin (ZIB) – Camera Facialis: „Accurate measurements of 3D geometry and texture of the human face play an important role in medical applications, affective computing or behavioral sciences. Besides resolution and accuracy, important requirements for large-scale assessment are reliability and ease of use of scanning devices and analysis software.“
    https://www.zib.de/projects/camera-facialis

    Stefan Lautenbacher & Miriam Kunz: „Schmerzerfassung bei Patienten mit Demenz“ 2019. Hinweis: Vollständige Seite wird für Lehrkörper und Studierende von Hochschulen sichtbar nach Login.
    https://link.springer.com/article/10.1007/s00482-019-00411-6

    https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Kollege-Computer-hilft-beim-Schmerzmonitoring-407715.html
    Anwendung in der Medizin, z.B. die Schmerzerkennung bei Menschen mit Demenz wird zur Zeit in Trainings gelehrt. Die Anwendung von KI steht in Aussicht.

    Abschliessend: Ein besonderer Dank für die guten Diskussionen zum Thema AI Act an den kenntnisreichen YZ , dem niemals ein X vorangestellt werden darf.

    Bildquelle 

    Der Maler George Catlin unternahm die Anstrengung, indigene Völker Nordamerikas im Alltag in Bildern festzuhalten, Feste, Rituale, Jagd und auch das Fangen und Zügeln eines Wildpferdes. Unser Bild zeigt den verzweifelt erscheinenden Kampf zwischen Natur und Mensch, aus der Entferung, kaum erkennbar aber spürbar.

    Das hat diesem Bild den Vorrang gegenüber gewaltigen „Ölschinken“ mit Mars und Bellona oder Kampfgetümmel der Manieristen gegeben. 

    Wir hatten auch zwei Bilder mit Automobil und „Vorankündiger mit roter Flagge“ in Augenschein genommen. Leider waren beide Bilder nicht sicher gemeinfrei. Also wild… und wir mussten uns zügeln.

    ⁠George Catlin – Breaking Down the Wild Horse – 1985.66.501 – Smithsonian American Art Museum.jpg

    KI hat uns diesmal nicht so richtig geholfen – hatten wir zuviel verlangt? DALL°E sollte uns in einer Fassung des Prompts zeigen, wie diese Verordnung, den Autos einen „Flaggenmenschen“ voran gehen zu lassen wohl heute aussehen könnte. Aufmerksamkeitsstarke Kleidung, zur Fahrzeugfarbe passende Kleidung. Zumindest eine schön bunte Variation.

  • Wie wir verblöden – oder auch nicht. Digitale Demenz vs. extended Mind

    Mitunter gibt es auch in der Wissenschaft so ganz spezielle ikonische Sätze. „Wo endet unser Verstand und wo beginnt die Außenwelt…?“ Mit dieser vielzitierten und eigentlich ganz harmlos klingenden Frage beginnen die Autoren Andy Clark und David Charms einen Aufsatz, in dem sie interessante Ideen vorstellen. Was wäre, wenn unsere intuitiven Antworten auf diese Frage – die natürlich etwas damit zu tun haben, dass unser Verstand gefälligst in unserem Gehirn, mindestens aber in unserem Körper ist und nirgendwo sonst – nicht stimmt?

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    Als Clark und Charms im Jahr 1998 ihre Gedankenexperimente über die Grenzen von Innen- und Außenwelt beschrieben, gab es noch nicht einmal annähernd das, was wir heute als digitale Transformation erleben – von künstlicher Intelligenz ganz zu schweigen. Auch das Smartphone wurde erst ein knappes Jahrzehnt später so richtig erfunden. Trotzdem können die Autoren uns mit ihren Ideen bei der Bewertung dessen, was da gerade mit uns geschieht, helfen. Kurz zusammengefasst: Menschen haben eine angeborene Tendenz, sich auf Werkzeuge zu verlassen, sofern welche vorhanden sind. Vereinfacht und beschleunigt ein Werkzeug das Erreichen eines Ziels, nutzen wir es also, und zwar einfach deshalb, weil wir nicht blöd sind. Punkt. Clark und Charmers vertreten von hier ausgehend die Auffassung, dass wir zusammen mit unseren Wissen schaffenden oder verarbeitenden Werkzeugen als „Coupled System“ betrachtet werden sollten. Demnach bilde ich zusammen mit meiner Navi-App ein System, das ziemlich gut darin ist Routen zu planen und zu verfolgen und das obendrein in der Lage ist, die aktuelle Verkehrssituation zu berücksichtigen. Es wäre nun nicht sehr intelligent, mit Kompass, Sonnenstand, Verkehrsfunk und Karte langsamer, mühsamer und mit mehr Fehlern unterwegs zu sein. Der Preis für die Nutzung der intelligenten Technologie ist – natürlich -, dass die eigene Orientierungsfähigkeit nun nicht mehr gefordert und damit womöglich wie ein ungenutzter Muskel geschwächt wird. Das Coupled System wird besser, der unbewaffnete Verstand schwächer.

    Damit stellen sich grundsätzliche Fragen: Sollen wir die Zeit zurückdrehen und wieder zu Fuß navigieren? Was wird denn am Ende aus dem Gehirn, wenn immer mehr Gedächtnis und Informationsverarbeitung an digitale Werkzeuge delegiert wird? Ist das nicht …gefährlich? Man kann es so sehen und deshalb wird auch gerne mit viel öffentlicher Anteilnahme die Idee vorgetragen, dass wir im Begriff seien, uns und unsere Kinder zu verblöden, weil es da allenthalben jene teuflischen digitalen Werkzeuge gebe. Und alles dies sei von Übel und führe früher oder später zu einer allgemeinen „Digitalen Demenz“ (!). Prominentester Vertreter dieser Theorie ist Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, seines Zeichens Neuro-Wissenschaftler und Bestsellerautor – und als solcher alles andere als ungeübt im Spielen auf der Tastatur der medialen Aufmerksamkeit.

    Was stimmt denn nun: Digitale Demenz (wir verblöden) oder Extended Mind (wir verwenden immer intelligentere Werkzeuge)…? Wir finden, die Frage ist zu einfach gestellt. Was machen wir mit den durch die Digitalisierung frei werdenden Kräften? Wie bereiten wir die nachwachsende Generation, die ihrem natürlichen Drang zur Verwendung digitaler Medien und Werkzeuge hemmungslos nachzugeben scheint, auf die Herausforderungen dieser Situation vor? Was müssen wir an unserem Framing der Situation ändern?

    Quellen zur Episode

    Aus der Intro:

    Quellen zur Digitalen Demenz

    Quellen zum Thema Extended Mind

    Das Bild zur Episode

    Wie immer können wir feststellen: irgendwie ist alles schon einmal da gewesen. Hilfsmittel zum Ausführen komplexer Denk-Operationen gab es schon bei den Inkas, den alten Römern und im antiken China. Ein nahe liegendes Beispiel ist der Abakus, der sowohl beim Rechnen als auch beim Merken von Zahlen hilft. Allerdings gab es in der Geschichte auch sehr viel raffiniertere Rechenhilfen. Niemand geringeres als der berühmte Adam Riese (eigentlich Adam Ries), ein im 16. Jahrhundert lebender Mathematiker, Autor und Lehrer, arbeitete mit einer durchaus raffinierten Version eines „Extended Mind“, einem Rechentisch. Damit konnte man nicht nur Addieren und Subtrahieren, sondern auch komplexere Operationen ausführen. Unser Episodenbild zeigt einen Ausschnitt des Titels seines Bestsellers „Rechnung auf der Linien und Federn – auff allerley Hantierung / gemacht durch Adam Risen“ aus dem Jahr 1547.

    Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Theo_Zasche_Schweinchen_in_der_Schule.jpg

  • Deepfakes – Erinnerungen werden lebendig.

    S2/E31 Homer ließ Odysseus in seinen Erzählungen lebendig werden. Aber die Möglichkeiten, sich an Menschen und Ereignisse zu erinnern sind längst digitalisiert. Dabei meinen wir nicht nur digitale Bilder, die in ihrer Vielzahl „geschossen“ in unseren Speichern im Rechner oder der Cloud im Wortsinne festgehalten wurden.

    Wenn wir uns erinnern wollen an Ereignisse von Familie, Städten, Vereinen, Technologien können uns Fotoalben weiterhelfen. Auch auf öffentlichen Speicherplattformen wie Vimeo oder YouTube „leben wir bewegt“ und lassen von uns hören in Podcasts – wie dem von achwas?!

    Kein Spotify-Link? Bitte Seite erneut laden.

    So war es nur eine Frage der Möglichkeiten, der Fantasie und Handwerkskunst diese Fülle von Bildern, Texten und Sprache zusammen zu führen. Daraus ein lebendig erscheinendes Abbild von Menschen zu erstellen.

    Das „zum Leben erwecken“ lässt sich bei digitalisierten Medien relativ einfach gestalten. In immer schnellerer Folge begegnen wir in den Medien Wesen, deren Stimme, Gesicht und Mimik uns vertraut erscheinen, wo der Inhalt allerdings abweicht von dem, was wir kennen und erwarten.

    Ein aktuelles Beispiel wurde vom „Zentrum für politische Schönheit“ erstellt. Da verkündet Bundeskanzler Olaf Scholz Ende 2023 das Verbot der AfD. Wie sich schnell herausstellte, war das ein Deepfake.

    Was denn nun Deepfakes genau sind, und woher der Begriff kommt? Spoiler: aus den Begriffen „Deep Learning“ (mehrschichtiges Lernen) und „fake“ (Fälschung) gebildet bezeichnet dies mittels Künstlicher Intelligenz erstellte Bilder und Videos. Deep Learning ist eine Methode, die aus – für den Rechner vom ersten Schritt – „verwirrenden“ Pixeln z.B. eines Bildes – in vielen nachgelagerten Schichten von Mustererkennung etwas dekodiert, was sich in den eingelesenen Daten (Bsp. Bilder von Hunden) als ein maschinenlesbares „Urbild Hund“ immer wieder bestätigt. Diese Bilder können parametrisiert werden, d.h. durch Befehle oder auch Regler in Farbe oder Form oder Bewegungen verändert werden. So wird aus einer Mücke ein Elefant, der fliegen kann und dabei Löwengebrüll ausstößt. Meistens sind es allerdings „Promis“, die uns scheinbar verwirren.

    In unseren Quellen finden sich einige Beispiele für Deepfakes. Wir weisen in dieser Folge einen weiteren Aspekt von Deepfake hin – die Möglichkeit, Angehörige und Freunde oder auch Personen und Zeugen der Zeitgeschichte, ja, fast zum Leben zu erwecken. Oder zumindest über sich und Ereignisse Auskunft zu geben. Dies wurde möglich gemacht für Menschen, die der Shoah (Holocaust) entkamen und Zeugnis geben über Schrecken und Unmenschlichkeit einer unermeßlicher Dimension.
    Aber diese Technologie kann für jegliche Erinnerung verwendet werden. Am Beispiel von vier Unternehmungen machen wir deutlich, wie dies die Trauerarbeit unterstützen, aber vielleicht auch ver- und zerstören kann.

    Quellen

    Upload (Amazon Streaming Serie zur Zeit in drei Staffeln)
    „Upload spielt im Jahr 2033. Menschen können sich in in eine virtuelle Welt hochladen lassen. Der Kontakt zur „echten“ Welt findet über Telefonate, SMS, Videokonferenzen oder auch holographische Repräsentanzen statt. Auch in der virtuellen Welt begegnen die Hochgeladenen Bannern und Cookies und einem gewissen Zwang mit Sternen Leistung zu bewerten. Da der Aufenthalt von Lebenden finanziert wird, ist das verfügbare Datenvolumen die Währung für ein angenehmes Leben nach dem Tod.

    Beitrag der BBC: Forscher der Universität von Washington haben den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama fotorealistisch als Deepfake nachgebildet.
    Mithilfe künstlicher Intelligenz wurde genau modelliert, wie Herr Obama seinen Mund bewegt, wenn er spricht.
    Ihre Technik ermöglicht es ihnen, ihrem synthetischen Barack Obama beliebige Worte in den Mund zu legen. (Übersetzt mit DeepL aus der folgenden Quelle:)
    https://www.youtube.com/watch?v=AmUC4m6w1wo

    Eine Keynote zu KI auf Amazon re:MARS 2022 von Rohit Prasad, SVP and Head Scientist, Alexa AI, Amazon

    /https://www.youtube.com/watch?v=22cb24-sGhg&t=3733s

    Seine Keynote beginnt hier 43:36 (zum Schluß die gute Nacht Geschichte, von Alexa mit der Stimme der Großmutter erzählt.

    Mehr zu Deepfake und mehr Videos auf „Deutsche Welle“. Sehr gut eine Zusammenstellung, wie man Deepfakes erkennen kann
    https://www.dw.com/de/faktencheck-wie-erkenne-ich-deepfakes/a-60192155

    Das „Zentrum für Politische Schönheit (ZPS)„, Website
    https://politicalbeauty.de

    Die Beispiele aus dem Podcast


    Storyfile: Tell me, Inge! Reden Sie mit der Holocaust Überlebenden Inge Auerbacher. Etwas scrollen, bis zu den Demos ist die App mit Inge die erste in einer Reihe von Beispielen. Clicken, Lautsprecher einschalten und mit Inge sprechen.
    https://storyfile.com

    Mehr dazu vom „Macher“ des „Deepfakes“

    https://www.elmhurst.edu/news/usc-shoah-foundations-stephen-smith-to-give-holocaust-lecture-on-april-24/

    Project December: Simulate the Dead.

    Project December is the first system in the world of its kind. Using patent-pending technology, in conjunction with deep AI running on one of the world’s most sophisticated super-computers, we can now simulate a text-based conversation with anyone. Anyone. Including someone who is no longer living.
    Selbstaussage von Project December

    https://projectdecember.net

    WDR 5, Neugier genügt: Das kalifornische Startup „HereAfter AI“ hat eine App entwickelt, die mithilfe von KI „Gespräche“ mit unseren Liebsten ermöglicht – auch nach deren Tod. Nils Dampz hat das Startup besucht, dessen Mitgründer getroffen und die App ausprobiert. Hilft ein KI-Sprachbot bei der Trauer?
    https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-neugier-genuegt-freiflaeche/audio-sprechen-mit-verstorbenen–dank-kuenstlicher-intelligenz-100.html

    Die Hereafter App
    „Preserve memories with an app that interviews you about your life. Then, let loved ones hear meaningful stories by chatting with the virtual you.“
    https://www.hereafter.ai

    Trigger Warnung.
    Auf den Videokanälen der Munhwa Broadcasting Corporation (MBC), einem der drei größten Rundfunksender Süd-Koreas, findet man die Mutter/Tochter Geschichte, die mittels VR Brille und Deepfakes ein (einseitiges) Wiedersehen der Mutter mit der verstorbenen Tochter ermöglicht. Das Video endet mit dem symbolischen Tod der Tochter, die sich von der Mutter verabschiedet und als Schmetterling davon fliegt.
    https://www.youtube.com/watch?v=uflTK8c4w0c&t=35s

    Dieses Video wird in einem umfassenderen Bericht zum Thema am 6.11.2022 auf der schweizerischen Website watson erwähnt.
    https://www.watson.ch/wissen/digital/446276751-wenn-tote-reden-start-ups-schaffen-digitale-versionen-von-verstorbenen

    Der juristische Teil (Bald ehr dazu auf diesem Kanal achwas.fm).

    AI-Act der EU
    Zusammenfassung (deutsch)
    https://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/society/20230601STO93804/ki-gesetz-erste-regulierung-der-kunstlichen-intelligenz

    Zusammenfassung (englisch)
    https://www.europarl.europa.eu/news/en/press-room/20231206IPR15699/artificial-intelligence-act-deal-on-comprehensive-rules-for-trustworthy-ai

    Die Suchseite zum Thema (EU Parlament)
    https://www.europarl.europa.eu/news/de/search?searchQuery=AI+Act+document

    Datenschutzgrundverordnung (DSVGO)
    Hier die Übersicht zur DSGVO (Europaparlament). Hier findet sich nicht nur „das Gesetz“ und die Erläuterungen, sondern auch Artikel, Gerichtsurteile und mehr. Auch FaceBook / Meta / Zuckerberg taucht auf.

    https://www.europarl.europa.eu/news/de/search?searchQuery=DSGVO

    Folgen-Bildquelle

    Zugleich ein Familienbild, und eine Fakenachricht und ein Fake in der Darstellung von Menschen der Geschichte oder vielleicht Fiktion? Lassen Sie sich nicht verwirren:
    Es zeigt ein Gemälde von Jean Auguste Dominique Ingres. Benannt ist es als die „Apotheosis Homers“ und stammt aus dem Jahr 1827. Als Apotheose wird die Gottwerdung eines Menschen bezeichnet.
    Wir empfehlen, das Bild auf der Wikimedia aufzusuchen. Zum einen gibt es mehr Infos und: alle abgebildeten Wesen werden identifiziert und man erfährt ihre Namen. Wenn Sie Zeit haben und Lust dazu – vielleicht probieren Sie so viele wie möglich selbst zu erkennen.

    https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jean_Auguste_Dominique_Ingres,_Apotheosis_of_Homer,_1827.jpg

  • Hass im Hirn – rund um die Amygdala

    Mit modernen bildgebenden Verfahren der Neurowissenschaften, die auf so einprägsame Namen hören wie Magnet-Resonanz-Tomographie oder Positronen-Emissions-Tomographie, kann man dem Gehirn bei allen möglichen Tätigkeiten zusehen und etwas darüber in Erfahrung bringen, was unsere innerste Welt zusammenhält. Natürlich gilt das auch im Web. Es kann gar nicht anders sein. Deshalb wirken Likes auf Belohnungszentren, Swipen und Scrollen versetzt uns in Trance und auch das gefährlichste Internet-Phänomen überhaupt, nämlich Hass, wird im Gehirn gemacht.

    Hass erscheint uns gelassenen Durchschnitts-Menschen ja nicht wirklich nachvollziehbar, oder? Ein Troll, der ohne jede Rücksicht auf Rechtschreibung obszöne Drohungen stammelnd, geifernd, schäumend über ein Opfer herfällt, Drohungen ausstoßend, Angst verbreitend bis zur Gewaltandrohung, ja bis zum Mord, wirkt wie ein Wesen von einem anderen Stern. Man wundert sich, ist einmal nur angewidert, mal unfreiwillig amüsiert, gelegentlich fassungslos. Was treibt solche Leute nur an? Kann es sein, dass sie nicht bemerken, wie toxisch, destruktiv und – nennen wir die Dinge mal beim Namen – dumm ihr Verhalten ist? Kann es sein, dass sie nicht nur jede Vernunft verlieren sondern anscheinend auch gleichgültig dafür werden, wie entsetzlich uncool, unsympathisch und abstoßend sie werden? Es ist ganz offensichtlich so.

    Andererseits: Vieles wird hier einfacher, sobald man die Idee aufgibt, man müsse anonyme Morddrohungen oder Hassrede genauso verstehen können, wie zivilisierte menschliche Verhaltensweisen. Wenn unser „psychischer Apparat“ (Sigmund Freud) ein Gebäude wäre, dann kommt der Hass aus den unteren Stockwerken, genauer: aus dem Kellergeschoss. Und, wo wir schon bei Freud sind: Er meinte, dass diese Dinge aus den unteren Stockwerken ein Eigenleben haben und dass wir sie nicht uneingeschränkt kontrollieren können. Ja, auch das ist ganz offensichtlich so.

    Wir beschäftigen uns also in unserer zweiten Hass-Folge auf achwas.fm genau mit diesem Themenbereich und treten zunächst einmal pflichtschuldig den Beweis an, dass es sich mit Hass auch nicht besser verhält als mit Lügen und moralischer Panik: Er ist erfolgreich und wird sehr gerne „viral“. Auch die Hassenden scheinen spezielle Menschen zu sein. Vor allem ihr Fleiß ist interessant. In der Studie, die wir in der aktuellen Folge unseres Podcasts berichten, erzeugen etwa 0,5% einer Community etwa 20% der Posts und Kommentare, die mit Hass-Begriffen kontaminiert sind. Ein/e Hater/in arbeitet also für die schlechte Laune von für 40 normalen Community-Mitgliedern!

    Quellen zur Episode

    zum Episodenbild

    Nachdem wir in der Vergangenheit schon den einen oder anderen prominenten Künstler zur Bebilderung der Ideen und Inhalte unserer Podcastfolgen zitieren konnten, ist heute ein wahrhafter Gigant dran. Seine Bedeutung für die Kunst entspricht dem Gewicht des Themas: Leonardo da Vinci. Bekanntlich hat er sich ausführlich mit Anatomie beschäftigt und dabei natürlich auch das Gehirn, Hirnnerven, den Schädel und sorgfältig präpariert und gezeichnet.

    Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Leonardo_Da_Vinci%27s_Brain_Physiology.jpg

  • Wird`s noch was? Die Zukunft des Webs.

    S2E29 Ist unser Web wirklich kaputt? Gekapert von Wegelageren, Hütchenspielern und Trickbetrügern? Oder geht noch was?

    Wäre doch eigentlich eine feine Sache, das Web ohne Tretfallen. Aber von welchem Web sprechen wir eigentlich? Und welchen Standpunkt haben wir inzwischen eingenommen, durch eigene Erfahrung oder Hörensagen (den Gerüchten aus unseren Echokammern)?
    Vielleicht betrachten wir das Internet wie aus der Perspektive des Gnoms von Spitzweg, der aus seiner Höhle in der Höhe die schnaufende Eisenbahn im Tal als ein vorüber dampfendes Ereignis bewertet.

    Eins nach dem anderen, welche der Webs schauen wir uns in dieser Folge an? Alle:

    • Das Urweb (1.0), wurde gemacht um statisch Informationen und Daten abzulegen, wieder zu finden, zu lesen und abzurufen (so war es tatsächlich 1989 gedacht). Mit einer traditionellen Struktur: Die Seiten werden technisch vom / von „Webmaster“ erstellt und gepflegt. Content erstellen Autor:innen.
    • Das Web 2.0, das Mitmachweb, die „Social Media Himmel-Hölle“ mit neuen Möglichkeiten Geschäfte zu betreiben seit 2003/04. Hier können „normale“ User Geschichten erzählen, Produkte und das Leben (der Anderen) kommentieren. Sowohl der Bau von Webseiten wie auch Content liegen in unserer Hand. Das bedeutet Verantwortung, Könnerschaft, Demut. Nunja.
    Hier kann die Folge auch gehört werden. Geht nicht? Manchmal hilft ein "Reload" (Seite nochmal aufrufen) bei scheuem Content...

    Wir suchen Rat beim Erfinder der Version 1.0: Sir Tim Berners-Lee. Angefressen von all‘ den Rüpeleien, die die Unzulänglichkeiten seiner Version 1 und der 2 ermöglichen, entwickelte er (mit Kolleg:innen) die 3.0 Version und das „Solid Protokoll“ aus dem bestehenden Web Protokollen.

    Was bei 3.0 denn nun anderes hat, klären wir auf.
    Quellen, Texte, Verweise auf Erklärvideos Tipps. und der Link, um 3.0 zu erleben folgen.

    Wir glauben – das wird was Gutes. Wenn wir mitmachen. 

    Die Quellen



    Hinweis vorab:
    Das Krypto / Blockchain Web namens Web3 ist nicht 3.0. Hier findet man einen guten Einstieg ins Thema – die Links im Wikipedia Artikel führen weiter:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Web3

    Eine von vielen Aufrufen, etwas für das Web zu tun, ist der Copenhagen Letter von 2017.
    Gute Analyse, gute Beschreibung des Status Quo. Der Text findet sich auf vielen Websites, die originale Website gibt es nicht mehr.
    Hier ist Letter bei „wired“ zu finden (Achtung, Cookie Consent Falle mit Cookie Ablehnung umgehen):
    https://www.wired.com/beyond-the-beyond/2017/09/the-copenhagen-letter/

    https://www.ted.com/talks/naomi_klein_addicted_to_risk?subtitle=en


    Eine subjektive Auswahl an achwas.fm Episoden, die weiterführende Infos geben:

    • S2/E25 Microsoft greift an: MS Engagement in der Werbeindustrie und bei OpenAI – Was sind die Hintergründe?
    • S2/E23 Cookies: Mostly Harmless? Cookies sind nicht nur kleine Dateien, die als „Keycard“ fürs Login dienen. Sie können freche „Spionagetools“, die im Gegenteil die Tür in unsere Browser und unser Leben für Werbetreibende öffnen!
    • S2/E22 I hope, you are not concerned. Chat GPT könnte die Grenzen zum menschlichen Denken bereits durchbrochen haben. Ist das System emergent, also entwickelt Eigenschaften, die man nicht vorhersehen kann?
    • S2/E15 Die unbekannte Geschichte des Silicon Valley. Waren die Entwicklungen im Silicon Valley seit 1939 nur Kinder des Zufalls? Ein Glücksfall jedenfalls für eine schöne Gegend, die auch einen guten Ruf als Apfelplantage hatte.
    • S2/E14 Nichts Gutes, außer man tut es. Die Handlungstheorie stellt den Rahmen für gutes Webdesign in jeglicher Hinsicht bereit. Denn sie bringt Wünsche, Ziele, Emotionen in Einklang. Und eignet sich auch dazu die Ablenkung vom Ziel bewusst zu inszenieren um Tand und Klatsch hinterherzulaufen
    • S2/E12 Echte Mogelpackungen – Parasoziale Beziehungen und Authentizität. Wollen Medien überzeugen, brauchen sie authentische Menschen, die eine soziale Beziehung zu Menschen aufbauen und halten können. Manchmal reichen auch „parasoziale Beziehungen“, um wohlige Gefühle auszulösen. Ein Beispiel sind TV Moderatoren im Jahr 1956, die so tun als ob sie zu Gast im Wohnzimmer der Zuschauenden wären. Auch Influencer schaffen das heutzutage, wobei diese altbewährte Techniken nutzen.
    • S2/E10 Alles top, immer wieder gerne! Über Opinion Spam. Fünf ***** Sterne überzeugen, das muss ja gut sein. Sie zweifeln? In dieser Episode bekommen Sie allen Grund dafür.
    • S2/E07 Du ahnst es nicht! Datamining rockt. Und die Daten von ihnen und über Sie sind niemals harmlos, oft sogar sehr nützlich. Zumindest in den Händen kundiger Interessenten. Wenn Sie wüssten was man so alles über Sie rausfinden kann? Wollen Sie wissen? Dann ist das „ihre Episode“.
    • S1/E41 Was nützt Aufklärung? Edward Snowden und die Folgen.
      Er ist immer noch Staatsfeind, seit 2013. Manche wünschen ihn nicht nur hinter Gittern, sonder „6feet under“. Was hat Snowden getan? Er hat aufgedeckt, dass mit der Hilfe von High Tech Staaten ihren Bewohnern hinterher spionieren. Und in einem unglaublichen Ausmaß die Privatheit durchdringen, dass selbst FaceBook / Meta wie ein neugieriges 3jähriges Kind am Schaufenster der Eisdiele erscheint.
    • S1/E19 Die FaceBook Papers – Spielregeln des Kapitalismus. Frances Haugen, eine hochrangige Mitarbeiterin von Meta ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Whistleblower der jüngeren Geschichte. Die Episode ist aktueller denn je. Denn in 41 /50 Staaten der USA ist Meta zur Zeit (Mitte 11/2023) angeklagt: Sie wussten sehr viel über die krankmachende und verstörende Wirkung ihrer Produkte bei den Nutzern. Meta wog sorgfältig ab und legte Verantwortung in die eine und den daraus zu erzielenden Profit in die andere in die andere Waagschale. Nun denn, Geld wächst nicht auf Bäumen und Meta ist ein SocialMedia Konzern, nicht ein Sozialverein auf Gegenseitigkeit. Unsere Einsichten zum Thema waren verstörend.

    Deutschlandfunk Hörsaal vom 02. November 2023
    Wenn Informationstechnik breitflächig ausfällt, dann geht nichts mehr: Banken, Supermärkte oder Krankenhäuser sind darauf angewiesen. Wie anfällig ist unsere digitale Infrastruktur?
    Ein Vortrag des Informatikers Jochen Schiller.

    „Niemand weiß, wie das Internet eigentlich aussieht“, sagt der Informatiker Jochen Schiller. „Aber wir hängen alle von ihm ab“. 
    https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/kuenstliche-intelligenz-unsere-digitale-infrastruktur-ist-angreifbar

    Quellen zu Tim Berners-Lee
    Ausgangspunkt für das Web 3.0 waren die Konzepte von T B-L zum Thema LinkedData / Semantisches Web 2006/2009
    https://www.w3.org/DesignIssues/LinkedData.html

    Deutschlandfunk Kultur, Beitrag vom 6.10. 2018
    Wie WWW-Erfinder Tim Berners-Lee das Internet retten will: „Die Neuerfindung des Web“.

    „…Die Macht im Web wieder verschieben können, weg vom Betreiber des Servers, zurück zum Nutzer. Denn heute liegen unsere Daten auf den Servern von Facebook, Google und Amazon.

    Berners-Lee will, dass die Daten bei uns, unter unserer Kontrolle sind. Und so hat er mit anderen vor allem im letzten Jahre „Solid“ entwickelt, eine Open-Source-Software, mit der das Web ganz neu organisiert werden kann. Kern-Element sind persönliche Daten-Lager, sogenannte PODs, die sich jeder schon jetzt gratis anlegen kann.“
    https://www.deutschlandfunkkultur.de/datenhoheit-den-nutzern-zurueckgeben-wie-www-erfinder-tim-100.html

    Artikel in FORBES über Web3 (Blockchain / Krypto Währungen) und Web 3.0 (27.4.2023)

    https://www.forbes.com/sites/digital-assets/2023/04/27/substack-and-inrupt-not-waiting-for-web3-to-enforce-user-rights/?sh=58791504b49d

    SOLID & PODs
    Im Git-Hub gibt es umfangreiche Infos

    https://github.com/solid/solid

    Weiteres hier
    https://solidproject.org

    Kommen wir zur Website der Fa. INRUPT (Mitgründer Sir Timothy Berners-Lee)
    SOLID & PODs in der Presse
    https://www.inrupt.com/coverage

    Die SOLID Produkte
    https://www.inrupt.com/products/enterprise-solid-server

    Die Erklärvideos sehr empfehlenswert
    https://www.inrupt.com/videos

    Testaccount anlegen
    https://start.inrupt.com/profile

    Einloggen
    https://login.inrupt.com/openid

    Bitte am Ball bleiben …die Experience am 21.11.23 ist eher experimentell

    Das Folgenbild

    Das Folgenbild wurde 1848 von Carl Spitzweg auf dem Deckel einer Zigarrenschachtel gemalt und trägt den Titel „Gnom, Eisenbahn betrachtend“. 

    Dieser Gnom ahnt, dass die neue Technik Neues bringt, bleibt aber hoffnungsvoll skeptisch dass es tatsächlich passieren wird. Bleibt er in seiner Höhle, wird er es immer nur aus 2. Hand erfahren.

    Quelle Folgenbild:

    https://commons.wikimedia.org/wiki/File:CarlSpitzwegGnomEisenbahnbetrachtend.jpg

  • Hass – Die Digitale Pandemie

    Wir meinen, ARS Covid-19 war ein laues Lüftchen gegen das, was sich seit einigen Jahren in den digitalen Netzen abspielt. Man könnte es eine Hass-Pandemie nennen und sie hat alle Eigenschaften, die sich für einen tüchtigen Virus gehören: Schnelle Vermehrung, Ausbreitung, Ansteckung und toxische Wirkung. Aber während COVID-19 mittlerweile – hoffentlich – einigermaßen im Abklingen zu sein scheint, hat das Zeitalter des Hasses gerade angefangen – die internationale Lage spricht für sich.

    Und weil es sich zu einem guten Teil um ein Netz-Phänomen handelt, das man sich ohne digitale Transformation kaum vorstellen kann, ist das natürlich ein Thema für achwas.fm. Im ersten Teil unserer Hass-Episoden – geplant sind zwei – kümmern wir uns also zum einen um Begriffliches (…was ist „Hass“ eigentlich?) und um Juristisches, wobei wir feststellen mussten, das eine ohne das andere nicht gut denkbar ist. Anders gesagt: Ohne Strafgesetzbuch kommt man nur schwer zu einem sinnvollen Verständnis von Hass.

    Darüber hinaus erzählen wir beispielhaft für die aktuelle Situation die Hintergründe einer fast schon episch zu nennenden Auseinandersetzung, die Renate Künast – als prominente Politikerin von Bündnis 90 / die Grünen – gegen einen rechtsextremen Blogger und eine Schar durchgeknallter Kommentator/innen von der Facebook-Seite eben dieses Bloggers führen musste. In tragenden Rollen mit dabei: das Amtsgericht in Halle, das Kammergericht Berlin, und schlussendlich (!) das Bundesverfassungsgericht.

    Das Ganze liefert prima anekdotische Evidenz für Probleme unseres Rechts-Systems, die wir lieber nicht hätten. Das eigentlich Spektakuläre an dem Fall Künast war und ist nämlich, dass es einem deutschen Gericht tatsächlich allen Ernstes möglich war, Äußerungen wie „Drecksau“ oder „Stück Scheiße“ (das waren im übrigen noch die milderen Ausdrücke in den Tiraden der fidelen Facebook-Freunde) in den Schutz der freien Meinungsäußerung zu stellen.

    Quellen zur Episode

    Das Bild zur Episode:

    Wenn es um Gerechtigkeit geht, ist die Motivwahl eigentlich nicht schwer: Justitia als römische Göttin der Gerechtigkeit, traditionell mit Waage und Schwert ausgestattet, mitunter auch mit Augenbinde. Gemalt wurde sie seit Jahrtausenden, wir haben uns für ein besonders schönes Examplar ohne Augenbinde entschieden, das der niederländische Maler Gerard de Lairesse Mitte des 17. Jahrhunderts in Öl gemalt hat. A propos Schwert: Wir meinen, die Dame könnte eigentlich auch mal direkt eingreifen…

    Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:SA_7360.6-Justitia_-_Allegorische_voorstelling_van_de_verzorging_van_leprozen_en_onnozelen.jpg

  • Update: Data In Doubt. Ein Verdacht und die Folgen.

    S2E27-2 —10.7.2024.
    Erstveröffentlicht am 22.10.23. haben wir uns mit einem Verdachtsfall von Studienfälschungen mit Auswirkungen beschäftigt: Seit dem 14.3.2024 liegen die Ergebnisse einer forensischen Untersuchung auf über 1.200 Seiten vor, die den Verdacht erhärten. Zum 9.7.24 hat Data Colada veröffentlicht wie die Ergebnisse der eigenen Untersuchungen mit dem Bericht der Experten zusammenpassen. Die Experten geben Data Colada recht und unterstreichen die fachliche Expertise und Sorgfalt.

    S2E27-3 17.9.2025
    Im Mai 2025 wurde die folgende Nachricht veröffentlicht:
    „Im Mai 2025 wurden Ginos Amtszeit und Anstellung in Harvard vor Ablauf ihrer zweijährigen Suspendierung im Juni 2025 beendet. Die Hochschule lehnte es ab, konkrete Gründe für ihre Entscheidung anzugeben, erklärte jedoch, dass eine solche Aufhebung der Amtszeit selten sei und seit Jahrzehnten nicht mehr vorgekommen sei.“

    Quelle: https://www.nbcnews.com/news/us-news/know-harvard-professor-francesca-gino-tenure-revoked-data-fraud-invest-rcna209219



    Der Fall
    Beteiligt: Die renommierte Verhaltenswissenschaftlerin
    – Francesca Gino der Harvard Business School. Sie sah sich diesem Verdacht der Fälschung oder Verfälschung von Daten von Verhaltens-Studien ausgesetzt, die über die Wissenschaft hinaus Einfluss hatten.
    – Drei Wissenschaftler, die den Blog „Data Colada“ betreiben: Sie erhoben nach einer Recherche schwerwiegende Vorwürfe von Fälschung und Verfälschung von Daten. Ihr übliches und von der wissenschaftlichen Community wertgeschätzte Vorgehen: Sie machen eine Qualitätsprüfung von Studien (nach Hinweisen oder auch im Auftrag als Peer Review). Wenn sie „etwas“ finden, sind die meisten Wissenschaftler froh, dass vor der Veröffentlichung sie Fehler oder Missinterpretationen verbessern können.
    – Harvard Business School. Im Fall von Frau Gino gab es keine Reaktion. Wie dann üblich informierte Data Colda den Arbeitgeber, im Fall von Frau Gino die Harvard Business School. Diese reagierte (entsetzt) und setzte Forensiker ein, (die mögliche kriminelle Handlungen systematisch untersuchen) um die Vorwürfe zu überprüfen.
    Daraufhin verklagte Frau Gino Harvard und Data Colada auf 25 Mio$ Schadenersatz wegen übler Nachrede.

    Der Experten Bericht liegt nun vor. Pina Colada schreibt dazu am 9.7.2024:

    Im Rahmen ihrer Untersuchung verfasste Harvard einen 1.288-seitigen Bericht, in dem die Ergebnisse beschrieben wurden. Aufgrund des Gerichtsverfahrens wurde dieser Bericht veröffentlicht… Und weil er veröffentlicht wurde, wissen wir jetzt, was nach Angaben der Forscher im „ursprünglichen“ Datensatz für eine der vier Studien enthalten war: Studie 3A von Gino, Kouchaki und Casciaro (2020) [1]. Durch einen einfachen Vergleich der Original- und der veröffentlichten Version des Datensatzes können wir genau sehen, wie die Daten verändert wurden, um das veröffentlichte Ergebnis zu erzielen. In diesem Beitrag werden wir das zeigen: … Wir haben korrekt abgeleitet, wie die Daten verändert wurden.
    Ginos vorherrschende Erklärung für die Veränderungen ist extrem unplausibel.

    Quelle https://datacolada.org/118, übersetzt mit DeepL

    S2E27: Data in Doubt. Ein Verdacht und die Folgen

    Bitte beachtet: Der Fall ist ist aktuell (9.7.2024) auch mit der Feststellung der Forensiker noch nicht abgeschlossen. Bis zum Abschluß gilt die Unschuldsvermutung. 
    Angeklagt im Verfahren dazu sind Data Colada und die Harvard Business School, die Frau Gino ohne Bezüge freigestellt hat.

    Wie versprochen: Wir werden neuere Entwicklungen wie die abschliessende juristische Würdigung auf dieser Blog-Site achwas.fm berichten. 

    Quellen

    Neuer Artikel nach Veröffentlichung des Podcast

    https://datacolada.org/118

    “Here’s the Unsealed Report Showing How Harvard Concluded That a Dishonesty Expert Committed Misconduct”
    https://statmodeling.stat.columbia.edu/2024/03/14/heres-the-unsealed-report-showing-how-harvard-concluded-that-a-dishonesty-expert-committed-misconduct

    Im Podcast erwähnte Beiträge

    Chronicle of Higher Education (Der Chronicle bezeichnet sich als  „unangefochtener Marktführer im Hochschuljournalismus“ der USA). Er berichtete als erster am 16.Juni 2023 von den Vorwürfen an Francesca Gino.
    Liste der Artikel zur Causa Francesca Gino
    https://www.chronicle.com/search?q=gino&s=1

    Data Colada Blog. Überprüft Studien, gibt Hinweise, erstellt Tools zum Checken der Daten vor Veröffentlichung.
    Zur Feedback Kultur: „Our policy is to share drafts of blog posts that discuss someone else’s work with those authors to solicit feedback, 7 days before the posts go live. In an ideal world, researchers will read these drafts and give us feedback about what they think we should change.
    We don’t want to post anything inaccurate, misleading, confusing, snarky, or poorly worded.“

    http://datacolada.org

    Website von Francesca Gino Verteidigungsschrift
    Ihr Statement: „Let that correction begin with this simple and unambiguous statement: I absolutely did not commit academic fraud.„
    https://www.francesca-v-harvard.org


    Artikel in der New York Times 30.9.23 / update 2.10.23
    „The Harvard Professor and the Bloggers“: When Francesca Gino, a rising academic star, was accused of falsifying data — about how to stop dishonesty — it didn’t just torch her career. It inflamed a crisis in behavioral science. (Paywall)
    https://www.nytimes.com/2023/09/30/business/the-harvard-professor-and-the-bloggers.html?smid=nytcore-ios-share&referringSource=articleShare

    NZZ 8.7.23 Der tiefe Fall von Francesca Gino: Die Harvard-Professorin verdiente Millionen mit ihrer Forschung über Ehrlichkeit – bis sie über die eigene Unehrlichkeit stolperte https://www.nzz.ch/wirtschaft/francesca-gino-harvard-professorin-verdiente-millionen-mit-ihrer-forschung-ueber-ehrlichkeit-bis-sie-selbst-betrog-ld.1746326

    Behavioral Scientist: „Harvard Professor Under Scrutiny for Alleged Data Fraud“ 30.8.23.
    „Amid Uncertainty About Francesca Gino’s Research, the Many Co-Authors Project Could Provide Clarity“
    Einordnung, was die Vorwürfe für die Wissenschaftler bedeuten, mit denen Francesca Gino zusammen gearbeitet hat. Und was insgesamt seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe in der Verhaltenswissenschaft passierte.
    https://behavioralscientist.org/amid-uncertainty-about-francesca-gino-led-research-the-many-co-authors-project-could-provide-clarity/

    Abschluß des Falls Francesca Gino muss Harvard endgültig verlassen.
    Quelle: https://www.nbcnews.com/news/us-news/know-harvard-professor-francesca-gino-tenure-revoked-data-fraud-invest-rcna209219

    Studie: Vergleich einer Metastudie über Nudging-Erfolge und den Ergebnisse von zwei Real World Nudge Units in den USA (23. Mio. Fälle)
    Stefano DellaVigna, Elizabeth Linos: „RCTs to Scale: Comprehensive Evidence from Two Nudge Units“ 
    Berkeley Juli 2020
    https://eml.berkeley.edu/~sdellavi/wp/NudgeToScale2020-07-06.pdf

    Folgenbild

    Die Gedanken zum Folgenbild: Auch wenn die Beweislast erdrückend scheint, ist noch kein Urteil gegen Beteiligte ergangen. Bilder von Betrügern, Gauklern, Jahrmarktszauberern schienen uns daher nicht angemessen und oberflächlich. Wir haben uns daher entschieden, ein Bild von Dall*e fabrizieren zu lassen.
    Ein verlassender Schreibtisch ist die Metapher für die Geschichte, über die wir in dieser Folge berichten.
    Dall*e vom 23.10.2023, Prompt: „in style of rodin painting of a desktop with paper covered with numbers and pencil in dark room desktop only lit by a desktop lamp“.

  • Geschichten zwischen den Kulturen

    „Der Amerikaner, der den Columbus zuerst entdeckte, machte eine böse Entdeckung!“ So spottete Georg Christoph Lichtenberg in seinen „Sudelbüchern“ (1765 bis 1799). Schon damals konnte ein unabhängig und nüchtern denkender Mensch wie er ohne Weiteres verstehen, dass die Entdeckung der neuen Welt am Ende am Ende eine moralische Katastrophe war und eine klare Einteilung in Gewinner/innen und Verlierer/innen zur Folge hatte. Die einen wurden betrogen und massakriert, die anderen kamen zu Wohlstand und vererbten den geraubten Besitz so lange ihren Kindern und Kindeskindern, bis diese endlich das Gefühl hatten, alles habe schon immer ihnen gehört.

    Gut, wir geben zu; das ist lange her und eigentlich gelaufen – vielleicht abgesehen von einigen Finanzfonds oder Förderprojekten für indigene Kulturen, mit denen sich die Ur-Enkel der Täter von damals ihr Gewissen erleichtern. Aber wie verhält sich das heute, im Zeitalter der Globalisierung? Gibt es noch so etwas wie Kulturen, sind wir nicht alle digital gleichgemacht?

    Die Anwort kann man einfach und mit Sicherheit geben: nein! Zwei Jahrzehnte Browser, Social Media und Suchmaschinen konnten Jahrhunderte kultureller Entwicklung und Identität noch nicht egalisieren. Noch sind die gewachsenen Unterschiede zwischen Ethnien und Subkulturen größer als die narkotische Wirkung von You-Tube und TikTok. (Ehrlich gesagt: Wir hoffen, das das so bleibt, denn auch im im dritten Jahrtausend scheint uns kulturelle Diversität ein Garant fürs Überleben zu sein.)

    In unserer Podcast-Episode gehen wir der Frage nach, mit der sich Anthropologen und Ethnologinnen schon lange beschäftigen: Gibt es so etwas wie universelle Begriffe, mit denen wir alle Kulturen beschreiben und vergleichen können? Wir beschreiben eines der Modelle, die in diesem Kontext entwickelt wurden: die kulturellen Dimensionen des niederländischen Anthropologen und Sozialpsychologen Geert Hofstede:

    1. Machtdistanz (Power Distance Index, PDI): In Kulturen mit hoher Machtdistanz wird erwartet, dass Macht ungleich verteilt ist, und diese Ungleichheit wird als normal angesehen.
    2. Individualismus vs. Kollektivismus (Individualism, IDV): In individualistischen Gesellschaften werden individuelle Rechte und Freiheiten betont.
    3. Maskulinität vs. Femininität (Masculinity vs. Femininity, MAS): Maskuline Kulturen betonen Wettbewerb, Leistung und Erfolg.
    4. Unsicherheitsvermeidung (Uncertainty Avoidance Index, UAI): Kulturen mit hoher Unsicherheitsvermeidung versuchen, Unsicherheit durch strenge Regeln und Glaubenssysteme zu minimieren.
    5. Langzeit- vs. Kurzzeitorientierung (Long-Term Orientation, LTO): Kulturen mit einer langfristigen Orientierung planen für die Zukunft und zeigen Respekt für Tradition.
    6. Genuss vs. Zurückhaltung (Indulgence vs. Restraint, IVR): Indulgente Kulturen erlauben Freizeit und Genuss, während zurückhaltende Kulturen diese Bedürfnisse durch strenge soziale Normen regulieren.

    …und dann kümmern wir uns neben allerlei anekdotischen Anmekungen über kulturelle Missverständnisse um die Frage, was das mit dem Internet zu tun haben könnte. „Culturability“ und „kulturelle Marker“ sind in diesem Zusammenhang zwei interessante Stichworte. Aber wir beschäftigen uns auch mit der Frage, wie die neuen Möglichkeiten, die das Netz bietet, für interkulturelle Forschung genutzt werden.

    Die Quellen zur Episode

    • Eine wirklich GROSSE Artikelsammlung zum Thema Kulturpsychologie: The Online Readings in Psychology and Culture (ORPC) is designed to serve as a resource for researchers, teachers, students, and anyone who is interested in the interrelationships between Psychology and Culture. https://scholarworks.gvsu.edu/orpc/contents.html

    zum Episodenbild:

    Der französische Maler Paul Gaugin (1848-1903) war einer der berühmtesten Reisenden zwischen den Kulturen. Während seiner Aufenthalte auf Tahiti malte er Einheimische – meist weibliche Modelle – und kolorierte die Bilder so, wie er sich den Klang der Karibik vorstellte. Allerdings war schon damals nicht mehr viel dran, am Traum von der Südsee. Viele Einwohner/innen der Insel waren verarmt und arbeitslos – aber immerhin: sie waren christianisiert! Das Episodenbild wurde 1988 oder 1889 gemalt und hängt heute in der schottischen Nationalgalerie.

    Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Paul_Gauguin_134.jpg

  • Microsoft greift an! Das Strategische Kochbuch.

    S2 E25. Stellen Sie sich einmal vor, sie möchten im Web und mit dem Web Geld “machen”. Richtig viel und dabei den Großen im Web auch in die Parade fahren. 

    Was könnte das Geschäftsmodell sein, wonach strebt die Wirtschaft – nicht nur im Web? Genau. Daten. Daten sind bekannterweise wie Wind und Sonnenenergie – stetig und unendlich verfügbar und noch besser: Mehrfach verwendbar. 

    Wobei “Daten” noch kein Geschäftsmodell sind, sondern erst mal beschafft werden müssen, dann rumliegen und Energie verbrauchen – oder verarbeitet werden, möglichst schlau um “was damit zu machen”. Eine Idee muß also her. Oder man hat diese Idee und bschafft die Daten: Eine Idee – die hat Microsoft: sehr wertvolle Daten sind die, die beim Geld verdienen helfen. Im Web wären das genau wie ausserhalb: Daten die Werbung zielgenau werden lassen.

    Das Strategische Kochrezept. Man vergleiche sich mit dem Alphatier. Ob die Orientierung an „Best in Class“ jemals jemanden selbst die Nummero 1 werden lies, steht auf einer anderen Page.
    Dann kauft man sich alles, was das Alphatier hat und versieht es mit magischer Sauce und ist fortan selber der oder die Gejagte? Ob das eine gute Wette sein wird?
    Wir haben auch für diese Folge genauer hingeschaut und tiefer gegraben, betrachten unter anderem Microsoft, Google und Xandr. Falls Sie die letztgenannte noch nicht kennen: Wir klären Sie auf und betrachten in einem Exkurs dafür eine komplett andere Branche, wo ein ähnliches Kochrezept eine Traumhochzeit zu einer toxischen Arbeitsbeziehung werden lies.

    Quellen

    Google erklärt, was Google weshalb tut
    https://about.google/how-our-business-works/

    Microsoft’s Presseartikel zum „Neuen Bing“
    https://news.microsoft.com/de-de/chatten-mit-bing-4-tipps-fuer-mehr-produktivitaet-und-kreativitaet-im-arbeitsalltag/

    Eine Serie von Meldungen zum „Neuen Bing“ findet sich in einem Beitrag von Martin Geuß auf dem Forum „drwindows“. Darunter dieser meinungsstarke Kommentar.
    https://www.drwindows.de/news/kommentar-das-neue-bing-hat-killerpotential-es-toetet-das-freie-internet

    „Wie eng uns Datenhändler auf die Pelle rücken“ heisst der von uns analysierte Artikel von Netzpolitik.org zum Thema Microsoft und Xandr. https://netzpolitik.org/2023/europa-vergleich-wie-eng-uns-datenhaendler-auf-die-pelle-ruecken/
    „Für Online-Werbung wollen Datenhändler genau wissen, wie viel Geld wir haben, wie viele Kinder, welche Gebrechen. Unsere große Datenrecherche zeigt die Dimension des brisanten Geschäfts erstmals im EU-Ländervergleich. Fachleute sprechen von einer „Katastrophe“.

    Zur eigenen Recherche hat Netzpolitik.org den Link zur Xandr Tabelle im Artikel eingebunden. https://web.archive.org/web/20230525225839/https://docs.xandr.com/en-US/bundle/monetize_monetize-standard/page/topics/data-marketplace-buyer-overview.html

    Forbes beschreibt die Situation deutlich: „The AI Wars Between Microsoft And Google: 8 Lessons For Entrepreneurs“. Und beschreibt das Vorgehen und die dahinter stehende Strategie in einem 8 Punkte Programm:
    https://www.forbes.com/sites/dileeprao/2023/09/21/the-ai-wars-between-microsoft-and-google-8-lessons-for-entrepreneurs/?sh=7b3b0546a581

    Episodenbild

    Ein Blick direkt in die Küche der Renaissance. Die Anwesenden scheinen sich gütlich zu tun an einem großen Ricotta und wirken wenig einladend. So als ob sie nichts vom Ricotta abgeben wollten. Da bleibt wohl nichts weiter, als es selbst zu probieren, ein Stück vom Markt, pardon, Käse, zu ergattern. 

    Das Bild heisst „I mangiatori della ricotta“ (Die Ricotta Esser) und wurde um 1580 gemalt von ⁠Vincenzo Campi⁠  (1536–1591). Campi war für seine Genre Bilder bekannt, Bilder aus dem Leben der „einfachen Menschen“ ähnlich denen der flämischen Maler, deren Werke bereits einigen unserer Episoden ihre Visualisierung verdanken. 

    ⁠https://en.wikipedia.org/wiki/Vincenzo_Campi#/media/File:The_Ricotta_eaters-Vincenzo_Campi-MBA_Lyon_H673-IMG_0324.jpg⁠

  • Jumping To Conclusion – Verschwörungstheorien II.

    Angesichts der immer weiter grassierenden – meist toxischen – Wirkung von Verschwörungstheorien nehmen die neuro-, psycho-, sozio-, techno- interdisziplinären Anstrengungen, dieses Phänomen irgendwie zu erklären und hoffentlich zu bremsen, permanent zu. Dabei gewinnt man den Eindruck, dass die Wissenschaft im Wettrennen nicht gerade die Nase vorn hat…

    In dieser Folge von achwas.fm geht es trotzdem (oder deshalb) genau darum: Was gibt es bisher an konkreten Fakten zum Thema? Wir arbeiten das Thema durch und gelangen auf unserer Reise durch die Wissenschaft von Unterschieden zwischen Verschwörungstheorien und paranoiden Wahnvorstellungen (Spoiler: es gibt kaum welche), verschwörungsförderlichen Persönlichkeitseigenschaften und Denkfehlern bis zu den Methoden, mit denen man Verschwörungstheoretiker/innen vielleicht beikommen kann. Was dabei auffällt ist, dass Menschen, die an Verschwörungstheorien glauben, auf eine bestimmte Art wie „Du und ich“ sind. Wie das sein kann? Nun: wenn ich einmal von etwas überzeugt bin, mache ich mir nicht mehr übermäßig viele Gedanken darum. Die Erde ist rund, Elvis ist mausetot, Nine-Eleven war ein schrecklicher Terroranschlag, die USA sind 1969 auf dem Mond gelandet, es gibt natürlich keine Reptilienmenschen undsoweiterundsofort. Anscheinend sind unsere verschwörungsgläubigen Mitmenschen von ihren abwegigen Vorstellungen genauso überzeugt, sodass sie dann kurzerhand zu Denken aufhören. „Jump to Conclusion“ nennt man diese Vorwegnahme von Schlussfolgerungen, also nicht Nachdenken, nicht Hinterfragen, nicht ein zweites Mal Hinsehen.

    Was uns aus unserer Recherche am meisten beeindruckt hat: Es geht gar nicht ums Klingenkreuzen mit haarscharf formulierten Argumenten, nach dem Motto: wer die besseren Argumente hat, gewinnt! Nein, die Forschung legt nahe, dass es schon längst zu spät ist, wenn man mit dem Faktencheck beginnt. Wer glaubt, der glaubt. Wer verhindern möchte, dass größere Teile unserer Gesellschaft irgendwann jeden Mumpitz glauben, der ihnen in einschlägigen Kanälen von Pseudo-Expert/innen und Evangelist/innen präsentiert wird, muss vorher anfangen: in der Schule. Was Hänschen oder Gretchen nicht anzuzweifeln lernen, zweifeln Hans oder Grete nimmermehr. Wir vermeiden es ausdrücklich, darüber nachzudenken, was Lehrermangel und ein marodes Schulsystems in diesem Zusammenhang bedeuten könnten.

    Quellen:

    • Die Studie zum „Jump to Conclusion Bias“, der dieser Folge den NAmen gegeben hat, finden man in folgender Quelle: Pytlik, N., Soll, D., & Mehl, S. (2020). Thinking preferences and conspiracy belief: Intuitive thinking and the jumping to conclusions-bias as a basis for the belief in conspiracy theories. Frontiers in psychiatry, 11, 568942.
      https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyt.2020.568942/full
    • Der aktuelle Übersichtsartikel zur Intervention, den wir zusammenfassen: O’Mahony, C., Brassil, M., Murphy, G., & Linehan, C. (2023). The efficacy of interventions in reducing belief in conspiracy theories: A systematic review. Plos one, 18(4), e0280902.
      https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0280902&s=03
    • Einer der besten und umfassendsten Zusammenfassungen zum Thema und unsere Leseempfehlung für alle, die einen breiten Überblick suchen, ist – nicht ganz zufällig – in „Political Psychology“ erschienen. Douglas, K. M., Uscinski, J. E., Sutton, R. M., Cichocka, A., Nefes, T., Ang, C. S., & Deravi, F. (2019). Understanding conspiracy theories. Political psychology, 40, 3-35.
      https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1111/pops.12568?ref=quillette

    Das Bild zur Episode

    Seit Jahrhunderten arbeiten sich Verschwörungstheoretiker/innen an der Ikonographie rund um die Staatssymbole der Vereinigten Staaten von Amerika ab. Es ist aber auch zu verlockend. Wenn wir einmal davon absehen, dass das Washington Monument in einer Box aus einem unbekannten Metall Inschriften für (…oder von?) Außerirdische(n) enthält, dass hierbei obendrein die Illuminati, Reptilienmenschen, MacDonalds oder die CIA federführend waren (Moment, ist das alles nicht das Gleiche?) , dann ist da noch dieses Staatssiegel, das sich schon dadurch verdächtig macht, dass auf ihm irgendwas Lateinisches steht (…sehr verdächtig!). Und dann ist da noch das allsehende Auge Gottes abgebildet. Was will man mehr?

    Bildquelle:
    https://commons.wikimedia.org/File:Dollarnote_siegel_hq.jpg

    Wer sich genauer informieren möchte, es gibt natürllich eine umfangreiche Website mit allen Details rund um das US-Siegel: http://www.greatseal.com/mottoes/coeptis.html