Kategorie: Netzkultur

  • Über KI-Slop

    Über KI-Slop

    Aber zuvor eine Information zum Wisspod-Adventskalender

    Es gibt eine Sonderfolge von achwasfm.janlucash.com/:
    Am 13. Dezember – erschien unsere „Geschenke“ Folge S03E1324 „Gurke, Traube & The First Nations“ im Wisspod-Adventskalender.
    Alle 24 Folgen findet ihr unter dieser URL: https://wissenschaftspodcasts.de/themenseiten/wisspod-adventskalender-2025

    S03E14 Das Thema dieser Folge ist eigentlich ein altehrwürdiges, nämlich… das Schlaraffenland! Wirklich! Wie das sein kann? Nun, die Retorten der allenthalben entfesselten künstlichen Intelligenzen produzieren rund um die Uhr alle Arten von Inhalten – Pardon, „Content“. Sie tun dies in Mengen, für früher Tausende von Autor/innen hunderttausende Stunden hätten arbeiten müssen. Musik, Texte, Bilder quellen aus dem Browser wie gebratene Tauben.

    Und sie werden von findig entwickelten Bots optimiert und in die Trefferlisten der Suchmaschinen hineingepresst. Als Bewohner dieses zweifelhaften Schlaraffenlands müssen wir anscheinend nichts mehr tun, außer Konsumieren. Alles schreibt, komponiert, textet und gestaltet sich im Nu in beliebigen Mengen wie von Geisterhand. Dabei ist es einer KI natürlich völlig gleichgültig , ob es sich bei Ihren Produkten um Wahrheiten oder Lügen, Tatsachen, Fake News oder beliebigen erfundenen Mumpitz handelt. Was zählt ist Aufmerksamkeit und Reichweite, je mehr, desto besser und koste es, was es wolle.

    „AI-Slop“ oder „KI-Slop“ nennt man diesen lautlosen Content-Tsunami und so nimmt es nicht Wunder, wenn es mittlerweile Menschen gibt, die das Internet quasi für tot erklären oder seinen nahen Untergang voraussagen, tot und begraben unter … genau: KI-Slop. Also: Nach uns die Sintflut? Es scheint so. Und einmal mehr war es der zwangsgebührenfinanzierte linksversiffte Sender ARTE, der als eines der ersten reichweitenstarken Medien das Phänomen in einer wirklich sehenswerten Dokumentation aufgegriffen hat. Titel:

    Und dieser wissenschaftliche Beitrag von Renee Di Resta und Josh Goldstein ist einer der frühesten zur Bestimmung des Phänomens „AI-Slop“. Er geht dabei u.a. auch auf den notorischen „Shrimp Jesus“ ein.

    Unser Lesetipp zum Thema ist jedoch diesmal ein Blog-Artikel.

    Humbug und Bullshit

    Im Verlauf unseres Gesprächs über KI-Slop stellt sich heraus, dass Menschen – auch ohne KI – Slop erzeugen können. Der typische Auslöser für menschlichen Slop ist, dass Personen Wirkungen erzielen möchten, ohne Rücksicht auf die Wahrheit ihrer Aussagen zu nehmen. Alternativ entsteht Human-Slop, wenn Menschen gezwungen werden, über Dinge Auskunft zu geben, von denen sie nichts verstehen. Das wundervolle Essay über „Bullshitting“ des Philosophen Harry Gordon Frankfurt ist online verfügbar und es ist wirklich lesenswert. Vor dem inneren Auge sieht man schemenhaft Donald Trump Hand in Hand mit ChatGPT vorbeiziehen…

    Oberflächen und Tiefenstruktur

    Wir haben lange nach verständlichen und einfachen Quellen zu diesem Thema recherchiert und sind nicht wirklich fündig geworden. Natürlich: Quellen gibt es zuhauf, aber sie sind aus der Linguistik und das ist meist sehr schwere Kost zum Lesen und zum Verstehen. Wer sich für die Idee von Oberflächen- und Tiefenstrukturen von Aussagen oder Bedeutuungen im allgemeinen interessiert, mag behelfsmäßig bei der Wikipedia nachlesen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Oberfl%C3%A4chenstruktur
    und
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tiefenstruktur

    Zurück zu unserer Erzählung: Einmal mehr fragen wir uns, woher das kommt und ob Inhalte ohne Ende und ohne Anstrengung wirklich eine gute Idee sind? Immerhin haben alle Utopien des Schlaraffenlands sich für die sehr zwiespältige Wirkung des Überflusses interessiert: Man könnte es so zusammenfassen: Es ist viel, es ist (a) einfach und (b) bequem, aber auch (c) ungesund und (d) degeneriert. Das haben schon die mittelalterlichen Autoren so geargwöhnt.

    Model Collapse

    Dass das wörtlich zu nehmen ist (das mit der Degeneration), weiß man, seitdem Forschende damit experimentieren, künstliche Intelligenzen mit ihren eigenen Produkten zu füttern. „Model Collapse“ ist der Fachbegriff. Und er bedeutet: Die über mehrere Generationen in Inzucht entwickelten Systeme beginnen Fehler zu machen, sie produzieren erratischen Unsinn, produzieren Fehlstellen und Webfehler, beginnen sich zu wiederholen und stammeln schließlich nur noch stereotyp noch noch stereotyp noch stereoptyp…

    Angesichts der Tatsache, dass das Phänomen für KI eigentlich erst seit wenigen Jahren bekannt ist, sträubt man sich ja ein wenig, von „klassischen“ Quellen zu sprechen, aber dieser Beitrag – den wir im Blog besprechen bzw. zitieren – gehört zu den meistzitierten und hätte vielleicht das Prädikat „klasisch“ verdient:

    Ein lesenswerter Preprint zum gleichen Thema, der genau zum gleichen Ergebnis kommt – mit Beispielen dafür, wie die Inhalte einer degenerierten KI konkret aussehen:

    • Gambetta, D., Gezici, G., Giannotti, F., Pedreschi, D., Knott, A., & Pappalardo, L. (2024). Characterizing Model Collapse in Large Language Models Using Semantic Networks and Next-Token Probability. arXiv preprint arXiv:2410.12341.
      https://arxiv.org/pdf/2410.12341

    Wie viel Slop darf’s denn sein?

    Das ist natürlich eine berechtigte und interessante Frage. Die Antwort ist – noch – nicht ganz einfach. Immerhin gehen alle Quellen, die wir finden konnten, von einem wachsenden Anteil von Slop in allen denkbaren Plattformen aus. Allerdings ist bei der Bewertung aller Studien, die derzeit mit maschinellen Mitteln solche Zahlen ergeben, große Vorsicht geboten. Es gibt derzeit keine zuverlässigen Methoden, KI-generierte Inhalte zu erkennen.

    Hier einige derzeit aktuelle Quellen zum Thema:

    • Der im Podcast erwähnte Beitrag zur Ausbreitung von KI-Inhalten in verschiedenen Text-Sorten: Liang, W., Zhang, Y., Codreanu, M., Wang, J., Cao, H., & Zou, J. (2025). The widespread adoption of large language model-assisted writing across society. 
      https://www.cell.com/patterns/fulltext/S2666-3899(25)00214-4

    Verschiedenes:

    Der Halloween-Parade-Hoax wurde – wie erwähnt – vor allem im angelsächsischen Raum rund um die Britischen Inseln wahrgenommen und in der Presse kommentiert.

    Das Schlaraffenland ist weit über die Erzählung, die man über Märchenbücher kennt hinaus, ein interessantes Thema. Und es macht Spaß und ist auf der anderen Seite auch etwas „creepy„, wenn man sieht, wie genau sich diese skurrile Geschichte als Allegorie auf unseren hochmodernen KI-Slop sozusagen „mappen“ lässt:

    Zum Episodenbild:

    Pieter Brueghel der Ältere hat diese weltberühmte Vision des Schlaraffenlands um 1576 herum gemalt. Ein Ritter, ein Bauer und ein Gelehrter (also Vertreter aller Stände) liegen – vom vielen Genuss schon leicht adipös aufgequollen – unter einem Baum und warten darauf, dass die dort bereitgestellten Köstlichkeiten sich von selbst auf den Weg zu ihnen machen. Im Hintergrund läuft ein gebratenes Ferkel und an Horizont ist die Mauer aus süßem Hirsebrei zu sehen, die das Schlaraffenland bekanntlich umgibt und durch die sich gerade jemand hindurchgefressen hat. Die Kombination von Überfluss und sündiger Trägheit entspricht natürlich der Moral des ausklingenden Mittelalters, doch als Allegorie für KI-Slop können wir uns kaum etwas Besseres vorstellen.

    Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Schlaraffenland_(Bruegel)#/media/Datei:Pieter_Bruegel_d._%C3%84._(1525-1569)_-_Das_Schlaraffenland_-_8940_-_Bavarian_State_Painting_Collections.jpg

  • Wie Reichweite zum Fluch wird – Ultraviralität

    Wie Reichweite zum Fluch wird – Ultraviralität

    S3 E06 Wir sollten uns klar machen, dass die gigantischen Abrufzahlen, die man in Plattformen wie YouTube oder TikTok findet, immer in einer speziellen Währung bezahlt werden: „investierte menschliche Lebenszeit“.

    Spätestens dann, wenn man es mit Millionen von Abrufen zu tun bekommt, handelt es sich bei dem in Frage stehenden Vorgang also nicht mehr um gewöhnliche menschliche Kommunikation, sondern um das Verbrennen astronomischer Mengen von Lebenszeit (letztlich zu Gunsten von Oligarchen und Aktiengesellschaften).
    Überhaupt lesen sich viele Wörter, wenn es um Reichweiten im Web geht, etwas …speziell. Dass die Abertausenden von Menschen, die auf sozialen Medien um uns herumschwirren, nicht wirklich unsere „Freunde“ sein können, hat sich vielleicht schon herumgesprochen. Trotzdem können wir Mark Zuckerberg diesen listigen linguistischen Angriff, der suggerieren sollte, wir seien auf Facebook „unter uns“ nicht verzeihen.

    Aber Toni Kroos hat auch keine 49 Millionen „Follower“ (das würde ihn sowohl auf der Autobahn als auch beim Einkaufen ziemlich beunruhigen). Es gibt auch nichts, was Christiano Ronaldo mit 650 Millionen Personen „teilen“ könnte. Wenn man bedenkt, dass „Teilen“ bedeutet, dass man den zu teilenden Gegenstand aufteilt, bliebe buchstäblich nichts mehr übrig.

    Wir schlagen vor, dass man vielleicht von "Ultraviralität" sprechen sollte, wenn die Reichweiten das natürliche menschliche Maß übersteigen, wenn es also – wieder einmal – "supernormal" zugeht. Wir meinen damit nicht etwa wichtige Informationen, die viele Menschen angehen , sondern den Mumpitz, der durch die Algorithmen sozialer Medien in totale Aufreger und "Trending Topics" verwandelt und in astronomischem Maßstab multipliziert wird. Den Hintergründen für Ultraviralität gehen wir in dieser Folge von achwasfm.janlucash.com/ nach und bedienen uns dabei einer höchst ehrbaren wissenschaftlichen Ideenwelt aus der Systemtheorie und Kybernetik.

    Quellen zur Folge

    • Einer DER Klassiker über Kybernetik, in dem alle von uns verwendeten Ideen dargestellt und sehr viel breiter und tiefer erklärt und entwicklt werden, stammt aus dem Jahr 1956. Und man sollte nun nicht denken, das sei „nicht mehr aktuell“. Das Buch wurde wurde von Ashby, W. Ross geschrieben. Titel: Introduction to Cybernetics. Erschienen ist das Buch in London bei Chapman and Hall und hier kann man es komplett downloaden:
      https://philpapers.org/archive/ASHAIT

    Unsere Fallstudien sus der Kategorie „ungeplant viral“

    Justine Sacco

    Der Fall der PR Managerin, die bei der Landung nach einem längeren Flug von einem gigantischen Firestorm erwischt wurde, ist – nach unserer Recherche – am besten in einem Beitrag des „Guardian“ nachzuvollziehen. Der Artikel ist auch deshalb interessant, weil sein Autor, der Partei für Justine Sacco ergriffen und das Absurde des Vorgangs kritisch kommentiert, selbst in einem Firestorm zweiter Ordnung attackiert wurde.
    https://www.theguardian.com/media/2015/dec/20/social-media-twitter-online-shame

    Das „Star Wars Kid“ Ghyslain Raza

    Der ahnungslose Teenager, der sich vor der Kamera eines Freundes als Yedi-Ritter produzierte und dann unfreiwillig zu einem Millionen-Klick-Weltstar avancierte, kann hier (in einer späteren Kopie mit „nur“ 38 Millionen Aufrufen) in Augenschein genommen werden:

    In dem kanadischen Dokumentarfilm „The Shadow of the Star Wars Kid“ aus dem Jahr 2022 wird von Ghyslains Schicksal erzählt. Der Film berichtet auch über Ghyzlains späteren Lebensweg. Er ist z.B. auf AppleTV oder AmazonPrime zu sehen, wir verlinken hier der Netralität halber auf die Wikipedia-Seite:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Star_Wars_Kid:_The_Rise_of_the_Digital_Shadows

    „Charley Bit My Finger“

    hier ist das extrem nervenaufreibende Video von Harry und Charly, in dessen Betrachtung mehr als 800 Millionen Menschen zwei Minuten Lebenszeit investiert haben

    BBC Dad

    Dies ist das in unserer Episode erwähnte BBC-TV-Interview mit dem durch seine eigenen Kinder unfreiwillig überfallenen Politik-Experten. Seit 2017 haben 62 Millionen Menschen das Video gesehen.

    The Dress

    Über „The Dress“ gibt es dutzende von Artikeln und Videos, ein guter Ausgangspunkt ist der englischsprachige Wikipedia-Eintrag zum Thema https://en.wikipedia.org/wiki/The_dress. Wir zitieren hier außerdem ein Erklärvideo, das es alleine schon auf schlappe 10 Millionen Klicks gebracht hat:

    Und übrigens: es gibt da noch eine makabre Fortsetzung der Geschichte. Wir verlinken hierzu einen Beitrag zu der Anklage an den Bräutigam dessen Schwiegermutter das Kleid fotografiert hatte (wegen versuchten Mordes an seiner Frau):

    https://www.rnd.de/panorama/the-dress-debatte-urheber-wegen-versuchten-mordes-an-ehefrau-angeklagt-OSUPEEQMWNEPTC46SEKQ7U6URU.html

    zum Episodenbild

    Der Krieg gegen die „Vier Plagen“, der China Anfang der 50er Jahre in eine gigantische Hungersnot gestürzt hat, ist nicht nur beispielhaft für kompletten Unsinn, der durch Entscheider verursacht werden kann. Er zeigt auch, wie schon relativ einfache Systeme in der Natur durch unbedachte Eingriffe und falsches Justieren von Soll-Werten in ein tödliches Ungleichgewicht gebracht werden können.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ausrottung_der_vier_Plagen#/media/Datei:Kill_bird_and_insect.jpg

  • Memes – die Evolution im Netz

    Memes – die Evolution im Netz

    „Memes“, das sind Bilder und Video-Schnippsel, die ironische oder lehrreiche oder mehr oder weniger lustige Dinge zeigen. Sie sind laut Wikipedia ein wichtiger Teil der Netzkultur und damit ein würdiges Thema für achwasfm.janlucash.com/!

    Recherchiert man genauer nach, woher das Wort „Meme“ stammt, wird man überrascht: Nein, es ist eben genau keine Wortschöpfung der Internet-Kultur, sondern eine Idee, die auf einen Zoologen und Evolutionsforscher namens Richard Dawkins zurückgeht. Er hat in den siebziger Jahren in seinem berühmten Buch mit dem Titel „das egoistische Gen“ den Begriff geprägt. Eigentlich ist Dawkins eher an der Ausbreitung von Genen und Evolutionsprozessen interessiert, aber die Analogie Gen (Genetik) – Mem (Kultur) hat es in das Netz der Netze geschafft und wird dort allerdings etwas irreführend verwendet. Im Podcast erläutern wir das Problem ausführlich.

    Kurz: Bei Dawkins ist die Relation zwischen Genen und Memen und ihren jeweiligen sichtbaren Auswirkungen folgendermaßen konzipiert: In der Genetik ist das Gen der unsichtbare „Replikator“, Lebewesen sind sichtbare Vehikel, mit denen die Gene sich fortpflanzen bzw. ihre Existenz sichern. In menschlichen Kulturen sind die unsichtbaren Replikatoren Ideen und deren sichtbare Vehikel sind Medieninhalte (Erzählungen, Bilder…).

    Studien

    Hier lösen wir unser Versprechen ein, einige empirische Studien zur Dynamik und Ausbreitung von Memes zu empfehlren:

    • Eine Studie, die Ursprünge und Verbreitungswege von Bild-Memes über verschiedene Online-Communities hinweg analysiert. Die Autoren zeigen auf, wie zentrale und periphere Gemeinschaften zur Entstehung und Verbreitung von Memes beitragen.

      Morina, D., & Bernstein, M. S. (2022). A Web-Scale Analysis of the Community Origins of Image Memes. Proceedings of the ACM on Human-Computer Interaction, 6(CSCW1), 1-25.
      https://dl.acm.org/doi/pdf/10.1145/3512921
    • Diese Untersuchung beleuchtet, wie Randgemeinschaften im Web, wie 4chan und Gab, zur Entstehung und Verbreitung von Memes beitragen. Die Studie zeigt auf, wie Inhalte aus diesen Communities in den Mainstream übergehen.

      Zannettou, S., Caulfield, T., Blackburn, J., De Cristofaro, E., Sirivianos, M., Stringhini, G., & Suarez-Tangil, G. (2018, October). On the origins of memes by means of fringe web communities. In Proceedings of the internet measurement conference 2018 (pp. 188-202).
      https://arxiv.org/abs/1805.12512?
    • Eine weitere Studie untersucht die Entwicklung von Memes über einen Zeitraum von zehn Jahren auf Reddit. Die Autoren analysieren die Komplexität und Entropie von Memes, um deren evolutionäre Muster zu verstehen.

      Valensise, C. M., Serra, A., Galeazzi, A., Etta, G., Cinelli, M., & Quattrociocchi, W. (2021). Entropy and complexity unveil the landscape of memes evolution. Scientific Reports, 11(1), 202
      https://www.nature.com/articles/s41598-021-99468-6.pdf

    andere Quellen

    Wer das Buch von Dawkins in der deutschen Übersetzung im Original lesen möchte, kann es z.B. bei bücher.de bekommen:
    https://www.buecher.de/artikel/buch/das-egoistische-gen/40917842

    Der Exzerpt-Dienst „getabstract“ beitet eine übersichtliche Zusammenfassung der „Selfisch-Gene“-Theorie von Richard Dawkins:
    https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/das-egoistische-gen/7827?

    Ein Beispiel für Literatur, in der man den markenpsychologischen Effekten von Memes auf den Grund geht ist die Arbeit von Teng, H., Lo, C. F., & Lee, H. H. (2022). How do internet memes affect brand image?. Online Information Review, 46(2), 304-318.
    https://www.emerald.com/insight/content/doi/10.1108/oir-05-2020-0192/full/pdf?

    oder zum gleichen Thema

    Vasile, S., Mototo, L., & Chuchu, T. (2021). Using “Memes” as a marketing communication tool in connecting with consumers within the age of digital connectivity. International Review of Management and Marketing, 11(3), 30-35. https://kclpure.kcl.ac.uk/ws/portalfiles/portal/101509725/2018imc_memes.pdf

    Image Boards

    Die Marktplätze und Brutkästen bzw. Ökosysteme für Memes nennt man Image Boards. Das wahrscheinlich bekannteste, auf dem u.a. auch die „Q-Anon“ Bewegung wichtige Impulse erhielt, ist „4Chan“, erreichbar unter https://www.4chan.org/. Ganz ähnlich, neuer und mit weniger Moderation – also mehr Desinformation – arbeitet eine Plattform namens „9Gag“ https://9gag.com. Wie der Name vermuten lässt, geht es um Humor, wobei man beim Blättern durch die Bilder und Videos schnell versteht, dass Humor Ansichtssache ist. Einer weiterer Meme-Baukasten, die wir im Podcast erwähnen, ist https://imgflip.com/. Er bietet spezielle Templates für bestimmte Meme-Themen an, etwa die Trump Executive Order. Ein weiterer Baukasten findet sich auf https://memehead.com („Find, rate and share the best memes and images. Discover the magic of the Internet“).

    Ranglisten von Memes finddn sich allenthalben, z.B. eine der besten deutschen Memes auf TikTok, dort sind es natürlich Videos.
    https://www.tiktok.com/discover/deutsche-memes-2024

    Das Ur-Mem „Dancing Baby“

    Das Ur-Mem „Dancing Baby“

    …kann man sich auf YouTube ansehen:

    ..und offen gestanden: man fragt sich, was daran eigentlich besonders viral sein soll. Das wird durch die gefühlt hundert Variationen des hüftenschwingenden Säuglings auch nicht besser.

    Trumps Executive Order

    Eines der meistgeteilten, meistzitierten und veränderten, reposteten Memes ist die „Trump Executive Order“. Hier aus

    Donald Trump hält eine Tafel in die Kamera mit der Aufschrift: Don't be mad at lazy people, they didn't do anything

    Beispiel eines Memes vom Typ „Trump Executive Order“ aus imfglip.com

    Distracted Boyfriend

    Auch dieses Meme gehört zu den Berühmten, meistgesehenen und -geteilten: das Distracted Boyfriend Motiv. Wir ersparen es uns das Bild zu erklären. 'Stattdessen haben wir haben es ausprobiert und: voilà: das erste achwasfm.janlucash.com/ Meme!

    ein junger Mann dreht sich nach einer hübschen jungen Frau um, seine Freundin sieht ihn empört an, die Beschriftungen: auf dem jungen Mann: "Ich" auf der Freundin "Fake News" auf der Passantin "achwas.fm"
    Beispiel für das „Distracted Boyfriend Meme“ generiert mit dem Meme Genrator von imgflip

    Das Episodenbild

    Darstellungen analog zu Internet-Memes sind keine Erfindung des Internets – natürlich. Ganz im Gegenteil: Man findet man zahlreiche historische Beispiele für politische Karikaturen, Satire und Propaganda oder Agitation auf Flugblättern. Nach der Erfindung der Druckerpresse im 15. Jahrhundert konnten solche Medien massenweise hergestellt und unter die Leute gebracht werden. Das Beispiel in unserem Episodenbild zeigt ein Flugblatt, in dem ein von vielen Schulden, Steuern und Abgaben belasteter „John Bull“ mit einer „Conventional Bill“ bedroht wird. John Bull war eine fiktive Persona, die in vielen Zusammenhängen verwendet wurde, um das britische Volk zu symbolisieren. Der Herr mit der Keule war William Pitt, der britische Premierminister. Die Szene spiel um die Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Derartige Flugblätter wurden publiziert und verbreitet, um die Stimmung im Land in die eine oder andere Richtung zu beeinflussen und sie waren immer bunt, lustig und ironisch bis sarkastisch – Memes eben.

    Die Bildquelle auf Wikimedia Commons:
    https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_modern_Hercules_or_a_finishing_blow_for_poor_John_Bull_(BM_1868,0808.6474).jpg

    Hintergründe zum Bild und eine Erklärung der dargestellten Zusammenhänge findet man auf der Website des Britischen Museums:
    https://www.britishmuseum.org/collection/object/P_1868-0808-6474