Kategorie: Politik

  • #WissPodWeihnacht 13

    #WissPodWeihnacht 13

    Gurke, Traube & The First Nations

    Diese weihnachtlich-angehauchte Folge ist das Türchen #13 im Wisspod-Adventskalender. Und alle 24 Folgen findet ihr unter dieser URL: https://wissenschaftspodcasts.de/themenseiten/wisspod-adventskalender-2025

    S03E1324 Wir erzählen zwei Geschichten, die den Brauch des Schenkens – auch zu Weihnachten – auf vielleicht ungewohnte Weise beleuchten.

    1. Lieber keine Gurke in der Hand als die Traube auf dem Dach!

    Verhalten als Austausch

    Fast alle Interaktionen zwischen Menschen enthalten eine Komponente von Geben und Nehmen.
    – Ich gebe Dir 45,21 Euro, dafür gibst Du mir 26,75 Liter Benzin.
    – Ich verzichte auf etwas, dafür bekomme ich Anerkennung.
    – Ich helfe dir beim Umzug, dafür hilfst du mir beim Renovieren.
    – Ich höre Dir zu, dafür hörst Du mir auch zu.
    – Ich liefere dir Daten, dafür bekomme ich kostenlose Dienste.
    – Ich poste ein Bild, dafür bekomme ich Likes.
    – Ich arbeite acht Stunden am Tag, dafür bekomme ich ein Gehalt.
    – Ich ziehe Dich groß und ernähre Dich, dafür zahlst Du meine Rente.

    Versucht man menschliches Verhalten zu verstehen oder zu erklären, bietet sich also der Begriff des Austauschs als erklärendes Moment. Tatsächlich gibt es gleich mehrere Austausch-Theorien, die jegliche menschliche Entscheidung in ein Kosten-Nutzen-Kalkül einpassen. Die älteste stammt von George Caspar Homans, dem Begründer der „Behavioral Sociology“ und einer der Hauptvertreter dieser Idee. Seine grundlegende Veröffentlichung dazu erschien 1958 mit dem Aufsatz „Social Behavior as Exchange.“

    Auch Weihnachten in einer typischen Familie ist in gewisser Weise nichts anderes als ein komplexer Austausch von materiellen und immateriellen Gütern. Die Kinder investieren Wohlverhalten (…sind „brav„) und vielleicht selbstgebastelte Geschenke, dafür erhalten sie Geschenke mit einem bestimmten materiellen Wert, die sie sich selbst nicht leisten könnten. Der Zauber der heiligen Nacht wird durch diese merkantile Betrachtungsweise zwar etwas gedämpft, aber nüchtern betrachtet trägt sie sehr weit, wenn man die verschiedenen glücklichen oder unglücklichen Situationen, die wir alle Heiligabend erleben, verstehen will.

    Gerechtigkeit

    Ein Bescherabend ist ja ein Geben und Nehmen, und nur wer ausreichend gibt, kann damit rechnen, in gleichem Maß nehmen zu können. Ein zweiter Gedanke, der dann unweigerlich ins Spiel kommt, ist: Gerechtigkeit. Wurden Torben und Pauline denn auch gleich behandelt? Man merkt es an der Laune und an der Kooperationsbereitschaft, die sich nach der Bescherung einstellen. Haben die Eltern es richtig gemacht, fühlt sich der Nachwuchs im gleichen Maß belohnt und beschenkt. Wenn man es falsch gemacht hat, fühlt sich ein Sprössling ungerecht behandelt und als Folge wird auch der Eifer beim Tischdecken und Aufräumen entsprechend bescheiden ausfallen – ganz zu schweigen von Wut und Tränen.

    Ergänzt man die Idee des Austauschs durch die – dem gesunden Menschenverstand eigentlich sehr plausible – der Gerechtigkeit, erhält man also einen zweiten theoretischen Rahmen, der unter dem englischen Begriff für Gleichheit oder Fairness gehandelt wird, nämlich „Equity“. Auch hier zitieren wir den Gründervater des entsprechenden Theoriegebäudes, den Organisations- und Sozialpsychologen John Stacy Adams:

    Für den Deep Dive in die Thematik eignet sich dieser vielzitierte Beitrag von Ernst Fehr und Klaus M. Schmidt aus dem Jahr 2006:

    Inequity Aversion im Tierversuch

    Tritt die angedeutete Situation ein, dass verschiedene Protagonisten ungerecht belohnt oder bezahlt werden – sagen wir es ganz abstrakt -, dann haben wir es mit „Inequity“ zu tun. Und wer hierauf negativ reagiert, zeigt ein Verhalten, das man „Inequity Aversion“ nennt. Wir wissen, wovon wir reden, denn wir alle sind schon einmal unfair behandelt worden und haben darauf mit Frustration und Ärger reagiert.

    Weihnachten ist in dieser Hinsicht ganz besonders gefährlich, denn es gibt kaum eine Situation, in der wir das, was wir einer schenkenden Person im wahrsten Sinn des Wortes „wert“ sind, so direkt miteinander vergleichen können. Socken, Diamant-Armbänder, Action-Figuren, Bücher, Playstations, Krawatten, selbstgemalte Bilder gelangen in eine komplexe Berechnung, in der nicht nur der materielle oder immaterielle Wert, sondern auch der zur Erlangung des Geschenks erforderliche Aufwand und der Nutzen für die beschenkte Person miteinander in Beziehung gesetzt werden. Das Ergebnis ist Entzücken, Überraschung, Enttäuschung, Wut – je nachdem wie die Kalkulation ausällt.

    Wenn solche grundlegenden Dinge verhandelt werden, interessieren natürlich immer auch Tierversuche, in denen Wale, Heuschrecken oder auch Pantoffeltierchen mit Modell-Situationen konfrontiert werden, die eine Analogie zu den komplexen „typisch menschlichen“ sind. Eine Leistung gilt dann als umso grundlegender, wichtiger und stärker biologisch verankert, je mehr Tierarten sich analog verhalten – eine einleuchtende Überlegung.

    Der niederländische Verhaltensforscher Frans De Waal hat sich hier besondere Verdienste erworben. Sein Lebenswerk und seine Schlussfolgerungen hat er in einem Buch mit dem vielsagenden Titel „Are we smart enough to know how smart animals are?“ zusammengefasst.

    Also: gibt es „Inequity Aversion“ bei Tieren? Kurze Antwort: ja. Längere Antwort: Es kommt auf die Tierart an. Primaten (v.a. Schimpansen) und Krähenvögel sind nachweislich empfindlich, wenn es unfair zugeht, genauso aber auch Elefanten und Delfine. Es scheint, dass eine gewissen Hirngröße und das Leben in einem sozialen Verband zusammenkommen müssen, damit Inequity Aversion entwickelt wird.

    In den legendären Experimenten, die am Anfang der Forschung zur Inequity Aversion (und im Mittelpunkt unserer Podcastfolge zum Wisspod-Adventskalender) stehen, wurden Kapuzineraffen untersucht:

    …und natürlich werden wir uns hüten, an dieser Stelle zu verraten, was bei diesem legendären Experiment geschah. Immerhin so viel können wir verraten: Es hatte sehr viel Ähnlichkeit mit einer weihnachtlichen Bescherung.

    Noch ein Tipp zum Zugucken: Frans de Waal zeigt in einem TED-Talk eben dieses legendäre Experiment, in dem ein Kapuzineraffe ziemlich schlecht gelaunt auf eine ungleiche Entlohnung reagiert.

    Genauso plausibel und menschlich: Inequity Aversion ist besonders ausgeprägt, wenn ein hoher Aufwand erforderlich war, um die Belohnung zu ergattern. dies berichten:

    Für den Deep Dive empfehlen wir hier den sehr gut zusammengestellten Artikel der englischsprachigen Wikipedia:

    2. Eine Einladung zum Potlatch bei den Kwakwaka’wakw

    Der Austausch von Geschenken sollte nicht nur zu Weihnachten gerecht und angemessen sein. Ganz drastisch wurde uns das von Frans de Waal gezeigt.
    Die Ethnologie erlaubt uns einen Blick auf eine soziale und, überraschend andere, zukunftsweisende Schenk-Tradition aus der Geschichte der First Nations aus Bakiotl (nun British Columbia , Nord Kanada). Wir haben uns mit dem Potlatch beschäftigt – auch geschrieben Potlach; gesprochen „potlätsch“.
    Kein einfaches Unterfangen – so faszinierend dieser Brauch ist, so unterschiedlich prägte die kulturelle Herkunft den Blick.
    Wir haben uns daher hauptsächlich die Geschichte aus der Sicht der Kwakwaka’wakw (auch „Kwakiutl“), einem Stamm der First Nations, erzählen lassen.

    Der Ursprung des Potlatch

    „Das Volk der Kwakwaka’wakw wanderten aus dem unwirtlichen Nordosten Sibiriens in ein Land, das sie „Bakiotl“ nannten. Voller Freude und Dankbarkeit ob der Fülle an Fisch, Fleisch, Beeren, Kräutern, Holz als Baumaterial für Kanus, ihre Langhäuser und rituelle Artefakte (Totempfähle) und dem angenehmeren Klima feierte man Feste der Dankbarkeit, an denen man die eigene Geschichte lebendig werden lies und wohlwollend der Ahnen gedachte.

    Eine Tradition entsteht
    Aus den Freuden-Festen entwickelte sich die Tradition des Potlatch, einem Fest des Schenkens. Potlatch ist ein Wort der pazifischen Nordwestregionen von Kanada und Amerika aus der universellen Handelssprache Chinook und bedeutet „Gabe“ oder „Geschenk“.
    In diesem Vererbungsritual wurden noch zu Lebzeiten der „Erblasser“ Namen, Privilegien, Masken, Schnitzereien, Totempfähle und Rituale weitergegeben.

    Auch spirituelle Handlungen, Lieder, Tänze und Methoden der Heilung wurden öffentlich gemacht. All‘ das sollte die Kontinuität zwischen der Welt der Ahnen, der Gegenwart und Zukunft sicherstellen.
    Die Anwesenheit hochrangiger Zeugen aus anderen Stämmen legitimierte diese Kontinuität: Diese konnten bezeugen, dass „alles mit rechten Dingen“ zugegangen war; dass die Erben rechtmäßig eingesetzt waren.
    Das wir keine Vererben von Land mit aufführen hat den Grund in der Regel dass Land nicht vererbbar war, sondern von Jedermann/-frau zu nutzen sein sollte.

    Das Ende des Potlatch?

    Ein vernünftiges und rauschendes Fest, wie es scheint.
    Einen ersten auch visuellen Eindruck gewinnt man auf der Website einer Wander- Ausstellung zum Thema: DIE MACHT DES SCHENKENS. DER POTLACH IM GROSSEN HAUS DER KWAKWAKA´WAWK FIRST NATION. Ausstellung zu Geschenk-Kulturen und Verschwendungs- Ökonomien.
    https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/projekte/bild_und_raum/detail/der_grosse_potlatch.html

    Moment – was sind Verschwendungs-Ökonomien? Etwa der durch überbordende Geschenke Rituale zu Weihnachten getriebene Tsunami von „eitlem Tand“ und „unnützem Zeugs“?
    Nun, es gibt eine deutliche Differenz zwischen den Erzählungen der indigenen Bevölkerung und denen der eingewanderten Europäer, was denn nun ein Potlatch sei.
    Die übereinstimmenden Erzählungen der Kwakiutl zeigen: Grundlegend war die Idee, „etwas“ zu nutzen, aber nicht auf ewig (z.B. in der Familie) zu „besitzen“. Auch wollte man Erbstreitigkeiten verhindern und friedlich weiter gut leben, alles Wissen und Können, den gesamten Besitz zum Wohle aller weiter zu gegeben an die nächste Generation.
    In den Augen der eingewanderten, überwiegend protestantisch-calvinistisch geprägten Christen war das gotteslästerlich, höchst unvernünftig oder sogar geisteskrank. Beweis: Die Schenkenden gäben ja „alles“ weg, scheinen sich „in den Ruin geschenkt“ zu haben.

    Politiker und Missionare erklärten daher den Potlatch als das eigentliche Hindernis für die Christianisierung des Volkes der Kwakwaka’wakw. Weil christliche Missionare und Politiker die Tradition so gründlich missverstanden, fand er ein vorläufiges Ende und wurde im Jahr 1884 in Kanada verboten und kriminalisiert.
    Das Kulturerbe, einschliesslich von zum Teil über 300 Jahre alten Artefakte wurden beschlagnahmt, verschenkt, verkauft und konnten nur zum Teil in Museen gerettet werden.

    Potlatch und Weihnachten

    25.12.1921 Die Nähe von Potlatch und Weihnachten wird deutlich, als die Kwakwaka’wakw im Dorf Mimkwamlis (Village Island), 300 km nordwestlich von Vancouver, einen verbotenen Potlatch feierten. Mitveranstalter war der Chief (Häuptling) Cranmer.
    https://vancouversun.com/news/local-news/this-week-in-history-1921-mass-arrests-at-kwakwakawakw-potlatch-took-place-christmas-day

    Grandmother Gloria Cranmer Webster, eine Nachfahrin des Häuptlings Cranmer erzählt über diese Tradition der Vorfahren in diesem Video:
    Kwakwaka’wakw – The Potlatch Cermony & Traditions.

    https://www.youtube.com/watch?v=a_BE8dLDhVY


    Weil immer noch kolonialistisch geprägte Versionen durchs Web irrlichtern, sollte man auf sich mit wachem Blick den Quellen nähern.
    Empfehlenswert sind weitere Videos auf Youtube als Quelle.

    Mehr Informationen über den Potlatch und die First Nations gibt es bei: Kenneth Greg Watson: [_Native Americans of Puget Sound — A Brief History of the First People and Their Cultures._][1]
    HistoryLink.org, 29. Juni 1999.
    http://historylink.org/index.cfm?DisplayPage=output.cfm&file_id=1506

    Nahm der Bann des Potlatch ein Ende? Erst 1951 wurde die Kriminalisierung aus dem „Indian Act“ gestrichen. 1953 fanden erste Potlatches wieder statt, bei denen man die Sprache und Traditionen der First Nations wieder aufleben ließen und das alte Wissen weitergaben.
    https://www.thecanadianencyclopedia.ca/en/article/potlatch

    Überraschend kenntnisreich auch die englische Fassung der Wikipedia:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Potlatch

    Das waren: Zwei Geschichten, die sich mit Schenken und Geschenken beschäftigen. 

    Die erste Geschichte aus der Verhaltenswissenschaft offenbart eindrücklich, wie wichtig und universell Fairness und Gerechtigkeit im Zusammenleben, auch bei Belohnungen und beim Schenken sind. 
    Also Obacht beim Schenken zum Fest. Heftige Reaktionen der Beschenkten sind nicht ausgeschlossen. 

    Die zweite Geschichte stammt aus der Ethnologie. Sie macht deutlich, wie das Unverständnis einer fremden (Schenk-) Kultur wirkmächtig (fast) zum Untergang derselben führt. 
    Man sollte verstehen, weshalb Menschen und Kulturen schenken: es kann eine andere Bedeutung haben, als man annimmt.


    Folgenbild

    Auch umfangreiche Recherchen gaben aus dem riesigen Fundus von Zeichnungen und Gemälden nichts her für ein passendes Folgenbild.
    Aber natürlich bietet das 21. Jhd. jegliche Unterstützung Bildgenerierender Modelle.
    Das Folgenbild stammt aus dem virtuellen Pinsel von Googles Gemini.
    Der Prompt* das Bild „Im Stile von René Margritte“ zu erstellen zauberte überbordende Trauben auf ein Dach, einen von einer ganzen Gurke enttäuschten Primaten und einen das Ganze freundlich betrachtenden Mann der First Nations in eine Illustration.
    Das Weihnachts-„Easteregg“ finden aufmerksame Betrachter:innen an einer exponierten, aber unerwarteten Stelle als Hommage an René Margritte.
    *Danke für den Prompt an Henry.


  • Die AI Blase platzt – zu hohe Kosten, niedrige Erträge

    Die AI Blase platzt – zu hohe Kosten, niedrige Erträge

    Staffel 3, Episode 13.
    Am aktuellen KI Wirbel geht kein Weg vorbei – und die Meinungen auseinander. Jeder und jede kann es, das Prompten, oder müsste es können, um nicht von denen ausgestochen zu werden, die es in 3 Wochen-Kursen gelernt haben.
    Oder wie eine von mir sehr geschätzte Person von KI-überzeugter Seite zu hören bekam: „Klar, KI wird dich nicht ersetzen – aber diejenigen werden es tun, die KI können!“ Sehen wir und hören wir, was da aktuell rumort. Und dann wem Hören und Sehen vergeht.

    Das ist eindeutig – und weißt auf einen gigantischen Markt für die Anbieter der KI hin. Und für Ausbildungen in KI. Und für Menschen, die mit KI endlich schneller, besser und weiter kommen.
    Aber ist es wirklich so, wie es dargestellt wird: Angst und Gier tanzen fröhliche Urstände, will doch jede und jeder bessere Liebesmails, eigene Werbetexte, Webseitentexte, passende Bewerbungen schreiben lassen. Mit Ideen, auf die man selbst nicht kam. Aber ganz authentisch „Ich“ sind. Es empfiehlt sich, zumindest den generierten Text auswendig zu lernen für das das Date oder das Bewerbungsgespräch. Oder für das Gespräch mit den gewonnenen Kunden das Beherrschen der KI zu einem Super Mega USP (Unique Selling Proposition, Alleinstellungsmerkmal) hochzujazzen und auf Verständnis zu hoffen, dass man das von seinem Laptop und einem 20$ Abo für ein „Großes Sprachmodell“ von einer „Generativen KI“ erledigen lässt, was man da anpreist.


    So toll es klingt. eine Studie des MIT kommt zu dem Schluss, das 95 % der Unternehmen noch keine messbaren finanziellen Erträge aus ihren Investitionen erzielen konnten“.
    Und weiter, eine Meldung vom 6.11.2025 „Neue Daten zeigen, dass Unternehmen ehemalige Mitarbeiter wieder einstellen, da KI hinter den Erwartungen zurückbleibt. Ein wiederkehrender „Entlassungs-Bumerang“ trotz KI-Investitionen der Unternehmen“. (2)
    Momentan scheint es was für Privatmenschen und wenige Branchen zu sein:

    Und genau diese „Generativen KIs“ sollen toxisch für die Wirtschaft werden.
    Im Podcast erklären wir, was es braucht um eine Maschine für Generative KI zu betreiben. Und was man aus diesem Betrieb erlösen kann.
    Aber von Anfang an, worum geht es in dieser Folge: Am 25. September 2025 veröffentlichte Techspot eine Notiz der Deutschen Bank ann Ihre Kunden. Aufmerksame Leser:innen lasen die folgende Titelzeile: „Die KI-Blase ist das Einzige, was die US-Wirtschaft aktuell zusammenhält“.

    Der Vollständigkeit halber mehr des Textes(Quelle 1):
    „Laut einer kürzlich von der Deutschen Bank an ihre Kunden versandten Forschungsnotiz trägt der KI-Boom derzeit dazu bei, dass die US-Wirtschaft eine Rezession vermeiden kann, aber er (der Boom, HWK) kann nicht unbegrenzt anhalten. George Saravelos, Global Head of FX Research bei der Deutschen Bank, sagte, dass die USA in diesem Jahr kurz vor einer Rezession stünden, wenn die großen Technologieunternehmen nicht so viel Geld in den Aufbau neuer KI-Rechenzentren investieren würden. (Übersetzt mit DeepL).

    9.10.2025 „Die Bank of England und der IWF (internationale Währungs Fonds) warnen vor einer KI-Blase, die Ähnlichkeiten mit dem Dotcom-Crash von 2000 aufweist – Goldman Sachs mahnt jedoch, dass wir „noch nicht“ so weit sind.“ Übersetzt mit DeepL

    Original: „Bank of England, IMF, warn AI bubble risk has shades of 2000 dotcom crash — Goldman Sachs cautions we’re not there ‚yet’“
    https://www.tomshardware.com/tech-industry/bank-of-england-imf-warn-ai-bubble-risk-has-shades-of-2000-dotcom-crash-goldman-sachs-cautions-were-not-there-yet

    Zu Peter Thiel
    Wikipedia gibt einen guten Überblick und verlinkt valide Quellen
    https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Thiel

    Quellen

    (1) Techspot.com 27.09.2025 The AI bubble is the only thing keeping the US economy together, Deutsche Bank warns. When the bubble bursts, reality will hit far harder than anyone expects.

    https://www.techspot.com/news/109626-ai-bubble-only-thing-keeping-us-economy-together.html

    (2) Bonus Information, nach unserer Aufnahme erschienen: Techspot.com 6.11.2025 New data shows companies are rehiring former employees as AI falls short of expectations. A rebounding „layoff boomerang“ despite corporate AI investments
    „…Her comments align with research from MIT, which shows that about 95 percent of organizations have yet to realize measurable financial returns from their AI investments. Steve Sosnick, chief strategist at Interactive Brokers, said recent spending patterns in the sector suggest that „maybe all this money is not actually being spent all that wisely.“
    Deutsch: „… Ihre Aussagen stimmen mit einer Studie des MIT überein, aus der hervorgeht, dass etwa 95 Prozent der Unternehmen noch keine messbaren finanziellen Erträge aus ihren KI-Investitionen erzielt haben. Steve Sosnick, Chefstratege bei Interactive Brokers, sagte, die jüngsten Ausgabengewohnheiten in diesem Sektor deuteten darauf hin, dass „vielleicht all dieses Geld nicht wirklich sinnvoll ausgegeben wird“.

    (3) die oben erwähnte MIT Studie aus August 2025, Details:
    „Trotz geschätzter Unternehmensausgaben in Höhe von 30 bis 40 Milliarden US-Dollar für generative KI-Tools und -Systeme kommt ein neuer Bericht des Massachusetts Institute of Technology (MIT) zu dem Ergebnis, dass 95 % der Unternehmen noch keine messbaren finanziellen Erträge aus ihren Investitionen erzielen konnten“.

    „Während Tools wie ChatGPT und Microsoft Copilot weit verbreitet sind – mehr als 80 % der Unternehmen haben sie getestet und fast 40 % geben an, sie in gewissem Umfang einzusetzen –, steigern diese Tools eher die individuelle Produktivität als dass sie zu Gewinnsteigerungen führen. Unternehmensweite Systeme, egal ob maßgeschneidert oder von Anbietern verkauft, stoßen auf deutlich größeren Widerstand“. Übersetzt mit DeepL.
    https://www.digitalcommerce360.com/2025/08/25/mit-report-no-return-on-generative-ai/

    Folgenbild

    1637: Am 7. Februar 1637 platzt die seit zirka 1634 andauernde Tulpenzwiebelspekulation in Holland. Der Wikipedia Artikel bietet eine gute Übersicht, wie es zur Blase kam und zeigt mehrere Erklärungsstränge, wie diese dann zum platzen kam. Dabei spielten überzogene Kurse, ungerechtfertigte Preise und seltsame Verträge eine Rolle, die Bietern auf Zwiebeln die Möglichkeit gaben, gegen ca 10% der Summe auf dieses Bid zu verzichten.
    Um die Dimensionen damals aufzuzeigen: Für seltene Tulpenzwiebeln wurden Preise im Wert eines Stadthauses in Amsterdam gezahlt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tulpenmanie


    Unser Folgenbild

    zeigt das Symbol der Tulpenzwiebelblase, eine Blüte der Sorte „Semper Augustus“. Das Tulpenmuseum Amsterdam überschreibt dieses Bild folgendermaßen:

    „Die zweifellos berühmteste Tulpe der Geschichte ist die rot-weiße Semper Augustus – eine „gebrochene Tulpe“, von der eine Zwiebel während der Tulpenmanie angeblich für den Gegenwert von mehr als einem Stadthaus in Amsterdam verkauft wurde. (Übersetzung aus dem Englischen).

    Quelle: ⁠https://amsterdamtulipmuseum.com/pages/semper-augustus-most-famous-tulip⁠

  • Smartphone Bann in Schulen nutzlos.

    Smartphone Bann in Schulen nutzlos.

    S3E11 Bevor ich mit der Recherche zu diesem Thema begann, war ich ein – wenn auch skeptischer – Neo-Befürworter eines Smartphone Banns in der Schule. Meine akademische Ausbildung als Erziehungswissenschaftler sowie viele unserer Folgen legten das nahe – allerdings die mir jetzt bekannten Studien zeigen: Mit Verboten kommt man nicht weit beim Lernen.

    Wir gehen mit unseren Geschichten dem Web und den Apps auf den Grund. Allerdings hatten wir noch nie eine Reise über 26 Millionen Jahre von Erfindungen und Entdeckungen der menschlichen Spezies verfolgt.
    Die Fragestellung war: Was tun wir, um Körper und Geist zu entlasten, mehr zu schaffen mit weniger geistiger und körperlicher Arbeit. Zum Beispiel durch Werkzeuge, die uns dienen, Wissen zu erlangen und zu verbreiten.

    Eines dieser Werkzeuge ist das Smartphone, das Handy. Die Liste der Nebenwirkungen dieses Werkzeugs ist lang, aber was stimmt davon, wenn man sich näher mit den Themen beschäftigt?
    Thomas Wirth und ich haben gründlich und mit Freude
    a) eine in Augsburg durchgeführte internationale Meta Analyse über mögliche positive Auswirkungen eines Handy Verbots in der Schule auf die Schulleistung,
    b) eine europäische Pisa Begleitstudie zur selben Frage,
    c) eine britische Studie mit dem Schwerpunkt „Steigerung der Gesundheit durch ein Verbot“,
    d) eine schwedische Studie zum „Nutzen und Schaden eines Verbots“ um uns
    e) schlußendlich von einer Studie aus Irland erfrischen zu lassen, die uns half zusammen mit a) bis d) dem „Nichtsnutz Verbot“ wirklich auf die Schliche zu kommen.

    Unser Fazit: wir bieten Lösungen zum Thema an, ohne diesen Nichtsnutz.

    Quellen

    Hinweis: Wir verwenden als "Adresse" von digitalen Objekten häufig das/den DOI: DOI  (Digital Object Identifier) ist ein Tag (Ziffern Buchstaben) der auf ein Buch oder eine Webseite oider ein Dokument verweist. 
    EIn DOI ist keine URL, sondern eine permanente Adresse. Auch wenn das Objekt umzieht, wird DOI weiter drauf verweisen, und es geht nicht verloren.


    „To Ban or Not to Ban? A Rapid Review on the Impact of Smartphone Bans in Schools on Social Well-Being and Academic Performance„; Tobias Böttger and Klaus Zierer
    Philosophical-Social Sciences Faculty, University of Augsburg, 86159 Augsburg, Germany
    Educ. Sci. 2024, 14(8), 906; https://doi.org/10.3390/educsci14080906


    „School phone policies and their association with mental wellbeing, phone use, and social media use“ Victoria A. Goodyeara,v.a.goodyear@bham.ac.uk ∙ Amie Randhawaa∙ Péymane Adabc ∙ Hareth Al-Janabib∙ Sally Fentona∙ Kirsty Jonese et al 
    DOI: 10.1016/j.lanepe.2025.101211

    PISA-Begleitstudie 2022 / 2024
    In der PISA-Studie 2022 wurden begleitend Schulverwaltungen gebeten anzugeben, ob an ihrer Schule ein Smartphone-Verbot gilt [d. h. die Nutzung von Smartphones auf dem Schulgelände nicht erlaubt ist] (OECD, 2023).
    Kemp und Kollegen (2024) analysierten die Antworten und stellten fest, dass mit der Zahl der Schulen mit Handy Verbot die PISA-Ergebnisse um 9,4 Punkte sinken. Mit anderen Worten: Je höher der Prozentsatz der Schulen in einem Land, die Handys verbieten, desto niedriger ist der durchschnittliche PISA-Wert dieses Landes, besinders in den MINT Fächern (Mathe und Naturwissenschaften.
    Kemp et. al OECD. (2024). PISA 2022 Results (Volume I): The State of Learning and Equity in Education.
    PISA, OECD Publishing, Paris, 
    https://doi.org/10.1787/53f23881-en.

    Ott, T., Magnusson, A.G., Weilenmann, A. et al. 
    “It must not disturb, it’s as simple as that”: Students’ voices on mobile phones in the infrastructure for learning in Swedish upper secondary school. 2018).
    Education and Information Technologies, 23, S. 517-536. DOI:https://doi.org/10.1007/s10639-017-9615-0

    Die Studie
    Reynolds, M., Esfandiari, M., & O’Higgins Norman, J. (2025).
    Restriction or Resilience? Smartphone Bans in Schools: A Qualitative Study of the Experiences of Students.
    Online: https://antibullyingcentre.ie/publication/restriction-or-resilience-smartphone-bans-in-schools-a-qualitative-study-on-the-experiences-of-students/

    Komplette PDF dieser Studie https://antibullyingcentre.ie/wp-content/uploads/2025/06/Restriction-or-Resilience_Report_June_2025_ABC.pdf

    Bericht dazu in: Irish Times, Juni 18 2025
    https://www.irishtimes.com/ireland/education/2025/06/18/mobile-bans-in-schools-do-not-have-any-impact-on-student-grades-or-wellbeing-study-finds

    Folgenbild

    Das Folgenbild trägt die Kurzbezeichnung „Cancre“ (französisch; übersetzt mit „Störenfried“). Der Titel des Bildes  „Kind mit einer Narrenkappe“ durch den Maler bezieht sich auf die Eselsmütze des Kindes und stammt von dem französischen Maler Jean Geoffroy (1853-1924). 

    Kinder eine Mütze mit der Aufschrift „Âne“ (Esel) tragen zu lassen, war eine häufig bis ins 20.Jhd. angewandte Methode der „Schwarzen Pädagogik“ um Kinder zu demütigen, die auffällig waren.

    Jean Geoffroy malte hauptsächlich Genreszenen mit Kindern in der Schule oder im Familienkreis.
    Der Link zu wikimendia ⁠https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cancre_Jean_Geoffroy.jpg⁠

  • Polarisierung I. Das Freiheits-Paradox

    Polarisierung I. Das Freiheits-Paradox

    Natürlich: es gibt alle möglichen relevanten und interessanten Theorien, Studien und Effekte, über die man in einem „Wissenschaftspodcast zur Digitalen Transformation“ berichten kann – und viele davon haben wir schon besprochen. Doch Wissenschaft ist keine Angelegenheit von Einhörnern in Elfenbeintürmen und Wolkenkuckucksheimen, sie ist immer Teil eines historischen und gesellschaftlichen Kontexts...

    …und gerade in jüngster Zeit scheint dieser Kontext – die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, in denen die Wissenschaft betrieben wird – interessanter und relevanter als es ein einzelnes Forschungsergebnis jemals sein könnte. Spätestens mit der Corona-Krise sollte uns das klar geworden sein: Der maßgebliche Diskurs für die Öffentlichkeit spielt sich längst nicht mehr zwischen sachkundigen Experten/innen mit Manieren in wissenschaftlichen Publikationen oder im Rahmen eines gepflegten Journalismus ab. Heute geben die Jedermänner/frauen im deregulierten Dschungel der sozialen Medien den Ton an – als ob Reichweite schon eine Qualifikation wäre.

    Verantwortlich für diese Misere sind jene, die unterschiedslose reichweitenbasierte Kommunikation ohne Gnade zu ihrem Geschäftsmodell gemacht haben und jene, die uns glauben machen wollen,…

    • …dass Lügen und Hetze einer Minderheit gesunder Menschenverstand der Mehrheit seien.
    • …dass Medien nicht reguliert werden dürfen und faire Berichterstattung nicht mehr finanziert werden soll.
    • …dass die Wahrheit eine beliebige Meinung ist – aber ganz spezielle Meinungen mehr wiegen als die Wahrheit.
    • …dass Wissenschaft verboten gehört, wenn sie sich weigert, die richtigen Ergebnisse zu liefern.
    • …dass die Gebildeten zuerst die Dummen und dann die Verbrecher sind.
    • …dass die Armen Steuergeschenke für die Reichen bezahlen können (Pardon: müssen).
    • …dass die scheinbar Guten die wirklich Bösen sind.
    • …dass es auch möglicherweise die Feuerwehr ist, die unsere Häuser anzündet.
    • …dass man irgendwann endlich zur Tat schreiten muss, um unser Land zu retten.

    Am Ende steht die Polarisierung steht dann die Spaltung – und dann?

    Weil die Protagonisten des Unfriedens nicht mehr in ihren Echokammern bleiben, sondern damit beginnen Häuser anzünden, Menschen einzuschüchtern, zu bedrohen und zu verprügeln, sollte die Wissenschaft gerade jetzt genau hier hinsehen. Wie kommt es, wie konnte es überhaupt soweit kommen? Was sind das überhaupt für Leute? Gibt es Vorgänge in der Geschichte, von denen wir lernen können? Gibt es Studien dazu? Kann man gegensteuern? Schnell?

    In unserer zweiteiligen Folge zum Thema Polarisierung wollen wir uns genau mit diesen Fragen beschäftigen.

    Quellen zur Episode:

    • Die korrekte und vollständige Quellenangabe zu dem Buch von Karl Popper, in dem er über das „Freiheits-Paradox“ schreibt, hat folgende Quellenangabe: Popper, K. R. (2003). Die offene Gesellschaft und ihre Feinde: Der Zauber Platons (Vol. 1). Mohr Siebeck. Wir verlinken hier auf die Produktseite auf bücher.de, aber natürlich erhält man das Buch in jedem einigermaßen sortierten Buchladen im Web:
      https://www.buecher.de/artikel/buch/die-offene-gesellschaft-und-ihre-feinde-band-i-und-ii/69634277/

    Studien zum Thema Polarisierung findet man übrigens sehr zahlreich. Zwei relativ aktuelle Beispiele:

    Zum Episodenbild

    Arthur Thiele (1860–1936) war ein deutscher Illustrator und Karikaturist, der vor allem für seine humorvollen Postkartenmotive bekannt war. Thiele lebte und arbeitete in Leipzig und schuf eine Vielzahl an Zeichnungen, die vor allem in der Zeit um die Jahrhundertwende zwischen 1900 und 1930 populär waren. Das hier verwendete Motiv stammt aus dieser Tradition. Es zeigt eine Szene von prototypischer Konkurrenz und Gruppendynamik. Wir meinen: ein Bild, das junge Menschen beim Tauziehen zeigt, ist hervorragend als Allegorie auf soziale und politische Polarisierung geeignet.

    https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arthur_Thiele_Tauziehen.jpg

  • Doppelgänger: Propaganda auf Steroid.

    Doppelgänger: Propaganda auf Steroid.

    S3E03 Diese Folge ist ein „Double Feature“ zu einem Thema:
    1. Um uns politisch zu beeinflussen wird Hochtechnologie mit Niedrigmoral eingesetzt. Fangen wir mit einem Agentenplot an.
    Sie trauen Ihren Augen nicht: Da wird auf X ein Artikel der Süddeutschen Zeitung verlinkt, der deutlich sagt: „Die Politiker der Ukraine verkaufen die von USA, UK, Frankreich und Deutschland Waffen an Dritte. Und finanzieren sich damit ein feines Leben.„ Das in der SZ? Unglaublich …
    2. Oder ist Ihnen das schon passiert? Ein sehr überzeugender und kenntnisreicher Mensch überzeugt Sie in ihrer Filterblase von seinen abstrusen Wahrheiten. Sie sind erstaunt, wie ihnen das passieren konnte. Wollen Sie es wissen? Wissenschaft hilft.

    Teil 1, eine Agentenplot? Das ist doch unglaublich, oder? Sie müssen mehr wissen und klicken auf den Kurzlink in „X“. Und der Schreck wird noch größer, wenn Sie diese Attrappe des Internetzeitalters aus der Nähe betrachten. Der Klick hat Sie auf eine Seite springen lassen, die in Aussehen und Funktion dem entspricht, was Sie von der SZ kennen.
    Nun, wir wissen, Aussehen ist nicht alles, Ansehen ist auch wichtig. Und das der Zeitung bröckelt schon bei den ersten Zeilen. 

    Wie aber kommt solch eine Meldung auf die Original-Webseite?
    Sind es Irrtum, Scherz, Parodie, oder investigativer Journalismus? Ein Maulwurf in der Redaktion.

    All das nicht, Sie sind auf einen Scam reingefallen, in eine Propagandafalle. eine Fälschung.
    Das Medienhaus correctiv aus Essen hat recherchiert, berichtet und ist intelligent und kenntnisreich wieder einmal selbst aktiv geworden.

    Teil 2, ein Science Fiction?

    Jetzt haben Sie in Ihrer Social Media Filterblasen aber wirklich jemanden, der die Diskussion übernimmt. Alle Argumente parat hat und diese in die Posts haut, hat sich auf alles vorbereitet. Auf jede Frage eine Antwort hat. Der Verdacht keimt auf: Vielleicht ein KI-Bot? Könnte das sein? Was kann man dem noch entgegen halten?
    Mit diesem Thema haben sich zwei unabhängige Forscherteams beschäftigt: Die einen, die die Wirkung eines Großen Sprachmodells (ChatGPT) in einer beispielhaft angelegten Studie untersuchen. Die zweite Gruppe zeigt, ob man Feuer mit Feuer bekämpfen kann, also die „böse“ KI mit einer „guten“ KI. Was funktionieren könnte, so die Idee, wäre die Gegenrede (Counter Speech) zu den Posts eines „bösen“ Bots.

    Quellen

    Ein spannender Agentenplot

    Disclaimer: Der erste Teil dieser Podcast Folge („Doppelgänger“) beruht auf den Recherchen von Correctiv, anbei die Quellen. Alle Rechte liegen bei correctiv. Bitte klickt auf die Links und besucht die Webseite dieses Medienhauses. Correctiv wird auch über Spenden finanziert und bietet mehr als Recherchen und Faktenchecks, zum Beispiel eine „Reporterfabrik“, also eine Journalistenschule für jeden und jede..

    Die Informationen zu Doppelgänger werden stetig auf correctiv.org ergänzt

    Teil 1: Russische Propaganda und Fakes – dank Technik aus Europa

    Dies ist der Rcherchebericht mit vielen Details, Abbildungen, Graphiken und Diagrammen, die das Vorgehen der Macher der Doppelgänger aufdecken. Recherchen und vor allem das intelligente und beherzte Vorgehen von correctiv haben uns vor größerem Schaden bewahrt und unsere Demokratie geschützt. Respekt!
    „Es ist eine der größten Desinformations-Kampagnen in der EU – gesteuert aus Russland: die sogenannte Doppelgänger-Kampagne. Wir haben sie durchleuchtet und sind auf Beteiligte in Deutschland gestoßen. Merkwürdig, dass noch keine Ermittlungsbehörden dort waren….“

    https://correctiv.org/faktencheck/russische-desinformation/2024/07/11/doppelgaenger-wie-russland-eu-unternehmen-fuer-desinformation-und-propaganda-nutzt

    Weitere Aspekte werden detailliert in den folgenden Artikeln behandelt.

    Russische Propaganda: Bundesregierung ignoriert Hinweise auf Spuren in Deutschland

    Doppelgänger gilt als eine der aufwändigsten russischen Desinformations-Kampagnen. Nach Informationen von CORRECTIV ist die Bundesregierung seit mehreren Monaten über involvierte deutsche Firmen informiert, ist den Hinweisen aber bisher nicht nachgegangen….

    https://correctiv.org/faktencheck/russische-desinformation/2024/07/11/russland-propaganda-doppelgaenger-bundesregierung-ignoriert-hinweise-auf-spuren-in-deutschland/


    Doppelgänger: CORRECTIV-Recherchen legen russische Propaganda-Kampagne lahm

    Die Verbreitung von Fake-Webseiten der russischen Desinformationskampagne Doppelgänger ist größtenteils gestoppt. Die Hinterleute der Kampagne nutzten ausgerechnet einen ukrainischen Dienst – und der fackelte nach einer CORRECTIV-Anfrage nicht lange und sperrte den Kunden. Derweil führen die digitalen Spuren von Doppelgänger direkt zum Verteidigungsministerium in Moskau…

    https://correctiv.org/faktencheck/russische-desinformation/2024/11/13/propaganda-desinformation-russland-recherchen-legen-doppelgaenger-kampagne-lahm/

    Teil 2: KI dein Feind; KI dein Freund. Es kommt darauf an, was macht man daraus macht …

    Wir beschäftigen uns im zweiten Teil mit der Frage, ob es, ausser dem „Abschalten!“ als der im Fall der „Doppelgänger“ wirksamsten Massnahme auch etwas gibt für den Alltag in Filterbubble und Echokammern.
    Beide zitierten Studien sind methodisch / handwerklich von hoher Güte, die erste Studie über die „Überzeugungskraft von großen Sprachmodellen“ möchte ich (HWK) ein Meisterwerk nennen.

    1. Die Forschergruppe um Francesco Salvi  et. al, veröffentlichte im März 2024 einen Forschungsbericht zur „Überzeugungskraft von großen Sprachmodellen (LLM)“: LLMs sind in der Lage, mit nur wenigen Zusatzinformationen Menschen in einem Dialog von der „eigenen“ Meinung zu überzeugen.

      On the Conversational Persuasiveness of Large Language Models: A Randomized Controlled Trial (Francesco Salvi, Manoel Horta Ribeiro, Riccardo Gallotti, Robert West)
      • The development and popularization of large language models (LLMs) have raised concerns that they will be used to create tailor-made, convincing arguments to push false or misleading narratives online. Early work has found that language models can generate content perceived as at least on par and often more persuasive than human-written messages
      • https://arxiv.org/abs/2403.14380
    2. In einer Studie von Costello, Pennycook, Rand (09/2024) wird das Thema aufgegriffen: Ihre Forschungsfrage „Kann man KI nutzen, um mit „Counterspeech“ in Filterblasen Menschen aufzuklären und Verschwörungsglauben zu mindern. Die einfache Antwort „Ja“. Auch Menschen können dies, wenn sie die richtigen Fragen stellen oder Antworten geben.
      • „Conspiracy theory beliefs are notoriously persistent. Influential hypotheses propose that they fulfill important psychological needs, thus resisting counterevidence. Yet previous failures in correcting conspiracy beliefs may be due to counterevidence being insufficiently compelling and tailored. To evaluate this possibility, we leveraged developments in generative artificial intelligence and engaged 2190 conspiracy believers in personalized evidence-based dialogues with GPT-4 Turbo. The intervention reduced conspiracy belief by ~20%.“ 
      • https://www.science.org/doi/10.1126/science.adq1814

     

    Bildquelle

    Die Emotionen, die entstehen, wenn man seinem Doppelgänger begegnet, zeigt unser Folgenbild: Zwischen Erstaunen, Hilflosigkeit, Wut und Angst können die Emotionen changieren, die durch vier Personen (2 Personen und ihre Doppelgänger) abgebildet sind.  Das Bild entstand um 1851, der Künstler ist Dante Gabriel Rosetti. Die Geschichte des Bildes und Näheres zum Maler finden Sie auf …

    ⁠https://dantisamor.wordpress.com/2014/01/14/how-they-met-themselves-pre-raphaelitism-and-the-double/⁠

    Vom Bild gibt es drei Versionen, wir haben uns für die schwarz/weiße Fassung – im Stil von alten Stichen – entschieden.  ⁠https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bf/Dante_Gabriel_Rossetti_-_How_They_Met_Themselves_%281851-60%29.jpg

  • Digitale Desinformation- Mitten im hybriden Krieg

    Digitale Desinformation- Mitten im hybriden Krieg

    (S03E02) Krieg ist kein schönes Thema – das war es noch nie. „Stell‘ Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin…", das ist dann auch so eine Idee, mit der sich der pazifistische Mensch leicht anfreunden kann. Schön wär's! Wir stellen uns in der aktuellen Folge von achwasfm.janlucash.com/ aber etwas ganz anderes vor: Es ist Krieg, niemand merkt es, niemand glaubt es – und niemand will wissen, dass wir gerade verlieren. Wir geben zu, das klingt sehr viel dramatischer als uns lieb ist. Wir haben uns deshalb gefragt, ob wir das hier wirklich so schreiben könnten oder sollten. Die Antwort ist ein klares "Ja"!

    Schon davon gehört? Unsere unfassbar inkompetente Regierung ist dem Genderwahnsinn verfallen, hat lebensgefährliche Drogen legalisiert, den Klimawandel erfunden, vorschnell die Atomkraftwerke abgeschaltet und die Wirtschaft durch das Verbieten von Verbrennungsmotoren komplett ruiniert. Nun nimmt man den geplagten Bauern das Geld weg und kauft Waffen davon, die man dem Nazi-Regime in der Ukraine für die Verlängerung eines ohnehin aussichtslosen Kriegs liefert. Nebenbei hat man Abermillionen kriminelle Ausländer ins Land gelassen, um sie und ihre Brut mit Steuergeld zu mästen, das man der hart arbeitenden einheimischen Bevölkerung aus der Tasche gezogen hat… Unfassbar!

    Kommt Ihnen bekannt vor? Klingt wie das Lamento eines Reichsbürgers? Nun, wir wollen diese Dinge gar nicht weiter diskutieren, wir machen aber auf einen merkwürdigen Sachverhalt aufmerksam: Die russischen Propaganda-Erzählungen, die über Trolle, Bots und Doppelgänger-Medien gestreut werden, erzählen genau solche Geschichten. Sie unterlegen sie mit Fake News, gefälschten Bildern und vertreten vehement genau diese eigenartig „plausiblen“ Auffassungen. Und wie es sich für Feind-Propaganda gehört, haben sie das Ziel, die Gesellschaft zu spalten, die Bevölkerung zu verunsichern, Angst vor einem Krieg zu schüren und die Unterstützung der Ukraine zu untergraben. Je mehr wir uns streiten, je mehr Panik verbreitet wird, je mehr toxische Kommunikation stattfindet, je tiefer die Gräben zwischen den politisch Handelnden, desto besser ist das für die russischen Pläne.

    In der Beschäftigung mit dem Thema wurde uns klar, warum das so erfolgreich ist. Erstens gibt es da die mächtigen US Technologie-Konzerne, die ausgerechnet im Namen der Freiheit die Eindämmung der feindlichen propagandistischen Aktivität erschweren. Zweitens gibt es innerhalb unserer Gesellschaft Gruppierungen, die sich – aus welchen Gründen auch immer – ganz ähnliche Narrative zu eigen gemacht haben. Sie gehen von rechts und links mit gesenkten Hörnern und ohne Verstand gegen etablierte Parteien, Mainstream-Medien und angeblich arrogante Eliten in unserem Land los, verbreiten Hass und Panik anscheinend ohne zu bemerken, dass sie damit die zersetzende Propaganda des Kreml unterstützen. Wir hoffen für unser Land, dass die nahe liegende Verschwörungstheorie, dass der Russe dies alles steuert und finanziert, nicht stimmt – aber wir sind uns nicht ganz sicher.

    Wer uns nun für paranoid hält, dem können wir eine kleine Recherche in Sachen Desinformation empfehlen. Eine unserer favorisierten Meldungen zitieren wir hier wörtlich:

    Mehr als 50.000 gefälschte Nutzerkonten auf der Onlineplattform X, mehr als eine Million deutschsprachiger Tweets: Russland soll mit einer massiven Kampagne versucht haben, mehr Unmut gegen die Ampel-Regierung zu schüren.

    https://www.tagesschau.de/inland/desinformation-kampagne-russland-100.html

    Quellen:

    The Art of Subversion

    Der Vortrag, der uns nachhaltig nachdenklich gemacht hat, trägt den Titel THE ART OF SUBVERSION: Er stammt von einem russischen KGB-Agenten (Juri Bezmenov) und ist auf YouTube zu sehen:

    Russische Propaganda

    Was in Russland derzeit an Desinformation für russische Bürgerinnen und Bürger verbreitet wird, kann man kaum irgendwo so prägnant und beeindruckend sehen wie in „Masha On Russia“ bei ARTE. Wir verlinken hier den derzeit aktuellsten Clip:

    https://www.youtube.com/watch?v=iq9vfXBZdVs

    Lord Haw-Haw

    Desinformation gab es schon immer. Zwei Beiträge der BBC über die Aktivitäten des Nazi-Propagandisten William Joyce alias „Lord Haw-Haw“ im zweiten Weltkrieg mit Hiintergrundinformationen und Beispielen seiner Propaganda-Botschaften:

    Foreign Information Manipulation and Interference (FIMI) threats

    So nennt man Desinformations-Attacken im Jargon der Europäischen Union und es gibt seit dem Jahr 2023 Statistiken und Berichte zu diesen Vorkommnissen, die im Netz veröffentlicht werden. Der aktuellste vom Januar 2024 kann hier heruntergeladen werden:
    https://www.eeas.europa.eu/sites/default/files/documents/2024/EEAS-2nd-Report%20on%20FIMI%20Threats-January-2024_0.pdf

    Links zu Counterspeech-Initiativen

    Es gibt – Gottseidank – auch Menschen, die sich ihren gesunden Menschenverstand genauso bewahrt haben wie ihr Gefühl für gute Kinderstube.

    Intransparenz von Transparenzberichten

    • Schweizer Wissenschaftler berichten über die skandalöse Intransparenz von Transparenz-Berichten:
      Urman, A., & Makhortykh, M. (2023). How transparent are transparency reports? Comparative analysis of transparency reporting across online platforms. Telecommunications policy, 47(3), 102477. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0308596122001793

    Die astronomische Reichweite der Kommunikation von Elon Musk

    …ist Gegenstand verschiedener Publikationen

    zum Episodenbild:

    Nach dem ermüdenden Betrachten Dutzender Schlachtenbilder sind wir auf unser Episodenbild gestoßen. Es handelt sich um ein Plakat für die innere Kommunikation des Vereinigten Königreichs im 2. Weltkrieg und der Titel (damals auf Funk und Rundfunk bezogen) mutet aus heutiger Sicht geradezu prophetisch an: Wireless War!

    Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wireless_War_Art.IWMPST4039.jpg

  • Zügel für Künstliche Intelligenz. Der AI Act der EU 9.12.23

    Zügel für Künstliche Intelligenz. Der AI Act der EU 9.12.23

    (S2E33) Viele Erfindungen und Entdeckungen der Menschheit scheinen zuerst eine Phase von Gesetzlosigkeit, Wildheit zu durchlaufen. Dann legt man ihnen Zügel an. Gesetze regeln die Verwendung und versuchen den Nutzen dadurch für den Menschen zu optimieren und Gefahren einzuschrenken. So schön uns die Natur erscheint, wir schränken sie ein, machen sie kompatibel. 

    Feuer bekommt eine Feuerstelle, eine Duftkerze oder einen Ofen als Pferch; Pferde, wilde Tiere, werden gefangen und domestiziert, zum Kampf, zum Pflügen, zur Jagd, im Bergwerk, als Zugtier – oder zur Belustigung – als Zirkuspferd genutzt. 

    Von Erfindungen wie Elektrizität, Dampflokomotiven und Automobil scheinen zudem Gefahren auszugehen, die man noch nicht in Gänze erkennen kann, aber vorsichtshalber reglementiert. Denn sie sind nicht „aus der Natur geholt“, sondern werden industriell hergestellt und verkauft oder betrieben. Regelungen ermöglichen diese kommerziellen Akte.

    Und nun die künstliche Intelligenz – und wir stellen uns die Frage: sind wir ihre Zaubermeister oder die Zauberlehrlinge? 

    Die Einbettung von Podcastplayern mit Zugriff auf die entsprechenden Quellen funktioniert nicht zuverlässig. Ab dieser Folge finden Sie /findet Ihr an dieser Stelle eine Tabelle mit Links zu den Folgen bei den bekannten Quellen.

    In dieser Folge der Geschichten hinter den Pixeln geht es um das Zügeln einer Erfindung, einer Technologie, die uns in vielen Gestalten begegnen wird. Zu unserem Nutzen (z.B. in der Medizin, in der Mobilität), oder auch um uns sehr mächtig zu schaden? 

    Wer legt die Zügel wem an? Wie kann Nutzen erzielt und Schaden abgewehrt werden?

    Wir streifen auch die Frage: Was passiert, wenn diese KI sich zu einer ganz eigenen Spezies entwickelt, wie wollen wir ihr begegnen? 

    Diese Folge zeigt, wie Gesetzgeber (auch ein Kaiser), Science Fiction Autoren (auch Star Trek) Jurist:innen, Herstellerunternehmen, Nutzer:innen eine Zukunft einleiten, deren Gesetze adaptiert werden müssen. Meistens jedenfalls, aber immer, bevor es zu spät ist. 

    Seit dem 9.12.2023 gibt es den AI Act, beschlossen vom Europäischen Parlament und den Staaten der EU. 

    Ein gigantischer Schritt, und nicht der letzte um uns – ein weiteres mal – die Erde ein wenig sicherer und komfortabler zu machen. 

    Quellen

    Der AI Act im Original
    Artificial Intelligence Act: deal on comprehensive rules for trustworthy AI

    https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20231206IPR15699/artificial-intelligence-act-deal-on-comprehensive-rules-for-trustworthy-ai

    Die Meldung des „Handelsblatt„
    EU beschließt umfangreichstes KI-Gesetz der Welt – das sind die wichtigsten Punkte

    „Brüssel hat die weltweit erste KI-Regulierung beschlossen. Worauf Industrie und Verbraucher sich jetzt einstellen müssen.“
    https://www.handelsblatt.com/politik/international/ai-act-eu-beschliesst-umfangreichstes-ki-gesetz-der-welt-das-sind-die-wichtigsten-punkte/100002256.html

    Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen
    Vom 3. Mai 1909.

    https://de.wikisource.org/wiki/Gesetz_über_den_Verkehr_mit_Kraftfahrzeugen

    FORD Pinto, „ein gefählich konstruiertes Automobil“:
    Ford kannte die Gefahren, interne Dokumentation führte aus: Es sei kostengünstiger, nach Todesfällen mögliche Gerichtsprozesse in Kauf zu nehmen und entsprechende Entschädigungen zu zahlen.
    Erst nachdem mindestens 60 Personen gestorben und über 120 schwer verletzt worden waren, wurde 1980 der FORD Pinto schließlich vom Markt genommen.
    Fazit: Die Kosten wurden in Kauf genommen.
    Umfangreichste Dokumentation inkl. Video.
    https://www.tortmuseum.org/ford-pinto/



    DSGVO – Die Wirksamkeit der Abschreckung gegen Verstöße auf dem Prüfstand
    Aktuelle Studie vom 5.12.2023:

    Eine Hitparade der privaten Fach­hochschule Gisma aus Potsdam listet Meta als den Spitzenreiter auf bei Strafzahlungen wegen Verstoß DSGVO auf.
    Fazit: Die Kosten wurden in Kauf genommen.
    Der Bericht / Die komplette Hitparade bei GISMA
    https://www.gisma.com/de/blog/dsgvo-verstoesse-so-hohe-bussgelder-nehmen-top-unternehmen-in-kauf

    Isaac Asimov und seine „Robotergesetze“ – eine Vielzahl an möglichen Quellen,

    ResearchGate
    Gunter Lassmann: Bedeutung der Robotergesetze für die Neuzeit,
    Asimovs Robotergesetze, Was leisten sie wirklich

    Dezember 2017; Heise Medien, Germany

    https://www.researchgate.net/publication/321917765_Asimovs_Robotergesetze_Was_leisten_sie_wirklich_In_German

    JURIOS.
    https://jurios.de/2023/08/29/isaac-asimov-und-seine-robotergesetze/

    ROBOTERWELT (keine HTTPS Seite!)
    http://www.roboterwelt.de/magazin/die-robotergesetze-von-isaac-asimov/

    KI liest Gesichter: Forschungsprojekte und -berichte

    Zuse Institut Berlin (ZIB) – Camera Facialis: „Accurate measurements of 3D geometry and texture of the human face play an important role in medical applications, affective computing or behavioral sciences. Besides resolution and accuracy, important requirements for large-scale assessment are reliability and ease of use of scanning devices and analysis software.“
    https://www.zib.de/projects/camera-facialis

    Stefan Lautenbacher & Miriam Kunz: „Schmerzerfassung bei Patienten mit Demenz“ 2019. Hinweis: Vollständige Seite wird für Lehrkörper und Studierende von Hochschulen sichtbar nach Login.
    https://link.springer.com/article/10.1007/s00482-019-00411-6

    https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Kollege-Computer-hilft-beim-Schmerzmonitoring-407715.html
    Anwendung in der Medizin, z.B. die Schmerzerkennung bei Menschen mit Demenz wird zur Zeit in Trainings gelehrt. Die Anwendung von KI steht in Aussicht.

    Abschliessend: Ein besonderer Dank für die guten Diskussionen zum Thema AI Act an den kenntnisreichen YZ , dem niemals ein X vorangestellt werden darf.

    Bildquelle 

    Der Maler George Catlin unternahm die Anstrengung, indigene Völker Nordamerikas im Alltag in Bildern festzuhalten, Feste, Rituale, Jagd und auch das Fangen und Zügeln eines Wildpferdes. Unser Bild zeigt den verzweifelt erscheinenden Kampf zwischen Natur und Mensch, aus der Entferung, kaum erkennbar aber spürbar.

    Das hat diesem Bild den Vorrang gegenüber gewaltigen „Ölschinken“ mit Mars und Bellona oder Kampfgetümmel der Manieristen gegeben. 

    Wir hatten auch zwei Bilder mit Automobil und „Vorankündiger mit roter Flagge“ in Augenschein genommen. Leider waren beide Bilder nicht sicher gemeinfrei. Also wild… und wir mussten uns zügeln.

    ⁠George Catlin – Breaking Down the Wild Horse – 1985.66.501 – Smithsonian American Art Museum.jpg

    KI hat uns diesmal nicht so richtig geholfen – hatten wir zuviel verlangt? DALL°E sollte uns in einer Fassung des Prompts zeigen, wie diese Verordnung, den Autos einen „Flaggenmenschen“ voran gehen zu lassen wohl heute aussehen könnte. Aufmerksamkeitsstarke Kleidung, zur Fahrzeugfarbe passende Kleidung. Zumindest eine schön bunte Variation.

  • Alles nur Bullshit Bingo –  Fake News II.

    Alles nur Bullshit Bingo – Fake News II.

    In der ersten Fake News Folge haben wir ja bereits einige der geradezu wahnwitzigen Geschichten erzählt, die als Fake News verbreitet werden und dabei an der Oberfläche dessen gekratzt, was man als „die Historie der Lügengeschichte“ bezeichnen könnte. Nun ist aber Schluss mit lustig: wir kümmern wir uns um die Wissenschaft! Das ist gar nicht so einfach, denn mittlerweile haben sich Fake News zu einem veritablen Forschungsthema ausgewachsen. Mittlerweile werden jedes Jahr 30.000 Artikel, Bücher, Buchkapitel zum Thema Fake News veröffentlicht.

    Dabei ist sicherlich unstrittig – egal in welcher Disziplin – dass Fake News toxisch sind und dass sie eigentlich verboten gehören – ein Sachverhalt übrigens, den der Schöpfer der „10 Gebote“ schon bei ihrem ersten Launch vor mehr als zweitausend Jahren ganz klar auf dem Schirm hatte.

    Dass Fake News aber mehr als ein Special-Interest-Thema für Netzaktivisten sind, wird schnell klar, wenn man sich vor Augen hält, welche Disziplinen dabei gerade mitforschen und welche Forschungsfragen dabei jeweils im Mittelpunkt stehen:

    • Pädagogik – wie kann man Kinder davor schützen, Fake zu glauben?
    • Medienwissenschaften – wie erreicht man, dass die Wirkung von Fake News neutralisiert werden kann?
    • Journalismus – welche Regeln sollten Journalist/innen befolgen, welches Verhältnis zur Wahrheit sollten sie haben?
    • Psychologie – was unterscheidet echte von falschen News, wer ist anfällig, sie zu glauben?
    • Politikwissenschaften – wie wirkt sich die Flut an Falschinformationen von politischen Akteuren auf die Zivilgesellschaft aus?
    • Kommunikationswissenschaften – wie funktioniert Propaganda mit Fake News?
    • Informatik – wie können Fake News durch Skripte und Bots verbreitet werden?
    • KI-Forschung: kann man Fake News durch maschinelles Lernen identifizieren?

    Mindestens einige dieser Fragen werden wir in unserer Folge adressieren und es kann kein Zweifel bestehen, dass die Antworten für uns alle relevant sind. Im Mittelpunkt der Folge steht dabei eine mittlerweile fast schon berühmte Forschungsarbeit aus dem Jahr 2018, in der die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Fake News mit echten News verglichen wurde. Und das Ergebnis entspricht ganz klar dem geflügelten Wort…

    Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.

    unbekannt

    Obwohl die Herkunft dieses Sinnspruchs nicht wirklich klar ist, wird es gerne wahlweise Mark Twain oder Winston Churchill zugeschrieben. Das wiederum klingt plausibel, ist aber nicht wahr – womit schon einige wichtige Zutaten für eine Fake News vorhanden sind. Einfacher gesagt: Die Fakes sind überall.

    Auf eine Wendung unserer Episode möchten wir ausdrücklich hinweisen, mit der wir uns selbst überrascht haben – und die die Idee für ihren Titel gestiftet hat: Neuerdings gibt es ernst zu nehmende Hinweise, dass Menschen, die bereit sind „Bullshit“ zu glauben, besonders anfällig für die Einwirkung von Fake News sind. Bullshit ist dabei nicht einfach dummes Zeug, sondern so etwas wie schwulstiges Geschwätz, dass sich den Anschein von Wichtigkeit und Wissenschaftlichkeit gibt, eigentlich aber ziemlich sinnlos ist. Wir folgen diesem Gedanken und überlegen, was das mit Verschwörungstheorien und ihrem kometenhaften Erfolg in den letzten Jahren zu tun haben könnte…

    Quellen zu Episode:

    Das Episodenbild:

    Neben dem Baron Münchhausen gibt es vor allem eine literarische Figur, die als Verkörperung der Probleme, in die man sich mit Lügen verstricken kann, weltweit bekannt geworden ist. Natürlich: wir meinen den berühmten „Pinocchio“ des italienischen Schriftstellers Carlo Collodi. Wir haben allerdings auf die süßlich-dümmliche Variante von Walt Disney verzichtet und gleich auf das Original aus einer der ersten Ausgaben des Pinocchio aus dem 19. Jahrhundert zurückgegriffen. Sie wurde von dem italienischen Techniker und Cartoonist Enrico Mazzanti illustriert und unser Bild wurde aus dem Titel der Ausgabe entnommen: Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pinocchio.jpg

  • Vom falsch Zeugnis reden: Fake News I.

    Vom falsch Zeugnis reden: Fake News I.

    Das Minnessota Multiphasic Personality Inventory (MMPI) ist so etwas wie die Mutter aller Persönlichkeitstests in der klinischen Psychologie und Psychiatrie. Er enthält mehr als 500 Fragen, die so formuliert sind, dass man sie mit „ja“ und „nein“ beantworten kann. „Meistens fühle ich mich am ganzen Körper schwach“ oder „Ich habe Freude an Kindern“. Eine Spezialität des Tests ist, dass man versucht, Verfälschungen zu erkennen, die entstehen, weil Menschen nach außen gerne besser aussehen als sie wirklich sind. Hierfür gibt es Kontrollfragen, von denen sich eine (…kommen wir langsam mal zur Sache…) als Intro für unserer Fake News Folge eignet:

    Ich sage nicht immer die Wahrheit!

    Was hat es damit auf sich? Nun, man muss diese Frage mit „ja“ beantworten, wenn man ehrlich ist, denn niemand sagt „…immer die Wahrheit“. Anders formuliert: wer diese Frage mit „nein“ beantwortet, möchte irgendwie besonders unschuldig und brav sein – und eben das interessierte die Konstrukteure des Fragebogens. Es scheint also, dass die Lüge zum gesunden Leben dazugehört, in allen Varianten, die möglich sind (Notlügen, Verheimlichen, Leugnen, Prahlen, Fabulieren). Betrachtet man die Sache moralisch, wird man dabei sicherlich zwischen verschiedenen Graden von Harmlosigkeit oder Toxizität von Lügen unterscheiden müssen. Ein dreijähriges Kind, das uns hinsichtlich der Menge der eben gerade konsumierten Süßigkeiten anschwindelt, um den Nachschub zu sichern, wird man kaum als bösartig und raffiniert bezeichnen. Eltern, die ihren Kindern erzählen, das Christkind sei da gewesen, sind weder notorische noch besonders bösartige Lügner. Wer in einer Verkehrskontrolle die Menge der eben gerade konsumierten alkoholischen Getränke nach unten korrigiert, um den Verdacht der Gesetzeshüter/innen nicht übermäßig auf sich zu ziehen, hat zumindest unser Verständnis. Man kann sogar Höflichkeit als besonders diffizile Lügendisziplin verstehen („Nein, nein Du siehst prima aus!“) So gesehen ist also Lüge nicht gleich Lüge und es scheint bei genauerem Nachdenken auch fast unmöglich, sich ein Leben ganz ohne Lügen vorzustellen.

    Wie ist das mit Medien? Immerhin haben wir den Anspruch, dass Dinge, die in großen Medien vermeldet und multipliziert werden, der Wahrheit entsprechen sollten. Lange Zeit hat dies auch funktioniert. Wenn man etwas in der Zeitung gelesen oder im TV-Gerät gesehen hatte, dann war das über Jahrzehnte ein Anzeichen dafür, dass es sich um Tatsachen handeln musste – zumindest in westlichen „Mainstream-Medien“ (…das Staatsfernsehen totalitärer Regime lassen wir hier einmal außer Acht). Was wir derzeit in neuen und sozialen Medien erleben, ist allerdings eine veritable Zeitenwende in Sachen Lüge und Wahrheit. Lügen haben Höchstkonjunktur, und dies gilt im wahrsten Sinn des Wortes, denn teilweise wird mit raffinierten Lügen schlicht Geld gemacht. Hinzu kommt, dass Onlinemedien aufgrund ihrer psychologischen und technischen Beschaffenheit Lügen geradezu lieben, denn sie bringen alles mit, was man braucht, um hohe Reichweiten, Engagement und lange Nutzungsdauer zu erreichen. Es geht dabei natürlich nicht nur um Geld, sondern auch um das Erzielen von Wirkungen auf Meinungen und Einstellungen. Wir alle wissen das und in unserem Podcast erzählen wir davon.

    Also: Welche Fake News aus der Geschichte sind interessant? Wann hat das Zeitalter der Fake News begonnen? Welches waren die Lügen, mit denen in der jüngsten Zeit Erfolge erzielt wurden? Diese Fragen beantworten wir in Folge I unserer Fake News Episode. Dabei geht es um Anekdotisches – und teilweise einigermaßen Bizarres…

    Quellen:

    Das Bild zur Episode

    Wenn man über Lügen rechcherchiert, kommt man um den ungekrönten König dieser Disziplin, den Lügenbaron von Münchhausen nicht herum. Seine skurrilen Geschichten wären heute Content vom Feinsten – Klicks und Shares garantiert. Wir zeigen hier eine Gravur von August von Wille (1828-1887), auf die legendärste aller Lügengeschichten, der Ritt auf der Kanonenkugel, zu sehen ist.

    Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:M%C3%BCnchhausen-AWille.jpg

  • Die unbekannte Geschichte des Silicon Valley.

    Die unbekannte Geschichte des Silicon Valley.

    (S2/E15) Was wissen Sie über das Silicon Valley, die Wiege der digitalen Menschheit? Namen wie Facebook, Google, INTEL, Apple. Oder Surfen, Hippies, Drogen, ein mit Peace Zeichen bemalter VW Bus, San Francisco. The Californian Dream. Manchmal kommen Startups aus Garagen vor, in denen Basteleien zu Geschäftskonzepten entwickelt wurden. So schon 1939 gab es das, und viel mehr Garagen in den 70ern bis 90ern.

    In dieser Folge von achwasfm.janlucash.com/ graben wir wieder tiefer, stellen die Frage ob all' diese Entwicklungen im Valley die Kinder von Zufall und California Dreaming waren. Und wie es dazu kam, dass eine ganz nette Gegend südlich von San Francisco vom Obstanbaugebiet (u.a. Äpfel) zum High-Tech Zentrum der westlichen Welt werden konnte. Glauben Sie uns: Auch wir waren bei den Recherchen immer wieder überrascht.

    Schon mal ein Hinweis: Für die Entwicklung von Industrien gibt es einige Voraussetzungen, die von "gegeben" bis "gewollt" reichen können: Nehmen wir einmal das Ruhrgebiet, es bot Energie (Kohle) im Überfluss und lockte damit Unternehmen wie Krupp und Thyssen an, die für ihr Geschäft des Stahlkochens viel Energie benötigen. Strukturell ist die Entstehung des Ruhrgebiets mit dem Silicon Valley verwandt, aber das klären wir detaillierter in dieser Folge auf. Festzuhalten ist: Beides entstand nicht aus dem "Nichts mit einem Big Bang", im Silicon Valley ist es eher eine längere Geschichte, die sich nach "How I Met Your Mother" anhört. Nur das im Valley die Elternschaft schon früher geklärt war, aber eher unbekannt blieb. Damit ist mit dieser Folge von achwasfm.janlucash.com/ Schluß.

    Quellen

    • Wirklich lesenswert – die wahre Geschichte der Entstehung Kaliforniens – mit vielen Parallelen zur Entstehung des Silicon Valleys. Und einer frühen Ur-Urgroßelternschaft für Google, Facebook, HP, Apple.
      Keine namentliche Autor:innenenschaft: History by Norwich University Online, 2017: „Historical Impact of the California Gold Rush“
      Zitat:
      „Der kalifornische Goldrausch von 1849-1855 veränderte Kalifornien, die Vereinigten Staaten und die Welt radikal. Es führte zu einer der größten Migrationen in der Geschichte der USA, wobei Hunderttausende von Migranten in den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt nach Kalifornien kamen, um Gold in den Ausläufern der Sierra Nevada zu finden. Dies führte zur Gründung von Boomtowns, schnellem Wirtschaftswachstum und Wohlstand sowie zum Bau von Eisenbahnen, Kirchen und Banken, um die Neuankömmlinge unterzubringen“ (aus dem Englischen übersetzt).
      https://online.norwich.edu/academic-programs/resources/historical-impact-of-the-california-gold-rush
    • Philipp Staab (2017): „Falsche Versprechen. Wachstum im digitalen Kapitalismus“ Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn.
    • Alexander Haasper, Hans-Werner Klein: „Mit Disruption Komplexität meistern – ein folgenschwerer Irrtum!“ in: „Der nächste Trend kommt ganz bestimmt. Facetten von Entwicklungen und erfolgreichen Veränderungsprozessen“. Hrsg. Carsten Fabig und Alexander Haasper. BoD 2020
    • Interesse an Start-Up Garagen? Eine Übersicht …

    https://www.businesspundit.com/11-famous-garage-startups-that-rule-the-world/
    • Uber ist der Prototyp eines konsequent disruptiven Unternehmens. Die beiden folgenden Quellen sind ein Spiel und ein Multimedia Bericht, um mehr über den Solutionism und Disruption zu lernen
    • Uber. Eignest Du Dich als Uber Fahrer? Testen, ob es heute für die Familie und das Leben reichen wird. Anschnallpflicht!
      Das UBER GAME der Financial Times. © The Financial Times Limited 2022.
      https://ig.ft.com/uber-game/
    • Uber. Ein weiteres Beispiel für Disruption und die Folgen für Menschen. Ein kenntnisreicher Bericht aus der New York Times. NOAM SCHEIBER/ Graphics by JON HUANG,  April 2017:
      „How Uber Uses Psychological Tricks to Push Its Drivers’ Buttons“ The company has undertaken an extraordinary experiment in behavioral science to subtly entice an independent work force to maximize its growth.„
      https://www.nytimes.com/interactive/2017/04/02/technology/uber-drivers-psychological-tricks.html

    Episodenbild

    Wir haben nach einem Bild gesucht, das die Geschichte des Staates Kalifornien illustriert. Die lange Suche hatte Erfolg, das „Grand Seal of the State of California“ bietet alles auf einen Blick. Der Ausruf „Eureka – wir haben es gefunden“ ist das Motto des Staates Kalifornien. Die Figur im Vordergrund stellt Minerva, die Göttin der Weisheit dar – und im Bild links sieht man einen Goldgräber. Die Spitzhacke kennen wir bereits aus Staffel 1, Folge 39 https://achwasfm.janlucash.com/folge-039-nur-katzengold-am-ende-des-regenbogens-daten-nutzen/
    Mehr zum Siegel inkl. Grizzly-Bär in Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Siegel_Kaliforniens

    Diese Darstellung des Großen Siegels von Kalifornien wurde 1857 von den Brüdern John und George Gibson, zwei Glasmalern aus Philadelphia, hergestellt und war ursprünglich Teil der Deckendekoration des Repräsentantenhauses im US-Kapitolgebäude in Washington, DC. Es hing dort ab 1857 bis 1949 , als das US-Kapitol renoviert wurde. Aktuell ist es im California State Archives, Sacramento, ausgestellt.

    https://en.wikipedia.org/w/index.php?curid=40727515
    Copyright: This work is in the public domain in the United States because it was published (or registered with the U.S. Copyright Office) before January 1, 1928.