Kategorie: Künstliche Intelligenz (KI)

  • Zügel für Künstliche Intelligenz. Der AI Act der EU 9.12.23

    Zügel für Künstliche Intelligenz. Der AI Act der EU 9.12.23

    (S2E33) Viele Erfindungen und Entdeckungen der Menschheit scheinen zuerst eine Phase von Gesetzlosigkeit, Wildheit zu durchlaufen. Dann legt man ihnen Zügel an. Gesetze regeln die Verwendung und versuchen den Nutzen dadurch für den Menschen zu optimieren und Gefahren einzuschrenken. So schön uns die Natur erscheint, wir schränken sie ein, machen sie kompatibel. 

    Feuer bekommt eine Feuerstelle, eine Duftkerze oder einen Ofen als Pferch; Pferde, wilde Tiere, werden gefangen und domestiziert, zum Kampf, zum Pflügen, zur Jagd, im Bergwerk, als Zugtier – oder zur Belustigung – als Zirkuspferd genutzt. 

    Von Erfindungen wie Elektrizität, Dampflokomotiven und Automobil scheinen zudem Gefahren auszugehen, die man noch nicht in Gänze erkennen kann, aber vorsichtshalber reglementiert. Denn sie sind nicht „aus der Natur geholt“, sondern werden industriell hergestellt und verkauft oder betrieben. Regelungen ermöglichen diese kommerziellen Akte.

    Und nun die künstliche Intelligenz – und wir stellen uns die Frage: sind wir ihre Zaubermeister oder die Zauberlehrlinge? 

    Die Einbettung von Podcastplayern mit Zugriff auf die entsprechenden Quellen funktioniert nicht zuverlässig. Ab dieser Folge finden Sie /findet Ihr an dieser Stelle eine Tabelle mit Links zu den Folgen bei den bekannten Quellen.

    In dieser Folge der Geschichten hinter den Pixeln geht es um das Zügeln einer Erfindung, einer Technologie, die uns in vielen Gestalten begegnen wird. Zu unserem Nutzen (z.B. in der Medizin, in der Mobilität), oder auch um uns sehr mächtig zu schaden? 

    Wer legt die Zügel wem an? Wie kann Nutzen erzielt und Schaden abgewehrt werden?

    Wir streifen auch die Frage: Was passiert, wenn diese KI sich zu einer ganz eigenen Spezies entwickelt, wie wollen wir ihr begegnen? 

    Diese Folge zeigt, wie Gesetzgeber (auch ein Kaiser), Science Fiction Autoren (auch Star Trek) Jurist:innen, Herstellerunternehmen, Nutzer:innen eine Zukunft einleiten, deren Gesetze adaptiert werden müssen. Meistens jedenfalls, aber immer, bevor es zu spät ist. 

    Seit dem 9.12.2023 gibt es den AI Act, beschlossen vom Europäischen Parlament und den Staaten der EU. 

    Ein gigantischer Schritt, und nicht der letzte um uns – ein weiteres mal – die Erde ein wenig sicherer und komfortabler zu machen. 

    Quellen

    Der AI Act im Original
    Artificial Intelligence Act: deal on comprehensive rules for trustworthy AI

    https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20231206IPR15699/artificial-intelligence-act-deal-on-comprehensive-rules-for-trustworthy-ai

    Die Meldung des „Handelsblatt„
    EU beschließt umfangreichstes KI-Gesetz der Welt – das sind die wichtigsten Punkte

    „Brüssel hat die weltweit erste KI-Regulierung beschlossen. Worauf Industrie und Verbraucher sich jetzt einstellen müssen.“
    https://www.handelsblatt.com/politik/international/ai-act-eu-beschliesst-umfangreichstes-ki-gesetz-der-welt-das-sind-die-wichtigsten-punkte/100002256.html

    Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen
    Vom 3. Mai 1909.

    https://de.wikisource.org/wiki/Gesetz_über_den_Verkehr_mit_Kraftfahrzeugen

    FORD Pinto, „ein gefählich konstruiertes Automobil“:
    Ford kannte die Gefahren, interne Dokumentation führte aus: Es sei kostengünstiger, nach Todesfällen mögliche Gerichtsprozesse in Kauf zu nehmen und entsprechende Entschädigungen zu zahlen.
    Erst nachdem mindestens 60 Personen gestorben und über 120 schwer verletzt worden waren, wurde 1980 der FORD Pinto schließlich vom Markt genommen.
    Fazit: Die Kosten wurden in Kauf genommen.
    Umfangreichste Dokumentation inkl. Video.
    https://www.tortmuseum.org/ford-pinto/



    DSGVO – Die Wirksamkeit der Abschreckung gegen Verstöße auf dem Prüfstand
    Aktuelle Studie vom 5.12.2023:

    Eine Hitparade der privaten Fach­hochschule Gisma aus Potsdam listet Meta als den Spitzenreiter auf bei Strafzahlungen wegen Verstoß DSGVO auf.
    Fazit: Die Kosten wurden in Kauf genommen.
    Der Bericht / Die komplette Hitparade bei GISMA
    https://www.gisma.com/de/blog/dsgvo-verstoesse-so-hohe-bussgelder-nehmen-top-unternehmen-in-kauf

    Isaac Asimov und seine „Robotergesetze“ – eine Vielzahl an möglichen Quellen,

    ResearchGate
    Gunter Lassmann: Bedeutung der Robotergesetze für die Neuzeit,
    Asimovs Robotergesetze, Was leisten sie wirklich

    Dezember 2017; Heise Medien, Germany

    https://www.researchgate.net/publication/321917765_Asimovs_Robotergesetze_Was_leisten_sie_wirklich_In_German

    JURIOS.
    https://jurios.de/2023/08/29/isaac-asimov-und-seine-robotergesetze/

    ROBOTERWELT (keine HTTPS Seite!)
    http://www.roboterwelt.de/magazin/die-robotergesetze-von-isaac-asimov/

    KI liest Gesichter: Forschungsprojekte und -berichte

    Zuse Institut Berlin (ZIB) – Camera Facialis: „Accurate measurements of 3D geometry and texture of the human face play an important role in medical applications, affective computing or behavioral sciences. Besides resolution and accuracy, important requirements for large-scale assessment are reliability and ease of use of scanning devices and analysis software.“
    https://www.zib.de/projects/camera-facialis

    Stefan Lautenbacher & Miriam Kunz: „Schmerzerfassung bei Patienten mit Demenz“ 2019. Hinweis: Vollständige Seite wird für Lehrkörper und Studierende von Hochschulen sichtbar nach Login.
    https://link.springer.com/article/10.1007/s00482-019-00411-6

    https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Kollege-Computer-hilft-beim-Schmerzmonitoring-407715.html
    Anwendung in der Medizin, z.B. die Schmerzerkennung bei Menschen mit Demenz wird zur Zeit in Trainings gelehrt. Die Anwendung von KI steht in Aussicht.

    Abschliessend: Ein besonderer Dank für die guten Diskussionen zum Thema AI Act an den kenntnisreichen YZ , dem niemals ein X vorangestellt werden darf.

    Bildquelle 

    Der Maler George Catlin unternahm die Anstrengung, indigene Völker Nordamerikas im Alltag in Bildern festzuhalten, Feste, Rituale, Jagd und auch das Fangen und Zügeln eines Wildpferdes. Unser Bild zeigt den verzweifelt erscheinenden Kampf zwischen Natur und Mensch, aus der Entferung, kaum erkennbar aber spürbar.

    Das hat diesem Bild den Vorrang gegenüber gewaltigen „Ölschinken“ mit Mars und Bellona oder Kampfgetümmel der Manieristen gegeben. 

    Wir hatten auch zwei Bilder mit Automobil und „Vorankündiger mit roter Flagge“ in Augenschein genommen. Leider waren beide Bilder nicht sicher gemeinfrei. Also wild… und wir mussten uns zügeln.

    ⁠George Catlin – Breaking Down the Wild Horse – 1985.66.501 – Smithsonian American Art Museum.jpg

    KI hat uns diesmal nicht so richtig geholfen – hatten wir zuviel verlangt? DALL°E sollte uns in einer Fassung des Prompts zeigen, wie diese Verordnung, den Autos einen „Flaggenmenschen“ voran gehen zu lassen wohl heute aussehen könnte. Aufmerksamkeitsstarke Kleidung, zur Fahrzeugfarbe passende Kleidung. Zumindest eine schön bunte Variation.

  • Deepfakes – Erinnerungen werden lebendig.

    Deepfakes – Erinnerungen werden lebendig.

    S2/E31 Homer ließ Odysseus in seinen Erzählungen lebendig werden. Aber die Möglichkeiten, sich an Menschen und Ereignisse zu erinnern sind längst digitalisiert. Dabei meinen wir nicht nur digitale Bilder, die in ihrer Vielzahl „geschossen“ in unseren Speichern im Rechner oder der Cloud im Wortsinne festgehalten wurden.

    Wenn wir uns erinnern wollen an Ereignisse von Familie, Städten, Vereinen, Technologien können uns Fotoalben weiterhelfen. Auch auf öffentlichen Speicherplattformen wie Vimeo oder YouTube „leben wir bewegt“ und lassen von uns hören in Podcasts – wie dem von achwas?!

    Kein Spotify-Link? Bitte Seite erneut laden.

    So war es nur eine Frage der Möglichkeiten, der Fantasie und Handwerkskunst diese Fülle von Bildern, Texten und Sprache zusammen zu führen. Daraus ein lebendig erscheinendes Abbild von Menschen zu erstellen.

    Das „zum Leben erwecken“ lässt sich bei digitalisierten Medien relativ einfach gestalten. In immer schnellerer Folge begegnen wir in den Medien Wesen, deren Stimme, Gesicht und Mimik uns vertraut erscheinen, wo der Inhalt allerdings abweicht von dem, was wir kennen und erwarten.

    Ein aktuelles Beispiel wurde vom „Zentrum für politische Schönheit“ erstellt. Da verkündet Bundeskanzler Olaf Scholz Ende 2023 das Verbot der AfD. Wie sich schnell herausstellte, war das ein Deepfake.

    Was denn nun Deepfakes genau sind, und woher der Begriff kommt? Spoiler: aus den Begriffen „Deep Learning“ (mehrschichtiges Lernen) und „fake“ (Fälschung) gebildet bezeichnet dies mittels Künstlicher Intelligenz erstellte Bilder und Videos. Deep Learning ist eine Methode, die aus – für den Rechner vom ersten Schritt – „verwirrenden“ Pixeln z.B. eines Bildes – in vielen nachgelagerten Schichten von Mustererkennung etwas dekodiert, was sich in den eingelesenen Daten (Bsp. Bilder von Hunden) als ein maschinenlesbares „Urbild Hund“ immer wieder bestätigt. Diese Bilder können parametrisiert werden, d.h. durch Befehle oder auch Regler in Farbe oder Form oder Bewegungen verändert werden. So wird aus einer Mücke ein Elefant, der fliegen kann und dabei Löwengebrüll ausstößt. Meistens sind es allerdings „Promis“, die uns scheinbar verwirren.

    In unseren Quellen finden sich einige Beispiele für Deepfakes. Wir weisen in dieser Folge einen weiteren Aspekt von Deepfake hin – die Möglichkeit, Angehörige und Freunde oder auch Personen und Zeugen der Zeitgeschichte, ja, fast zum Leben zu erwecken. Oder zumindest über sich und Ereignisse Auskunft zu geben. Dies wurde möglich gemacht für Menschen, die der Shoah (Holocaust) entkamen und Zeugnis geben über Schrecken und Unmenschlichkeit einer unermeßlicher Dimension.
    Aber diese Technologie kann für jegliche Erinnerung verwendet werden. Am Beispiel von vier Unternehmungen machen wir deutlich, wie dies die Trauerarbeit unterstützen, aber vielleicht auch ver- und zerstören kann.

    Quellen

    Upload (Amazon Streaming Serie zur Zeit in drei Staffeln)
    „Upload spielt im Jahr 2033. Menschen können sich in in eine virtuelle Welt hochladen lassen. Der Kontakt zur „echten“ Welt findet über Telefonate, SMS, Videokonferenzen oder auch holographische Repräsentanzen statt. Auch in der virtuellen Welt begegnen die Hochgeladenen Bannern und Cookies und einem gewissen Zwang mit Sternen Leistung zu bewerten. Da der Aufenthalt von Lebenden finanziert wird, ist das verfügbare Datenvolumen die Währung für ein angenehmes Leben nach dem Tod.

    Beitrag der BBC: Forscher der Universität von Washington haben den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama fotorealistisch als Deepfake nachgebildet.
    Mithilfe künstlicher Intelligenz wurde genau modelliert, wie Herr Obama seinen Mund bewegt, wenn er spricht.
    Ihre Technik ermöglicht es ihnen, ihrem synthetischen Barack Obama beliebige Worte in den Mund zu legen. (Übersetzt mit DeepL aus der folgenden Quelle:)
    https://www.youtube.com/watch?v=AmUC4m6w1wo

    Eine Keynote zu KI auf Amazon re:MARS 2022 von Rohit Prasad, SVP and Head Scientist, Alexa AI, Amazon

    /https://www.youtube.com/watch?v=22cb24-sGhg&t=3733s

    Seine Keynote beginnt hier 43:36 (zum Schluß die gute Nacht Geschichte, von Alexa mit der Stimme der Großmutter erzählt.

    Mehr zu Deepfake und mehr Videos auf „Deutsche Welle“. Sehr gut eine Zusammenstellung, wie man Deepfakes erkennen kann
    https://www.dw.com/de/faktencheck-wie-erkenne-ich-deepfakes/a-60192155

    Das „Zentrum für Politische Schönheit (ZPS)„, Website
    https://politicalbeauty.de

    Die Beispiele aus dem Podcast


    Storyfile: Tell me, Inge! Reden Sie mit der Holocaust Überlebenden Inge Auerbacher. Etwas scrollen, bis zu den Demos ist die App mit Inge die erste in einer Reihe von Beispielen. Clicken, Lautsprecher einschalten und mit Inge sprechen.
    https://storyfile.com

    Mehr dazu vom „Macher“ des „Deepfakes“

    https://www.elmhurst.edu/news/usc-shoah-foundations-stephen-smith-to-give-holocaust-lecture-on-april-24/

    Project December: Simulate the Dead.

    Project December is the first system in the world of its kind. Using patent-pending technology, in conjunction with deep AI running on one of the world’s most sophisticated super-computers, we can now simulate a text-based conversation with anyone. Anyone. Including someone who is no longer living.
    Selbstaussage von Project December

    https://projectdecember.net

    WDR 5, Neugier genügt: Das kalifornische Startup „HereAfter AI“ hat eine App entwickelt, die mithilfe von KI „Gespräche“ mit unseren Liebsten ermöglicht – auch nach deren Tod. Nils Dampz hat das Startup besucht, dessen Mitgründer getroffen und die App ausprobiert. Hilft ein KI-Sprachbot bei der Trauer?
    https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-neugier-genuegt-freiflaeche/audio-sprechen-mit-verstorbenen–dank-kuenstlicher-intelligenz-100.html

    Die Hereafter App
    „Preserve memories with an app that interviews you about your life. Then, let loved ones hear meaningful stories by chatting with the virtual you.“
    https://www.hereafter.ai

    Trigger Warnung.
    Auf den Videokanälen der Munhwa Broadcasting Corporation (MBC), einem der drei größten Rundfunksender Süd-Koreas, findet man die Mutter/Tochter Geschichte, die mittels VR Brille und Deepfakes ein (einseitiges) Wiedersehen der Mutter mit der verstorbenen Tochter ermöglicht. Das Video endet mit dem symbolischen Tod der Tochter, die sich von der Mutter verabschiedet und als Schmetterling davon fliegt.
    https://www.youtube.com/watch?v=uflTK8c4w0c&t=35s

    Dieses Video wird in einem umfassenderen Bericht zum Thema am 6.11.2022 auf der schweizerischen Website watson erwähnt.
    https://www.watson.ch/wissen/digital/446276751-wenn-tote-reden-start-ups-schaffen-digitale-versionen-von-verstorbenen

    Der juristische Teil (Bald ehr dazu auf diesem Kanal achwasfm.janlucash.com/).

    AI-Act der EU
    Zusammenfassung (deutsch)
    https://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/society/20230601STO93804/ki-gesetz-erste-regulierung-der-kunstlichen-intelligenz

    Zusammenfassung (englisch)
    https://www.europarl.europa.eu/news/en/press-room/20231206IPR15699/artificial-intelligence-act-deal-on-comprehensive-rules-for-trustworthy-ai

    Die Suchseite zum Thema (EU Parlament)
    https://www.europarl.europa.eu/news/de/search?searchQuery=AI+Act+document

    Datenschutzgrundverordnung (DSVGO)
    Hier die Übersicht zur DSGVO (Europaparlament). Hier findet sich nicht nur „das Gesetz“ und die Erläuterungen, sondern auch Artikel, Gerichtsurteile und mehr. Auch FaceBook / Meta / Zuckerberg taucht auf.

    https://www.europarl.europa.eu/news/de/search?searchQuery=DSGVO

    Folgen-Bildquelle

    Zugleich ein Familienbild, und eine Fakenachricht und ein Fake in der Darstellung von Menschen der Geschichte oder vielleicht Fiktion? Lassen Sie sich nicht verwirren:
    Es zeigt ein Gemälde von Jean Auguste Dominique Ingres. Benannt ist es als die „Apotheosis Homers“ und stammt aus dem Jahr 1827. Als Apotheose wird die Gottwerdung eines Menschen bezeichnet.
    Wir empfehlen, das Bild auf der Wikimedia aufzusuchen. Zum einen gibt es mehr Infos und: alle abgebildeten Wesen werden identifiziert und man erfährt ihre Namen. Wenn Sie Zeit haben und Lust dazu – vielleicht probieren Sie so viele wie möglich selbst zu erkennen.

    https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jean_Auguste_Dominique_Ingres,_Apotheosis_of_Homer,_1827.jpg

  • Microsoft greift an! Das Strategische Kochbuch.

    Microsoft greift an! Das Strategische Kochbuch.

    S2 E25. Stellen Sie sich einmal vor, sie möchten im Web und mit dem Web Geld “machen”. Richtig viel und dabei den Großen im Web auch in die Parade fahren. 

    Was könnte das Geschäftsmodell sein, wonach strebt die Wirtschaft – nicht nur im Web? Genau. Daten. Daten sind bekannterweise wie Wind und Sonnenenergie – stetig und unendlich verfügbar und noch besser: Mehrfach verwendbar. 

    Wobei “Daten” noch kein Geschäftsmodell sind, sondern erst mal beschafft werden müssen, dann rumliegen und Energie verbrauchen – oder verarbeitet werden, möglichst schlau um “was damit zu machen”. Eine Idee muß also her. Oder man hat diese Idee und bschafft die Daten: Eine Idee – die hat Microsoft: sehr wertvolle Daten sind die, die beim Geld verdienen helfen. Im Web wären das genau wie ausserhalb: Daten die Werbung zielgenau werden lassen.

    Das Strategische Kochrezept. Man vergleiche sich mit dem Alphatier. Ob die Orientierung an „Best in Class“ jemals jemanden selbst die Nummero 1 werden lies, steht auf einer anderen Page.
    Dann kauft man sich alles, was das Alphatier hat und versieht es mit magischer Sauce und ist fortan selber der oder die Gejagte? Ob das eine gute Wette sein wird?
    Wir haben auch für diese Folge genauer hingeschaut und tiefer gegraben, betrachten unter anderem Microsoft, Google und Xandr. Falls Sie die letztgenannte noch nicht kennen: Wir klären Sie auf und betrachten in einem Exkurs dafür eine komplett andere Branche, wo ein ähnliches Kochrezept eine Traumhochzeit zu einer toxischen Arbeitsbeziehung werden lies.

    Quellen

    Google erklärt, was Google weshalb tut
    https://about.google/how-our-business-works/

    Microsoft’s Presseartikel zum „Neuen Bing“
    https://news.microsoft.com/de-de/chatten-mit-bing-4-tipps-fuer-mehr-produktivitaet-und-kreativitaet-im-arbeitsalltag/

    Eine Serie von Meldungen zum „Neuen Bing“ findet sich in einem Beitrag von Martin Geuß auf dem Forum „drwindows“. Darunter dieser meinungsstarke Kommentar.
    https://www.drwindows.de/news/kommentar-das-neue-bing-hat-killerpotential-es-toetet-das-freie-internet

    „Wie eng uns Datenhändler auf die Pelle rücken“ heisst der von uns analysierte Artikel von Netzpolitik.org zum Thema Microsoft und Xandr. https://netzpolitik.org/2023/europa-vergleich-wie-eng-uns-datenhaendler-auf-die-pelle-ruecken/
    „Für Online-Werbung wollen Datenhändler genau wissen, wie viel Geld wir haben, wie viele Kinder, welche Gebrechen. Unsere große Datenrecherche zeigt die Dimension des brisanten Geschäfts erstmals im EU-Ländervergleich. Fachleute sprechen von einer „Katastrophe“.

    Zur eigenen Recherche hat Netzpolitik.org den Link zur Xandr Tabelle im Artikel eingebunden. https://web.archive.org/web/20230525225839/https://docs.xandr.com/en-US/bundle/monetize_monetize-standard/page/topics/data-marketplace-buyer-overview.html

    Forbes beschreibt die Situation deutlich: „The AI Wars Between Microsoft And Google: 8 Lessons For Entrepreneurs“. Und beschreibt das Vorgehen und die dahinter stehende Strategie in einem 8 Punkte Programm:
    https://www.forbes.com/sites/dileeprao/2023/09/21/the-ai-wars-between-microsoft-and-google-8-lessons-for-entrepreneurs/?sh=7b3b0546a581

    Episodenbild

    Ein Blick direkt in die Küche der Renaissance. Die Anwesenden scheinen sich gütlich zu tun an einem großen Ricotta und wirken wenig einladend. So als ob sie nichts vom Ricotta abgeben wollten. Da bleibt wohl nichts weiter, als es selbst zu probieren, ein Stück vom Markt, pardon, Käse, zu ergattern. 

    Das Bild heisst „I mangiatori della ricotta“ (Die Ricotta Esser) und wurde um 1580 gemalt von ⁠Vincenzo Campi⁠  (1536–1591). Campi war für seine Genre Bilder bekannt, Bilder aus dem Leben der „einfachen Menschen“ ähnlich denen der flämischen Maler, deren Werke bereits einigen unserer Episoden ihre Visualisierung verdanken. 

    ⁠https://en.wikipedia.org/wiki/Vincenzo_Campi#/media/File:The_Ricotta_eaters-Vincenzo_Campi-MBA_Lyon_H673-IMG_0324.jpg⁠

  • I hope you are not concerned – ChatGPT und die Emergenz einer Theory Of Mind

    I hope you are not concerned – ChatGPT und die Emergenz einer Theory Of Mind

    David Premack und Guy Woodruff waren sich sicher: Sarah hatte gleich bemerkt, dass mit dem Kerl etwas nicht stimmte. Und offensichtlich hatte sie nun keine Zweifel mehr: Der Kerl würde ihr ganz sicher immer die falsche Lösung zeigen und – schlimmer noch – am Ende die Belohnung einfach für sich behalten. Der spielte mit gezinkten Karten! Ein Betrüger! Sarah wurde schnell misstrauisch. Kurz danach verweigerte sie dann jede weitere Zusammenarbeit. Konsequent. Mit dem Betrüger wollte sie nichts mehr zu tun haben. Sarah war eine ziemlich nachtragende Schimpansendame.

    Premack und Woodruff konnten Ende der 70er Jahre in ihren bahnbrechenden Untersuchungen mit Schimpansen – wie Sarah – zeigen, wie überaus konsequent und genau diese Primaten Artgenossen und auch Menschen beobachten, um etwas über deren Innenleben in Erfahrung zu bringen. Die Forscher mussten einen Begriff hierfür finden und nannten die Fähigkeit, Motive, Absichte, Emotionen und Persönlichkeitsmerkmale von anderen zu erkennen und in das eigene Verhalten einzubeziehen…

    Theory Of Mind

    Haben Schimpansen also …Theorien? Premack und Woodroff argumentieren hier sehr klar: Offensichtlich waren ihre Primaten dazu in der Lage, Dinge, die nicht direkt und offen beobachtet, sondern nur geschlussfolgert werden können, für die Vorhersage eines zukünftigen Geschehens zu berücksichtigen. So ist eine Absicht als solche ja nicht sichtbar, sondern nur aus den Konsequenzen eines Verhaltens zu erschließen. Dass jemand mit gezinkten Karten spielt, setzt eine „innere mentale Repräsentation“ dieser Eigenschaft voraus und Annahmen darüber, was in einer Situation geschehen wird. Genau das macht aber eine Theorie.

    Die „Theory of Mind“ wurde etwa zehn Jahre später in der Entwicklungspsychologie aufgegriffen – das ist die Teildisziplin, die sich um die Frage kümmert, wie sich Menschen im Verlauf ihrer Lebensspanne verändern. Verschiedene Wissenschaftler/innen begannen mit speziellen Aufgaben das Vorhandensein von Theories of Mind bei Kindern zu untersuchen. Beim einigermaßen berühmten „Sally-and-Ann-Problem“ muss ein Kind verstehen, dass Ann in einem von Sally unbeobachteten Moment eine Situation so manipuliert, dass Sally eine falsche Entscheidung treffen muss, genauer: Ihre Murmel in der falschen Kiste suchen wird… Theory of Mind Aufgaben gibt es mittlerweile im Dutzend und auch Befunde, dass autistische Kinder eben mit diesem Typ von Fragestellung besondere Schwierigkeiten haben.

    Warum ist das interessant? Nun, neuere Untersuchungen an Large Language Bot-Systemen – speziell CharGTP – legen nahe, dass auch diese über Theories of Mind verfügen, und zwar in einer Qualität, die man in etwa bei 9jährigen Kindern findet. Die Details berichten wir im Podcast. Wenn dem wirklich so wäre – und mit Sicherheit kann das im Moment noch niemand sagen – hätte sich etwas abgespielt, was man in den Lebenswissenschaften mit einem speziellen Begriff bezeichnet, nämlich:

    Emergenz

    Emergenz bezeichnet den gerade angedeuteten Sachverhalt: Ein System wird größer, die Breite, Tiefe und Anzahl der Elemente nimmt zu, dann kann man regelmäßig (sozusagen naturgesetzlich) beobachten, dass neue Eigenschaften entstehen, die sich aus den Merkmalen der Einzelelemente nicht mehr herleiten lassen. „Selbstorganisation“ ist hier ein anderer wichtiger Begriff. Lebende Systeme organisieren sich selbst, ordnen sich, regulieren sich, bilden Schichten und Sub-Strukturen…

    • Termiten bilden emergent Termitenvölker
    • Hirnzellen bilden emergent Strukturen höherer Ordnung bis zum Gehirn
    • Korallentierchen bilden emergent riesige Ökosysteme
    • Bienen bilden emergent komplexe Bienenvölker
    • Körperzellen bilden Gewebe, Organe, Organismen
    • usw.

    Damit ist unser Vokabular für diese Podcastfolge endlich komplett: Wir fragen uns, ob es wirklich sein kann, dass ChatGPT eine Theory Of Mind entwickelt hat oder – anders formuliert – was es bedeuten könnte, dass er/sie/es die entsprechenden Aufgaben, mit der Theories of Mind bei Menschen untersucht werden, mit Leichtigkeit löst.

    Quellen:

    • Das erwähnte und sehr empfohlene Online-Lexikon für Psychologen und Pädagogen, das von dem österreichischen Psychologen Werner Stangl geschrieben und gepflegt wird, findet man unter dieser URL: https://lexikon.stangl.eu/

      Und hier speziell den Artikel zur Definition der Theory of Mind:
      https://lexikon.stangl.eu/511/theory-of-mind
    • Der erste wissenschaftliche Artikel, in dem der Begriff „Theory of Mind“ verwendet wird, stammt aus der Primatenforschung:
      Premack, D., & Woodruff, G. (1978). Does the chimpanzee have a theory of mind?. Behavioral and brain sciences, 1(4), 515-526.
      Online abrufbar auf der Researchgate-Profilseite von Guy Woodroff: https://www.researchgate.net/profile/Guy-Woodruff/publication/232003352_Does_a_chimpanzee_have_a_theory_of_mind/links/61e7fad48d338833e37df26a/Does-a-chimpanzee-have-a-theory-of-mind.pdf
    • Die Studie zu den Theory of Mind Fähigkeiten autistischer Kinder, in der die Sally and Ann Aufgabe eingeführt wurde, hat folgende Quelleninfo:
      Baron-Cohen, S., Leslie, A. M., & Frith, U. (1985). Does the autistic child have a “theory of mind”?. Cognition, 21(1), 37-46.
      Online abrufbar auf einer Website „Autismtruths.org“ unter der URL: http://autismtruths.org/pdf/3.%20Does%20the%20autistic%20child%20have%20a%20theory%20of%20mind_SBC.pdf
    • Francesca Happè’s Artikel zum Messen von Theories of Mind mit einem komplexen Aufgaben-Set:
      Happé, F. G. (1994). An advanced test of theory of mind: Understanding of story characters‘ thoughts and feelings by able autistic, mentally handicapped, and normal children and adults. Journal of autism and Developmental disorders, 24(2), 129-154.
      Der Artikel ist leider nicht offen im Web zugänglich.
    • Holterman, B., & van Deemter, K. (2023). Does ChatGPT have Theory of Mind?. arXiv preprint arXiv:2305.14020.
      https://arxiv.org/pdf/2305.14020.pdf
    • Der Artikel von Michael, der Anlass zu unseren Spekulationen in Sachen Theory of Mind war:
      Kosinski, M. (2023). Theory of mind may have spontaneously emerged in large language models. arXiv preprint arXiv:2302.02083.
      https://arxiv.org/pdf/2302.02083.pdf
    • #Der Beitrag aus den Microsoft Research Labs zu „Funken von allgemeiner künstlicher Intelligenz“, untersucht an verschiedensten Aufgabentypen.
      Bubeck, S., Chandrasekaran, V., Eldan, R., Gehrke, J., Horvitz, E., Kamar, E., … & Zhang, Y. (2023). Sparks of artificial general intelligence: Early experiments with gpt-4. arXiv preprint arXiv:2303.12712.
      https://arxiv.org/pdf/2303.12712.pdf?utm_source=webtekno
    • Die Fabel „The Owl Was God“ von James Thurber, die in unserer Diskussion erwähnt wird, kann im Original hier nachgelesen werden:
      https://readandripe.com/the-owl-who-was-god/

    Quelle zum Episodenbild:

    Wir können der Versuchung nicht widerstehen, die allerklassischste aller Geschichten zum Freisetzen ungeahnter Kräfte für unser Episodenbildes heranzuziehen: die Büchse der Pandora. Sie brachte das Unglück über die Welt, weil sie der Versuchung nicht widerstehen konnte, ein Gefäß zu öffnen, in dem alles Leid und Laster der Menschheit eingeschlossen waren. Ein Racheakt von Zeus an der Menschheit – dafür, dass Prometheus (Pandoras Schwager) den Göttern das Feuer gestohlen hatte.

    Es gibt Dutzende von Pandora-Darstellungen, viele davon sind hunderte Jahre alt. Wir haben uns für eine Version von Dante Gabriel Rossetti aus dem Jahr 1871 entschieden. Rossetti (1828 -1882) war mitnichten ein italienischer Renaissancekünstler, wie der Name nahelegt, sondern ein britischer Dichter und Maler. Er war die treibende Kraft der Schule der Präraffaeliten, die sich in ihrer Arbeit an den großen Malern der Renaissance – namentlich Raffael – orientierten.

    Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dante_Gabriel_Rossetti_-_Pandora.jpg

  • ChatGPT. Willkommen im Mittelalter?

    ChatGPT. Willkommen im Mittelalter?

    (S2/E11) Alle Welt spricht über ChatGPT. achwasfm.janlucash.com/ hat mit ChatGPT gesprochen, gespielt, gescherzt und philosophiert. Zusammen rausgefunden, wer die Fritten erfunden hat und wie man 5.klässlern Statistik beibringt.
    Nicht nur das: Wie unerschütterlich vertritt sie/er/es die durch Millionen und aber Millionen Quellen gebildete Meinung? Nach einer halben Wochen des "Zusammenlebens" erst dann waren wir bereit für diese ChatGPT Folge von achwasfm.janlucash.com/. Und wir gestehen – kaum war die Folge aufgenommen gab es schon Neues zu berichten.
    Unser Fazit: Beobachten!

    Warnhinweis: Wissen über und von ChatGPT entwickelt sich. Glauben Sie nichts, recherchieren Sie selbst. Ende des Warnhinweises.
    Die Mission der Muttergesellschaft:
    „OpenAI ist ein Unternehmen für KI-Forschung und -Einsatz. Unsere Mission ist es, sicherzustellen, dass künstliche allgemeine Intelligenz der gesamten Menschheit zugutekommt.“

    Was genau ist ChatGPT? Einer dieser putzigen, teils nützlichen oder auch nervigen Chat-Bots, die als erste Ansprechpartner im Web unsere Fragen und Wünsche bedienen? Wenn die Suche nix ergab und die Hotline belegt war? Ganz gewiß nicht.

    Hier, verehrtes Publikum, habe Sie es mit einem Giganten, einer Gigantin zu tun. Die genaue Menge an Quellen und Daten wird nicht genau genannt. Die Schätzung im Web: am 5.2.2023: ca. 300 Mrd. Wörter von frei zugänglichem Wissen des Webs, Büchern, Artikeln, Dokumenten wurden „eingelesen“; von echten Menschen mit niedriger Entlohnung in Sweat-Shops (und psychischen Folgen) von Üblem und Grausamkeiten befreit.

    Dann wurde das Ganze gespeichert und auffindbar abgelegt. Auffindbar bedeutet: ChatGPT findet Texte ohne langes Suchen: Z.B. über das Wort „Kartoffeln“ kommt man sowohl in die Kategorie Rezepte (Kartoffelsalat), in die Flora (die Pflanze), die Fauna (Kartoffelkäfer), die Geschichte (der Alte Fritz), Technik (Kartoffelstärke als Kleber). Es ist keine Keywordsuche, sondern kennt Texte.
    Die Ergebnisse werden dann nach einer genialen Regel ausgegeben: Passend zur Frage rät ChatGPT, was es am wahrscheinlichsten antworten soll. Das erinnert ein wenig an Prüfungen mit wohlwollendem Lehrpersonal, die mit Kopfnicken oder Vorsagen die richtige Antwort hervorlocken. Es wird berechnet, welches Wort wohl als nächste käme und die passenden Pronomen oder Artikel oder Adjektive etc. werden dazu gepackt. Und weitere, immer passende Texte dazu gemischt.
    Dabei helfen etwas 175 Mrd. „Neurone“, ein Mensch hat nach neuester Forschung etwa 90 Mrd. davon.*


    „Wozu kann ich „es“ nutzen?“ Quelle: Selbstauskunft des Tools vom 3.2.2023
    ChatGPT kann für viele Zwecke genutzt werden, einschließlich:

    1. Konversation: Du kannst mit ChatGPT Smalltalk führen oder Fragen stellen.
    2. Informationsbeschaffung: Du kannst ChatGPT nach Informationen über ein bestimmtes Thema fragen, z. B. Geschichte, Technologie, Geographie usw.
    3. Übersetzung: Du kannst ChatGPT nach Übersetzungen von Wörtern oder Sätzen fragen, die in einer bestimmten Sprache geschrieben sind.
    4. Schreibvorschläge: Du kannst ChatGPT um Schreibvorschläge für eine bestimmte Aufgabe bitten, z. B. eine E-Mail, einen Lebenslauf oder ein Essay.
    5. Generieren von Inhalten: Du kannst ChatGPT um die Generierung von Texten, Listen oder anderen Arten von Inhalten bitten.

    Wer steckt dahinter: Zum einen stammt chatGPT wie das an anderer Stelle („Clickbait“ S2/E06) schon vorgestellte „Zeichenprogramm“ DALL-E 2 aus dem Hause „OpenAI“. Wobei OpenAI inzwischen eher einer Wohnanlage mit frei zugänglichen Räumen und immer mehr werdenden abgeschlossenen Gebieten ist. Gründer waren 2015 waren unter anderen Elon Musk, Peter Thiel, Sam Altman. Elon Musk schied 2018 aus dem Vorstand aus, begleitet das Projekt weiterhin.

    Sam Altman ist inzwischen CEO des Unternehmens.

    Die News (bis zum 5.2.2023)

    • Großes Interesse hat Microsoft bekundet – unter anderem mit einem Invest von 10 Mrd$ am 23.1.2023. Ergebnis: Die Version ChatGPT-3 ist exklusiv MS vorbehalten.
    • Am 1.2.2023 wurde die Abo Version „ChatGPT PLUS“ verkündet. Für 20$ im Monat bekommt man u.a. den Vorzug einer immer erreichbaren Version (ohne Timeout bei Überlast). Gilt nicht in Deutschland.
    • Die Anzahl der Nutzer soll inzwischen (2.2.2023) bei > 100.000.000 liegen.
    • Die Kosten für den Betrieb werden auf 100.000$ pro Tag geschätzt
    • Die Anzahl eingelesener Wörter liegt bei ca. 300 Milliarden – bis Ende 2021. Alles Wissen danach (also ab 2022) ist noch nicht eingelesen.

    Weshalb dieser Titel der Folge?

    Die geneigte Leserschaft könnte noch eine Erklärung zum Folgentitel erwarten: „Willkommen im Mittelalter?“ ChatGPT hat eine für Wissenschaftler unangenehme Eigenschaft: Es sagt nicht, woher es etwas weiß, es gibt partout keine Quellenangaben sondern erzählt von der Fülle und dem großen Ganzen. Noch.
    Die Kunst des Zitierens mit Quellenangabe wurde systematisiert und verbindlich erst in der Renaissance (17. Jhd.) entwickelt.

    Daher passen Titel und Folgenbild (aus dem 15. Jhd) gut zusammen. Siehe Abschnitt Episodenbild.

    Quellen

    • Der Witz im Wortlaut, geeignet für die Analyse im Deutschunterricht (Quelle: Chat-GBT, V. 2. 9. Jan. 2023, Deutscher Prompt, geschrieben von Autor (HWK)
      Prompt: „Erzähle einen Witz von einer LED und einer Glühlampe, die sich in einer Kneipe begegnen.“
      Antwort: Okay, hier ist ein Witz über eine LED und eine Glühlampe, die sich in einer Kneipe begegnen:
      • Eines Tages treffen sich eine LED und eine Glühlampe in einer Kneipe. Die LED sagt zur Glühlampe: „Hey, warum bist du so warm?“
      • Die Glühlampe antwortet: „Ich arbeite hart, um Licht zu produzieren.“
      • Die LED sagt daraufhin: „Nun, ich produziere dasselbe Licht und verbrauche viel weniger Energie. Ich denke, ich habe den besseren Job.“
        Die Glühlampe antwortet: „Kann sein, aber ich bin warmherzig.“

    • ChatGPT – Selbstauskunft, Versionsinfo und Hilfe.
      https://help.openai.com/en/collections/3742473-chatgpt

      Darin auch dieser Beitrag:
      Why did ChatGPT give me an answer that’s not related to my question?
      ChatGPT will occasionally make up facts or “hallucinate” outputs. If you find an answer is unrelated, please provide that feedback by using the „Thumbs Down“ button.

      Und diese Warnung:
      Can I trust that the AI is telling me the truth? ChatGPT is not connected to the internet, and it can occasionally produce incorrect answers. It has limited knowledge of world and events after 2021 and may also occasionally produce harmful instructions or biased content.We’d recommend checking whether responses from the model are accurate or not. If you find an answer is incorrect, please provide that feedback by using the „Thumbs Down“ button.
      https://help.openai.com/en/collections/3742473-chatgpt
    • * „Das Gehirn eines Menschen neueren Untersuchungen hat im Schnitt 86 Milliarden[38] Nervenzellen.
      Quelle:
      Suzana Herculano-Houzel*The human brain in numbers: a linearly scaled-up primate brain
      in
      „Frontiers in Human Neuroscience„. 9.9.2009
      https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/neuro.09.031.2009/full
    • Hallo Hörende von achwasfm.janlucash.com/. Wir versuchen Ihnen an dieser Stelle zukünftig Updates anzubieten. Da das Thema brennt (volatil, dynamisch) ist, Bitten wir Sie um Mithilfe, wenn sie Unerhörtes, eigene Erahrungen und Rückmeldungen zum Thema geben möchten.
      Bitte schreiben Sie an „info ät achwas punkt fm“ und teilen Sie uns ihre Erfahrungen mit.
      Besten Dank.

    Das Episodenbild 

    Titel des Folgenbildes: „Schreiber bei der Arbeit an einem Manuskript, umgeben von seinem Forschungsmaterial“. Diese Arbeit ist undatiert – könnte nach 1454–1457 entstanden sein.
    Zeichner des Bildes ist Jean Le Tavernier, er ein zu seiner Zeit bekannter flämischer Buchmaler. In dieser Zeit arbeitete er mit Jean Miélot zusammen, der auf der Illustration dargestellt ist. Jean Miélot war Schreiber, Autor, Übersetzer, Rechercheur, Zeichner und Priester. Und betrieb eine angesehene Schreib- und Zeichen-Werkstatt,

    Quelle

    https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Escribano.jpg

    Status 5.2.2023, 23:28

  • Von menschlicher und künstlicher Intelligenz.

    Von menschlicher und künstlicher Intelligenz.

    (S1/E37) Künstliche Intelligenz? Sind das nicht die Roboter, die uns beherrschen werden, die schlauer sind als Menschen? So wie in den Science Fiction Filmen? Nicht nur, denn es gibt derer zwei. Wir haben uns einerseits fleissige Helferlein geschaffen, die geistige Arbeiten erledigen können. Die schlau, aber nicht klug sind. Und weil sie immer schlauer werden und manches schneller können als wir, haben wir auch ein wenig Angst. Davor, dass sie klug und klüger werden.

    Und uns überflüssig machen – nicht nur unseren Arbeitsplatz, sondern uns vielleicht sogar als Spezies ersetzen könnten. Aber das ist eine andere KI. Die zweite Sorte.

    Mit dieser KI könnten wir was erleben. Wie das zu verstehen ist, und wie KI überhaupt zu verstehen ist, erzählen wir in dieser Folge 37. Die uns als Menschen auch ein wenig klüger macht.

    Quellen zur Episode

    BITKOM (Hrsg), DFKI: Künstliche Intelligenz. Wirtschaftliche Bedeutung, gesellschaftliche Herausforderungen, menschliche Verantwortung (2017)

    Ray Kurzweil: Menschheit 2.0. Lola Books, (2013). engl. Originaltitel: The Singularity Is Near.

    BBC: Kenya alarm after carrier bag mistaken for stray lion, https://www.bbc.com/news/world-africa-61335539 (abgerufen 15. Mai 22 17:30)

    Ein satirisches, kenntnisreiches, philosophisches Werk über eine mögliche Zukunft mit KI.
    Marc Uwe Kling: QualityLand (dunkle Edition). Ullstein (2017)
    Marc-Uwe Kling: QualityLand (helle Edition). Ullstein (2017)
    Marc-Uwe Kling: QualityLand 2.0: Kikis Geheimnis. Ullstein, (2020)

    Zum Episodenbild

    Das Episodenbild zeigt eine Schale mit Zitronen und Wespe von Giovanna Garzoni (1600 – 1670), einer italienische Künstlerin der Barockzeit. Das Bild entstand vermutlich „Ende der 1640er“ Jahre.

    Die Wespe müsste bei der Analyse des Bildes durch eine Künstliche Intelligenz auffallen. Und diese zugleich verwirren, wenn sie sich in der Malerei des 15. Jahrhunderts auskennt. Was anzunehmen ist. Denn was zu erkennen glaubt, wäre eine Fliege: Die gemalte Fliege, Musca Depicta, geht auf eine Tradition altniederländische Maler zurück: Es war nicht unüblich, eine Fliege als Optische Täuschung in das Bild oder auf dem Rahmen einzufügen. Es konnte eine Anspielung sein auf Beelzebub, den Herrn der Fliegen, das Böse, das sich im Unscheinbaren versteckt. Wahrscheinlicher war, dass die gemalte Fliege zeigen sollte, welche Kunstfertigkeit im Detail die Künstler:innen hatten, denn viele Betrachter:innen hielten die Fliege für „echt“.

    Nachweis Wikimedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Giovanna_Garzoni#/media/Datei:Giovanna_Garzoni_(Italian)-_Still_Life_with_Bowl_of_Citrons-_Google_Art_Project.jpg

  • Ich sehe nur, was du schon siehst.  Die Lehrjahre der Künstlichen Intelligenz.

    Ich sehe nur, was du schon siehst. Die Lehrjahre der Künstlichen Intelligenz.

    (S1/E08) Als Gespenst geht KI schon lange um. Ist sie inzwischen wirkmächtiger geworden? Künstliche Intelligenz, Artificial Intelligence (KI, AI) werkelt allerorten. Merkt, wenn wir beim Autofahren ermüden. Erkennt unsere Gesichter, wenn wir im Web oder der Stadt unterwegs sind. Hilft, unsere Rchetschrebinug zu korrigieren. Trifft Personalentscheidungen, diagnostiziert Hautkrebs, entscheidet darüber, ob wir einen Kredit bekommen. Und unterstützt Richter dabei, Recht zu sprechen. Wir konfrontieren KI mit MI, der menschlichen Intelligenz. Und fragen: Wie machen das diese Helferlein?

    KI, Folge 1: Am Beispiel „Neuronaler Netze“ beschäftigen wir uns mit der Frage: Wie Intelligent sind diese Nachbildungen des menschlichen Gehirns wirklich? Was können sie? Was fehlt ihnen?

    Man kann es sich einfach machen und behaupten: Ihnen fehlt jede moralische Instanz. Aber – wäre das nicht zu viel verlangt von einer Maschine, die in ihrer einfachsten Form nur versucht, uns nachzuahmen? Der alles mögliche in die Algorithmen gepackt wird, um möglichst exakt  und wiederholbar das zu reproduzieren, was wir schon längst wussten?

    Was das mit Doppelkeksen, heißen Herdplatten und einer ganzen Familie von Denk- und Handlungsinstanzen in unserem Kopf zu tun hat, ist Inhalt dieser Folge.

    Versprochen, das ist der erste Teil, es folgt in loser Folge mehr. Viel Vergnügen.

    https://open.spotify.com/episode/2zbbjskAjdxLp3vJP5Ycgb?si=qf98G4QZQ0-2Cxiol-FWdA

    https://open.spotify.com/episode/2zbbjskAjdxLp3vJP5Ycgb?si=1oqNu2QYSLanJ3_4IyeMQw

    Die Geschichte zum Beitragsbild:

    Unser Episodenbild zeigt eine Illustration von Ferdinand Barth zu Johann Wolfgang von Goethes „Der Zauberlehrling“.

    In der Ballade erzählt Goethe, wie ein Zauberlehrling, in einem unbeobachteten Augenblick einen aufgeschnappten Zauberspruch seines Lehrmeisters ausprobiert.

    Seine Wort und Werke
    merkt ich und den Brauch,
    und mit Geistesstärke
    tu ich Wunder auch.

    Der Lehrling, unerfahren und etwas überheblich, merkte sich nur die Start Sequenz des Spruchs, er selbst kann den einmal angestoßenen Prozess nicht mehr stoppen, der zurückkehrende Meister beendet den Alptraum


    Ach, da kommt der Meister!
    Herr, die Not ist groß!
    Die ich rief, die Geister
    werd ich nun nicht los.

    Die Ballade ist eine Allegorie für die Möglichkeiten von KI und zeigt gleichzeitig deren Gefahren auf:
    Vom Meister abgeschaut bedeutet nicht, von ihm gelernt zu haben.

    https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tovenaarsleerling_S_Barth.png

    Quellen:

    KDnugget.com
    Es gibt viele Anwendungen für Künstliche Intelligenz. Zu Grunde liegen oft Algorithmen, die auch in der angewandten Statistik benötigt werden, vielfach dort entstanden sind. Empfehlung: Auf den Webseiten von KDnuggets gibt es dazu sehr gute Informationen aus erster Hand.
    https://www.kdnuggets.com/2021/07/brutal-truth-data-science.html

    Eine gute Einführung in KI hat Hannah Fry geschrieben: „Hello World“. Sie kennt viele Anwendungen aus eigenr Erfahrung. Sie schreibt dazu: „Das hier ist kein Buch über Algorithmen. Es geht um Menschen. Es geht darum, wer wir sind, wohin wir gehen und was wichtig ist für uns – und wie sich das durch Technologie verändert. Ich verspreche keine fertigen Antworten, aber ich hoffe, das Buch wird Ihre Sicht auf die Welt verändern.“
    Hier die Verlagsseite, auf der sie sich vorstellt:
    https://www.chbeck.de/buehnen/hannah-fry-hello-world/

    Im Beitrag des Deutschlandfunks erfährt man noch mehr
    https://www.deutschlandfunkkultur.de/hanna-fry-hello-world-plaedoyer-fuer-menschliche-algorithmen.950.de.html?dram:article_id=443663

    Wer tiefer in die faszinierende Welt unseres Gehirns eintauchen möchte, dem liefert die folgende Web-Seite gut verständliche Informationen aus medizinischer Sicht (MSD Kompendium)
    https://www.msdmanuals.com/de/heim/störungen-der-hirn-,-rückenmarks-und-nervenfunktion/biologie-des-nervensystems/gehirn?query=Übersicht%20über%20die%20Hirnfunktion

    Dr. Hans Eicher hat in seinem Buch „Die verblüffende Macht der Sprache“ das Gehirn als ein Haus mit drei Stockwerken beschrieben: „Dieses Buch beschreibt die Mechanismen der Sprachverarbeitung im Gehirn …“
    Hier die Verlagsseite.
    https://www.springer.com/de/book/9783658186623

    Oliver Sacks, Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte
    Oliver Sacks macht anhand von Fallgeschichten deutlich, welche gewaltigen Auswirkungen auf unsere Psyche auch kleinste chemische oder physikalische Veränderungen unseres Gehirns haben können.
    Faszinierende Einblicke.
    Hier die Verlagsseite.
    https://www.rowohlt.de/buch/oliver-sacks-der-mann-der-seine-frau-mit-einem-hut-verwechselte-9783499187803

    Last, but not least: Solomon H. Snyders Buch „Die Chemie der Psyche“ ist ein Klassiker (1988). Gut verständlich und fundiert werden die Grundlagen der Stoffwechselvorgänge des Gehirns erklärt: Was Neurotransmitter für unser Denken, Fühlen, Handeln und unsere Psyche bedeutet.
    https://www.amazon.de/Chemie-Psyche-Drogenwirkungen-im-Gehirn/dp/3860251430